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Mittwoch, 30. Mai 2018

Dienstag, 29. Mai 2018

Schlafwandel

Es kann sich nur um Sekunden gehandelt haben gestern, bis ich eingeschlafen war, tief und fest. Und als heute früh um 5 der Weckel klingelte, erwachte ich in eine frisch gewaschene, neue Welt. Wundersam, was die Nacht immer wieder für Geschenk macht.

Montag, 28. Mai 2018

Fussnote

Es ist kein guter Moment, wenn ich dort anlange, wo die Erschöpfung zu kippen droht. Dort spüre ich den Seidenfaden zwischen entgleiten und wieder zurückfinden, und die Entscheidung ist kaum berührbar durch Willenskraft. Plötzlich lauert die Überforderung in jedem Winkel, in jeder Begegnung, in jeder Herausforderung. In dieser Grauzone wimmelt es von alten Musterfallen, und man müsste wohl schon irgendwie Spass haben an diesem ständigen Absacken, damit solche Zeiten integriert werden könnten in die spielerische Version des Lebens.
Es ist eng hier, links und rechts türmen sich Berge. Arbeitsberge. Verantwortungsberge. Familienberge. Anspruchsberge. Pflichtenberge. Und die sind die steilsten und schroffesten. Denn Pflichten, welche in mein Heft geschrieben aber nicht von meinem Herzblut unterschrieben sind, die beschweren die Füsse und ihre Schritte. Dazu gehört das Bewertenmüssen meiner Schülerinnen und Schüler. So ähnlich müsste es sich – denke ich – anfühlen, wenn ich gezwungen würde, sie zu schlagen. Es fühlt sich an wie Menschenrechtsverletzung. Und wer denkt, es mache nur mit den Kindern was, wenn sie so leistungsbezogen angeschaut und eingestuft werden, der irrt. Wenn ich so schauen muss, wird mein Blick starr und freudlos, mein Sprechen hart und leer. Ich verliere den Bezug zum Handlungsspielraum, der Humor verkriecht sich angewidert.

Es tut gut, sich schreibend durch diese felsige Einöde zu schlängeln. Eigentlich sollte man in solchen Zeiten nicht alleine sein, wispert das Echo.

Edit: und dann möchte ich den Computer ausschalten, klicke warum auch immer diesen Link an, der irgendwo auf einem offenen Fenster vorbei gleitet. Und jetzt gehe ich mit einem Lächeln schlafen, nicht weil ich viel verstanden, sndern weil ich das heiter Geschicht mit den lachenden Augen gesehen habe. Fast kommt es mir vor, als


Donnerstag, 24. Mai 2018

Resistenz

Das Blogsterben geht um. Das tödliche Virus heisst Angst, glaube ich, Angst vor neuen Datenschutzbestimmungen, welche offenbar so manches in widerrechtliches Verhalten umbenennen, was bisher alltäglich und selbstverständlich war. Ich scheine da resisten zu sein, ignorant vielleicht auch. Wenn ich daran denke, wie ich meine Blogs immer wieder aus panischer Angst vor Menschen aus meinem privatesten Umfeld geschlossen habe, empfinde ich jetzt eine grosse Gelassenheit. Wer bitteschön sollte Interesse daran haben, in so einem unscheinbaren Schreibräumchen wie dem meinen nach falsch eingeschlagenen Nägeln oder unfachgerecht geputzten Fenstern zu suchen. 
Wenn ich irgendwann aufhöre zu bloggen – und das wird früher oder später mit allergrösster Garantie der Fall sein – möchte ich es aus freiem Entschluss oder aus persönlichen Umständen tun und nicht, weil ich mich eingeschüchtert in einem Paragraphenwald verirrt habe.

Vielleicht werde ich als blauäugig entlarvt und komme in den nächsten Tagen auf die Welt oder lande unsanft auf dem Boden der Realität. Den Wind wird das nicht weiter kümmern.

Mittwoch, 23. Mai 2018

.

leere Hände
rückwärts buchstabierte Fragen
sonnenmüde Wolken
und die Sehnsucht
fliegen zu können
das Donnergrollen im Nachbartal
fühlt sich an
wie tiefe
schwere
Dankbarkeit
ein paar Tropfen
wehen herüber
Mondscheinsonaten
weh
mut




Montag, 21. Mai 2018

blind

Ich bin am Vorbereiten.
In einer Woche findet an meiner Schule eine Projektwoche zum Theam: "Unsere Sinne" statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten aus zwölf Projekten vier auswählen, mindestens zwei ihrer Wünsche konnten wir berücksichtigen. Jeden Tag werden sie so in altersdurchmischten Gruppen sinnvolle Erfahrungen machen.
Mein Projekt hat das Blindsein zum Thema. "Was, wenn Farben schwarz sind?" habe ich es genannt. So bewusst sehend gehe ich selten durch den Tag, sauge die Farben in mich auf, die Licht-Schattenspiele, freue mich über meine Trittsicherheit, darüber, dass ich mich nach Geräuschen umdrehen und mich orientieren kann, bin froh zu sehen, was auf meinem Teller liegt.

Und dann drängt da eine Frage in Hellgelb. Sie riecht nach Weite und wird beinahe übertönt von Vogelgezwitscher, Glockengeläute, Flugzeugmotoren und Computergesurre. Sie fühlt sich an wie die Blindenschrift unter den Fingerkuppen, aufregend, fremd und doch so real:
Und wo bist du blind? Was übersiehst du, obwohl oder weil du sehende Augen hast?

doppelseitig

Samstag, 19. Mai 2018

Federvieh


Freitag, 18. Mai 2018

Schotterweg

Es sind dichte Tage ohne Poesie.
Sie konfrontieren mich mit innerer Schwerstarbeit und erschöpfen durch ihre Intensität. Morgen habe ich Schulhausputzdienst an unserer Familienschule, welche unterdessen bloss noch die Jüngste besucht. Die stillen Dialoge in den verschiedenen Klassenzimmern tun mir meist gut. Trotzdem hätte ich gegen einen freien Tag nichts einzuwenden gehabt. Ich fürchte manchmal, das Fliegen zu verlernen, dieses Getragensein vom Wind. Wo wuchs er bloss, der Mut?

Donnerstag, 17. Mai 2018

...


Mittwoch, 16. Mai 2018

Motiv a t i o n

Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich eine Frau, welche definitiv die Lebensmitte überschritten hat. Wenn ich in mich hinein blicke, sehe ich noch viel zu oft ein Mädchen, welches sich vor dem strengen Urteil seines Lehrers (u.a.) fürchtet. Die ältere Frau versucht zwar zu beschwichtigen, zu erklären, dass es doch eigentlich bloss ein Kollege sei, der morgen auf Schulbesuch komme, ein jüngerer und womöglich weniger lebenserfahrener. Und ausserdem wisse ich doch, was ich tue, ich tue es mit Hingabe und aus Überzeugung, und darum gehe es doch. Doch das kleine Mädchen scheint bloss zu interessieren, dass dieser Herr auf einer Position sitzt, welche ihn ermächtigt, über Genügen oder Ungenügen zu entscheiden.
Drückt mir die Daumen, dass weder ein Spiegelblid noch ein unsicheres, ängstliches Mädchen morgen mit der Klasse arbeitet, sondern dass ich aufrecht in meiner Vision drin stehen, handeln und klingen kann, welche mich täglich be-geistert für meine Aufgabe. Morgen früh um acht...

Dienstag, 15. Mai 2018

Segen

Was für ein wundervoller Tag! Hörst du, wie die Bäume aufatmen, wie sie entspannen? Spürst du dieses Trinken der Erde, dieses sich Füllen mit Lebenssaft? Siehst du das Grün, welches zu klingen scheint, tief summend, und was es nicht selber zu tönen vermag, übergibt es den Vögeln und ihren Trinkliedern. Wie ich es liebe, das Trunkensein der tropfenden Blüten, die frisch gewaschene Luft, das Murmeln und Plätschern des abfleissenden Gewitterregens, die dunkeln Wolken, welche den Himmel in ein sich ständig verwandelndes Kunstwerk aus Licht und Schatten verwandeln, die Kinder, wie sie jauchzend und mutig durch den prasselnden Sturzregen vom einen Schutzplatz zum nächsten rennen, die wenigen Pfützen, die es noch gibt, welche zu herrliche Spielorten werden... Und nun werde ich mich in den Schlaf begleiten lassen von diesem leisen Rauschen. Was für ein wundervoller Tag!

Sonntag, 13. Mai 2018

EntWurf




Samstag, 12. Mai 2018

Gewohnheit

Und wieder, wie schon im März und im April, zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit gleichem Ziel unterwegs. Die Nussbäume, vor drei Wochen noch durchsichtig frisch, haben nun grüne, schattenspendende Kugelkronen bekommen.

Freitag, 11. Mai 2018

Music is in the air

In Basel ist Europäisches Jugendchorvestival. Nein, ich schreibe nicht: Findet statt. Es IST! 1600 junge Menschen singen fünf Tage lang, begegnen sich, spielen zusammen, erleben zusammen, feiern zusammen, versuchen vielleicht zu sprechen, aber vor allem singen sie. (und kommen dann nach hause und singen weiter...)
Ich bin voller Eindrücke, Emotionen.
Der Refrain des Festivalsongs, den wir gestern im Konzert mitgesungen haben, lautet:

It's not here, it's not there, 
Music is everywhere.
it's the voice of the world
it belongs to the stars!
It's not here, it's not there, 
Music is everywhere.
From wherever it comes,
it goes right to your heart.

Ich weiss keine Worte, und die Aufnahmen vom Konzert heute morgen sind ungeschnittene Filme mit Kameramikrofon. Man wünscht sich alle her. Man muss es erleben, selber, mitten drin sitzen, die Vibrationen spüren, die Begeisterung der Jugendlichen, das Pulsieren des Lebens.

Drei Besipiele aus dem heutigen Morgenkonzert, welches ich jetzt in mir tragen.

Der Gastchor aus Südafrika singt, soweit ich das verstanden habe, ein Bittgebet um Regen. Bei 4:26 beginnt der Regentanz....



Das ist die Knabenkantorei, in welcher der jüngsten Sohn mitsingt. Hier sieht man ihn in der vorderen Reihe. Er ist der junge Mann ganz links im Bild.



Der dritte Chor in diesem Programm war ein Jugendchor aus Lissabon. Hier singen sie ein Stück über einen Musikautomaten, wie sie früher wohl auf Jahrmärkten gezeigt wurden.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Ausnahmenormalität

Als ich um 20 Uhr nach hause kam, hatte der Sohn für mich mitgekocht, und so sassen wir zu zweit am Tisch und ich tat so, als sei das fast ein bisschen normal, weil er es nicht mag, wenn ich viel Aufhebens um alltäglichen Zufälligkeiten mache.

Mittwoch, 9. Mai 2018

nächster Zug

Sie schwimmt.

Früher gab es eine Insel.
Mitten im Meer.
Heute gibt es das Meer.
Und die Wellen.
Und die Erinnerung an die Kraft der Insel.

Sie schwimmt weiter.

Dienstag, 8. Mai 2018

Wahlfreiheit

"Du hast die Wahl," sagst du. "Je mehr du ihn beobachten kannst, je öfter du merkst, dass er die Führung übernehmen möchte, desto klarer wirst du spüren, dass du wählen kannst, dass du entscheiden kannst, was du möchtest: Ihm das Wort überlassen oder ihn dahin schicken, wo er dich nicht beeinflussen kann." Ich spüre Neugierde und Angst zugleich. Was kommt, wenn er geht, er, der mich seit jeher begleitet, den ich für einen Teil meiner selbst gehalten habe, jahrzehntelang, der mir vertraute Sicherheit gibt und Kraft raubt bis zur Erschöpfung, er, der vom Erwachen am Morgen bis zum Einschlafen spät abends kommentiert, warnt, zerstört? Was, wenn ich meine Wahlfreiheit annehme und mich gegen ihn entscheide? Habe ich den Mut, der Ungewissheit die Hand zu reichen und in meiner Kraft stehen zu bleiben? 
Flüstert er da nicht schon wieder: "Du schaffst das nicht. Du bist viel zu bequem. Du brauchst mich. Ohne mich wirst du übermütig und unkontrolliert. Und was denken die andern, wenn sie das lesen? Sowas schreibt man nicht öffentlich."
Ach schweig, du nimmermüder Kontrolleur du! Setze dich auf den Rücken des Adlers und lass dich wegtragen, weit hinauf in die Lüfte! Und sollte ich dich brauchen, so werde ich dich rufen. Deine Zeit auf meiner Schulter beginnt vorbei zu sein!

Samstag, 5. Mai 2018

Spiel

Das war wohl ein heilsames Angebot heute morgen, eine Weiterbildung im Stufenteam des Schulhauses zum Thema "Kampfesspiele". Wenn ich ganz auf meine Bedürfnisse am Ende dieser aufgewühlten Woche gehört hätte, so hätte ich heute allein sein wollen, irgendwo im Wald zwei Stunden gehen, atmen, schweigen. Niemals hätte ich mir eine Gruppe ausgewählt, niemals ein Thema, bei dem Körpernähe eine grosse Rolle spielt. Es war jedoch kein freiwilliger Kurs, daher stellte sich die Frage nicht. Noch nicht. 
Doch dann stand ich mit meinen ganzen unbewussten Vorurteilen zum Thema Kampf in einem Raum, in dem es um Achtsamkeit sich selber und dem anderen gegenüber ging, um Fairness und Offenheit, um Angebote, welche ich annehmen oder ablehnen durfte, um Begegnung in Respekt und um die Freude an der Kraft, um Konfrontation vor allem mit mir selber. Ich konnte mich beobachten in Situationen, die ich ein Leben lang gemieden habe, warum auch immer. Und ich dachte an die Jungs meiner Klasse, an meinen Umgang mit ihrer Energie. Es waren nicht nur einfache Blicke in diesen Spiegel, aber dadurch, dass wir in Bewegung waren, unsere Grenzen spürten konnten, Spannungen nach einem verlorenen Spiel thematisierten und auflösten, zusammen lachten, blieb es nicht beim Erschrecken vor dem Spiegelbild, sondern es wurde für mich erlebbar, dass solche Einsichten die Keimkraft für Veränderungen in sich tragen.
Ich komme mit dem Mut nach Hause, nächste Woche neue Elemente in meine Arbeit mit den Kindern einzubauen. Ich bin gespannt.
Der Sturm hat sich gelegt. Ausgerechnet durch Kampfesspiele.

Donnerstag, 3. Mai 2018

旋風

ich werde erst wieder schreiben wenn es ruhiger geworden ist wenn diese unruhe in mir sich legt oder verwandelt und

Dienstag, 1. Mai 2018

neue Frage

Gestern bin ich zum ersten Mal gefragt worden, ob ich schon Enkelkinder habe.
Das war sehr, sehr seltsam. Natürlich hat sich die Fragende weder verrechnet noch hat sie mein Alter falsch eingeschätzt, auch meine ältesten Kinder wären alt genug. Ich habe Freunde, die sogar jünger sind als ich und längst ihre Enkel hüten. Doch für mich ist diese Rolle noch so fern, nie geht ein Wunsch oder ein Gedanke in diese Richtung. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich beruflich eben erst dort angeknüpft habe, wo ich mit 30 aufgehört hatte. Oder ich schaue der Realität meines Alters einfach nicht ins Gesicht. Sicher bin ich als Mutter zur Zeit noch sosehr gefordert und ausgefüllt, dass sich da freiwillig noch kein Raum und nichts sonst öffnet für den Gedanken an die nächste Generation, wenigstens nicht auf privater Ebene.
Gestern habe ich ziemlich erschrocken "nein!" gerufen. Doch wenn es so wäre, würde ich ja sagen, wahrscheinlich ganz sicher!