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Dienstag, 30. Juni 2020

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Nochmal etwas Juni. Monatsende. Ferienbeginn. Abschiede. Erinnerungen an Abschiede. Erinnerungen an Neubeginne. Primzahlen ringsum. Die neue Klassengrösse. Die Zimmernummer des neuen Klassenzimmers. Der Termin für die Scheidung. Und bis dahin werden noch 17 Daten primzahlig sein. Ich habe Mr. G gefragt, ob 433 eine Primzahl sei: Seine Antwort lautet:
Die Frage, ob die Nummer 433 (vierhundertdreiunddreißig) eine Primzahl ist, kann man mit Ja beantworten. Denn die Zahl 433 ist eine Primzahl.
Der Sommer ist bisher weniger bedrückend als in den vergangenen Jahre. Der Wald raschelt nicht, wenn der Wind hineinfährt, sondern er rauscht. Die Erde hat keine Risse und nachts kühlt es ab. Die Vögel sitzen nicht ermattet und stumm in ihren Schattenverstecken, sondern sie singen morgens und abends. Die Wiesen sind grün die Waldbrandgefahrenkarte zeigt nirgendwo dunkle Farben. 
Mir gelingt es viel besser, mich zu entspannen, wenn es die Natur auch tun kann. Daran kann dieses Virus gar nicht viel ändern. 
Wann füllen eigentlich andere Menschen die Steuererklärung aus? Darüber wird nie offen gesprochen. Es gibt durchaus Zahlenarbeit, die ich ich nicht liebe, Primzahlen hin oder her.

Edit 1.7.: Für den Fall, dass jemand primzahig rätselt: Ich habe einen Überlegungs- und daher Zählfehler gemacht: Es sind noch rund 25 Primzahlendaten bis zum Tag 0. Unteilbarkeit im Quadrat.

Samstag, 20. Juni 2020

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Fundstück

Donnerstag, 18. Juni 2020

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Als wir uns erhoben, ging ein Glas in Brüche, und während ich mit meinen Emotionen kämpfte, sammelte er die Scherben zusammen. Dann setzten wir unsere Unterschriften unter die Scheidungsvereinbarung, drei Tage vor dem dreissigsten Hochzeitstag.

Mittwoch, 17. Juni 2020

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Ich habe heute schon oft gelacht, aber diesmal kriege ich das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht, und schon gar nicht aus dem Herzen.

Sonntag, 14. Juni 2020

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Nun werden sie also wieder geöffnet, die Grenzen, die Tramtüren. Eben fliegt der Militärhelikopter - hoffentlich zum letzten Mal - seine dröhnenden Runden über und um das Dorf.
Der Sohn fährt morgen früh zurück nach Berlin. Vorgestern haben wir die Corona-Matur gefeiert und selber verbringe ich einen Grossteil meiner Zeit in der Schule mit Packen, Umziehen, neu Einräumen, Abschliessen, Vorbereiten... Längst lassen sich die Tage, die ich noch mit meiner jetzigen Klasse verbringe, an den Fingern abzählen. Kommende Woche treffen wir uns zum dritten und letzten Mal mit der Anwälting. Dann wird der Antrag bei Gericht eingereicht.
Das Leben ist anders geworden. Ich kann es nicht benennen. Meine Antennen sind ohne Empfang, wegdesinfiziert. Gespräche, echte, tiefe, lauschende, bewegende Gespräche gibt es kaum noch in meinem Alltag. 
Ich klage nicht. Ich beobachte nur. Und ja, manchmal sehne ich mich nach Inseln.

Dienstag, 2. Juni 2020

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Reden. Formulieren. Ein Gegenüber haben. Interesse spüren. 
Ich hatte heute mein jährliches Mitarbeiterinnengespräch, und das hat mir soooooo gut getan. Was für ein heilsames Geschehen, wenn ausgesprochen werden darf, was sich über Monate gestaut hat, weil genau das Traktandum ist, was belastet. Meine Schulleiterin ist sehr bodenständig und realistisch und macht keine langen Umwege, um etwas auf den Punkt zu bringen. Und diese Klarheit und der Mut, etwas abzuschliessen und klar zu sortieren, wo ich mich im Vermischen der Ebenen meist viel zu lange aufhalte, das hat mir heute Flügel verliehen und ich durfte wieder einmal fliegen, von oben und mit Distanz schauen.
Heute gehe ich dankbar schlafen wie seit langem nicht mehr.