In der Erziehung meiner Kinder muss etwas gründlich schief gegangen sein. Ich glaube, vor lauter Verständnis für alle Situationen, Forderungen und Überforderungen der Kinder habe ich völlig vergessen, meine eigenen Grenzen mit ins Spiel zu bringen. Ich habe akzeptiert, dass diese ständig überschritten werden, ohne dass ich stop rufe.
Und ich habe kaum gefordert, ausser von mir selber.
Das habe ich nun davon: Dass zum Beispiel alle einfach warten, bis ich abends nach Hause komme und das Essen vorbereite, egal, ob das um 18, 19, 20 Uhr oder noch später ist.
Ich würde mich sosehr danach sehnen, auch einmal einfach an den gedeckten Tisch mich setzen zu dürfen nach einem langen, herausfordernden Tag. Statt dessen höre ich mir an, was alles wieder anstregend war in den Tagen der Jungen und spüre, dass niemand hören möchte, dass vielleicht auch ich erschöpft bin. Und nein, ich wage auch jetzt nichts zu sagen. Ich sehe ja, dass sie alle unter diesem Dauerprüfungsstress stehen.
Ich würde so vieles anders machen, könnte ich noch einmal 25 Jahre zurück – denke ich, und weiss ganz genau, dass heute und jetzt genügend Möglichkeiten geboten wären, das Steuer umzlegen. (Konjumktiv)
An Weihnachten kochen sie jeweils, das hätte ich beinahe vergessen. (Und im Lockdown haben sie es manchmal auch getan, die, welche jetzt nicht mehr zu hause wohnen.)