Vor einer Woche, zur Tag- und Nachtgleiche, sind wir hinausgegangen, wie wir es jeden Monat einmal tun, haben Feld, Strauch, Rebe, Birke und Wald beobachtet, wie sie sich verändern.
Gestern habe ich endlich die Bilder gesichtet, die dabei entstanden sind. Nichts liess morgens um neun drauf schliessen, dass es ein beinahe sommerlicher, sonniger Tag werden würde.
Details, die man eigentlich nicht sieht... Ich habe das Bild auf der Kamera unmittelbar, nachdem ich es aufgenommen hatte, einigen Schülern gezeigt, die in meiner Nähe standen. Sie konnten nicht entdecken, wohin ich geschaut hatte. Doch dann standen sie fasziniert auf der Strasse und guckten durch die Hütte hindurch, an der wir seit zwei Jahren regelmässig vorbei gehen, und sahen zum ersten Mal.
"Am Hagebuttenstrauch hat es so grosse rote Dinger, es sind vielleicht Früchte", schrieb ein Kind. Ich schwöre, wir haben von der Knospe über die Blüte und die Frauchtansätze bis hin zur Reife kein Stadium verpasst. Man kann eben nie wissen, ob Worte ankommen, sich mit Bildern verbinden und sich so im Bewusstsein einschreiben. 

