Seiten

Freitag, 30. Juni 2017

Abschluss

Geschafft. Hundert letzte Abschiede mit Händedruck oder Umarmung besiegelt. Schränke und Regale resp. meine Fächer darin geleert. Aufgaben übergeben. Formalitäten erledigt. Säckeweise Material nach hause geschleppt und noch nicht ausgeräumt. An Apéros, Grillabenden, Frühstücken und Pausengebäckorgien ohne nennenswerte Komplikationen teilgenommen. In Feriendestinationsaustauschrunden die ganze Erde bereist. Geschenke in Empfang genommen. Sinnend in Türrahmen gestanden und zum letzten mal zurück in Räume geblickt. Und dann, ganz zum Schluss, den letzten Schlüssel vom Bund gelöst, das Lehrerzimmer damit aufgeschlossen, den Schlüssel auf die vorbereitete Karte geklebt, in den Umschlag gesteckt, auf den Tisch gelegt und für die letzte Aufgabe Hilfe gesucht: Lehrerzimmer wieder abschliessen. 
Keine Träne geweint. Da war keine. In keinen Jubel ausgebrochen. Da ist keiner. 
Bloss meine Augen sind plötzlich so neusichtig – als wäre ich in den letzten Wochen mit einer dunklen Schutzbrille durch den häuslichen Alltag gehuscht: Das möchte keiner wissen, was ich sehe an putz- und aufräumbedrüftigen Winkeln und Ablageflächen. Und hinter mir wispert die Steuererklärung: "Das ist jetzt meine Zeit!"

Donnerstag, 29. Juni 2017

„In der Stille 
zwischen deinem Herzschlag 
wartet eine Aufforderung. 
Hörst du sie? 
Benenne sie, wenn du musst, 
oder lass sie für immer namenlos, 
aber warum vortäuschen, 
sie sei nicht da?“ 
~ Rumi

Mittwoch, 28. Juni 2017

Keine SMS

Plötzlich stand sie da, strahlend und gesund und sprühend vor Glück.
Wow.
Nach der Begrüssung pedalte sie gleich noch einmal los, um das obligate Rückkehrbild nachzustelle,


 gab dann der kleinen Schwester Fahrunterricht, 


bis die Wolken endgültig brachen.


Wie schön, wenn die Welt, der Meerwind, das blondierende Salzwasse, die steilen Berge Korsikas, die lachenden jungen Menschen durch Erzählung, Bild und Energie ins Alltagshaus einziehen. Soviel Leben, soviel Freude.


Nun kocht die grosse Schwester ein afrikanisches Gericht, unbekannte Düfte ziehen um die Wände, die kleine sucht Kleider fürs Sommerlager zusammen, Mückenstiche werden gezählt, Wäscheberge vergrössert, von Wohnungssuche wird erzählt und von Nächten unter dem Sternenhimmel, singend wuseln sie durchs Haus, kommen an und planen bereits den nächsten Aufbruch.


Der Regen schlägt gegen die Fensterscheiben und lässt die Natur ein Trinkgelage feiern. Übermütig tanz das Sommergrün im Wind.

Und vor dem Fenster blühen die Rosen.

SMS

Wir müssen abbrechen! 😞 Komme heute schon nach hause.

Das gabs in der Geschichte dieses Projektes noch nie. Der Grund dafür ist nachvollziehbar. Die Enttäuschung der jungen Menschen auch.

Dienstag, 27. Juni 2017

Lebenszeichen!

Nicht 30 Minuten, schon drei Tage vor der geplanten Rückkehr kam heute die erste Nachricht, etwas mehr als drei Wochen nach dem Start. "Wir sind wieder in der Schweiz!" Für morgen wäre die Überquerung des Gotthardes geplant gewesen. Nun wird aber vor heftigen Gewittern und unwetterartigen Regenmengen gewarnt, weshalb sie einen Tage abwarten und dann allenfalls die Velos auf den Zug verladen, sollte sich die Lage nicht beruhigen.
Immerhin bin ich etwas beruhigt.

Montag, 26. Juni 2017

Ja!

Vielleicht bin ich heute einer der glücklichsten Menschen dieser Welt, und wenn du es auch bist, dann lass uns den Rest der Welt damit anstecken. Unsere neue Klasse hat sich heute zum ersten Mal getroffen und etwas mehr als eine Stunde gemeinsam verbracht. Sowas von alltäglich für die Allgemeinheit, und sowas von besonders für die einzelnen Menschen, die da zusammen lauschten, staunten, lachten, malten. Es fühlt sich zutiefst an nach Ankommen, ankommen in meiner Aufgabe als Lehrerin, ankommen auf dem schicksalshaften Weg mit diesen Kindern, ankommen in der Zusammenarbeit mit meiner Stellenpartnerin, ankommen in einem Kollegium, das gemeinsam lachen kann. Und in jedem Ankommen liegt ein Aufbruch ins Ungewisse, aber voller Vertrauen und Zuversicht. Ich möchte es hinausrufen bis zu den Sternen, mein Danke für diese Chance, leise und wortlos und leuchtend. Und ich möchte meine ganze Kraft und Freude dafür zur Verfügung stellen.

Samstag, 24. Juni 2017

Reichtum

Überfülle, Lebendigkeit, Staunen...
Innerhalb von 14 Stunden sind vier zurückgekehrt.
Gestern abend die drei Söhne: Der Student zum Lernen, der Mittlere von seiner Bergtour und der Jüngste vom Landwirtschaftspraktikum und Klassenabschlusslager auf Elba.
Und schliesslich heute morgen


eine Stunde später als erwartet, endlich



die Tochter aus Afrika.

Einer von ihnen sitzt nun in der Unibibliothek, die andern erzählen, zeigen Bilder, Filme, atemberaubend, ergreifend, erschütternd, reich, wach, kaum zu fassen. 
Und einmal mehr bin ich froh, die Bilder erst im Nachhinein zu sehen, den Klippenspringer, den Bergsteiger, die Afrikabusfahrtreisende. Einmal mehr aber bin ich auch zutiefst dankbar, dass sie gehen, hinaus in ihr Leben, nicht in meines, auch nicht in ein von mir ausgedachtes, nicht in ein von meiner Ängstlichkeit begrenztes, sondern in das ihre. Soll es weh tun – das ist meine Geschichte. 
Natürlich bin ich auch dankbar, dass sie wieder da sind, vorübergehend – und dass wir eine Waschmaschine habe.

Nun ist nur noch die Velofahrerin unterwegs. Sechs Tage trennen uns noch von der vielleicht ersten SMS 30 Minuten vor Ankunft. Bestimmt brechen sie bald auf, haben Poebene und Gotthard vor sich, und dann die vertrauten letzten Kilometer quer durchs kleine, enge, heimatliche Land.

Und vor meinem Fenster blühen die Rosen.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Sommerfülle

Man spricht miteinander diese Woche.
Über das Wetter.
Es ist nun 23:30 und immer noch 28° draussen, drinnen etwas mehr...

Aber bald ist es geschafft. Wenn die Berechnungen eintreffen, so wird es ab Samstag wieder erträglicher. Die sechs Kinder übernachten diese Nacht an sechs verschiedenen Orten und in vier verschiedenen Ländern. Einer davon habe ein Bild geschickt vom Felsband, auf dem er mit seinem Kollegen die Nacht verbringen möchte. Die Vorräte haben sie in ein Schneefeld gesteckt: "Unser Kühlschrank", sei unter dem Foto gestanden. Ich glaube, so langsam wird es doch Zeit, dass ich den Wunsch des Schülers erfülle und mich empfänglich für solche Millionen-Stern-Unterkünft mache. Oder zumindest für die Bilder davon. 

Sagte ich schon, dass ich am Abschiednehmen bin? Täglich letzte Male, letzte Wünschaustauschrituale, Auf- und Abräumen, kleine Feste. Gleichzeitig erste Sitzungen im neuen Kollegium, Einrichten des zukünftigen Klassenzimmers, Vorbereitung des Kennenlernnachmittages nächste Woche mit der zukünftigen Klasse, Riesenfreude. Noch scheint alles möglich zu sein.


Man kommt ins Plaudern, wenn Nächte heiss sind!

Dienstag, 20. Juni 2017

Erkenntnis

Was meinen Beruf zum Traumberuf macht? Dass ich immer wieder miterleben darf, wie sich ein je nach Kind verbissenes, verzweifeltes, gespanntes, fragendes, forschendes Gesicht auf einmal aufhellt, die Augen zu lachen beginnen, der Mund sich öffnet und ein glückliches, befreiendes "Achso!!!" aus der Tiefe aufsteigt und dann die Arbeit zu fliessen beginnt, Ordnung einkehrt in Atem und Schriftbild. Lehrerin sein heisst, eine "Mir-geht-ein-Licht-auf"-Begleiterin zu sein, eine "Licht-Moment-Chancen"-Schafferin, geführt vom Rätsel jedes einzelnen Kindes.

Sonntag, 18. Juni 2017

Vorbereitungen

Sollte ich mich in den kommenden Tagen nicht melden, so hat das mit diesen orangen Zahlen zu tun. Mir machen sie Angst. Als es letztmals so heiss war hier, waren Sommerferien. Ich bin früh aufgestanden, habe mich vor dem Mittag ins Haus zurückgezogen und dort gedöst, bis der Abend etwas Abkühlung brachte. Aber diese Woche ist Schule, Theater, Vortragsübung, Abschiedsapéro der erste, Sitzung an der neuen Schule, Pizzabacken mit den DaZ-Kindern, x Fahrten in stickigen, verschwitzten Trams... Ich bin ja unendlich froh, dass es mir kräfte- und kreislaufmässig wieder gut geht, aber wie bitteschön überlebt man solche Hitze? Wie sollen Kinder arbeiten und was? Wir werden wohl den Sommerwortschatz in Wasser auflösen und tiefkühlen und dann auf der Zunge zergehen lassen. Mit haben und sein werde ich es nicht so genau nehmen. Ob es jetzt heisst: "Ich habe Durst" oder "ich bin Durst" ist bei solch orangen Werten ja fast dasselbe.



Ein bisschen trösten wird mich das Wissen, dass es Menschen gibt, die das geniessen, wovor ich mich fürchte. 😎 Es fühlt sich dadurch nicht nach Kollektivlast an und schenkt Spielraum. Eine gute Woche an alle unter diesem Himmel!

Samstag, 17. Juni 2017

Standortperspektiven



Ein paar Blicke von heute morgen, welche mich mit Freude erfüllen.

Erinnerungsfreude
Ich spüre noch das Glück der Kinder, wenn früher diese Wiese gemäht wurde: Kaum war das Heu eingefahren, versammelte sich die ganze Kindergeneration des Quartiers zum Spielen. Das war der Beginn des Sommers. Vergangenheit.

Gegenwartsfreuden
Ein Wegweiser, auf dem soviel Biographisches vereinigt ist: meine aktuellen Schulorte, jener meiner Kinder und der zukünftige – im Licht.
Ein Brunnen, der mich mit Dankbarkeit erfüllt, dafür, dass wir sogar an einer Haltestelle an einer befahrenen Strassenkreiselkreuzung frisches Wasser trinken dürfen.

Zukunftsfreuden
Ich freue mich auf den Duft von Heu beim Einschlafen, beim Aufwachen, beim Unterwegssein.
Ich freue mich darauf, meine Wege nach den gelben Wegweisern zu richten.
Ich freue mich darauf, an den Brunnen am Weg meinen Durst zu stillen.
Noch drei Wochen – zwei in der Schule und eine am Schreibtisch, dann verreise ich erstmals seit vier Jahren wieder für ein paar Tage in "meine" Bergheimat. So ist es zumindest geplant.

Und vor meinem Fenster blühen die Rosen. Es kann nicht sein, dass man soviele Privilegien verdient, sonst wäre die Ungerechtigkeit nicht zu ertragen. Geht teilen, wenn ich mich dieser Fülle anvertraue?

Donnerstag, 15. Juni 2017

...

Manchmal denke ich an den schüchternen Zehnjährigen, wenn ich ihn sehe, staune aus der Distanz über diesen jungen Mann, der seinen Mut auf der Bühne des Lebens inszeniert, spielend, geniessend, unkonventionell, leise. Es macht mich dankbar, wenn ich spüre, dass ein "Kind" seinen Weg geht, seine eigene Kunst, die Flügel auszubreiten entdeckt und übt...



Mittwoch, 14. Juni 2017

Grüner blue win Gruss

Unheimlich genug wäre es ja gewesen, das Verschwinden der ganzen gesendeten Mails. Doch dann bemerkte ich in den letzten Tagen, dass auch Unterordner verschoben worden waren, umbenannt zum Teil, englisch beschriftet, und neue standen da in Reih und Glied, ohne dass sie mich gefragt hätten. Geht ja gar nicht, fand ich und wollte aufräumen, meine gewohnte Arbeitsordung wiederherstellen. Sicherheitshalber öffnete ich sie vor dem Löschen. Die ersten beiden waren leer. Dann klickte ich den dritten an.
Du ahnst es: Dicht an dicht standen sie da, lachten mich an und freuten sich bestimmt über mein langsam realisierendes Gesicht: All die verloren  geglaubten Nachrichtenträger. Ich habe ihnen versprechen müssen, dass ich sie in den Ferien sortieren und ordentlich ablegen werde. Dafür werden sie von weiteren Streichen absehen.

Und hier darf das einzige einigermassen brauchbare Samstagbild doch noch von Sommerfülle erzählen.

Dienstag, 13. Juni 2017

Heilblume

"FrauWind, das ist Ihre Salbe. Es ist die beste Salbe der Welt. Mir hilft die immer. Ich habe ihnen etwas davon abgefüllt. Ich hoffe ganz fest, dass sie Ihre Haut heilt, aber ich bin mir eigentlich sicher."


 
Wie rührend solch kindliche Fürsorge ist! Ob es mir gelingt, meine Vorsicht unbekannten Inhatsstoffen gegenüber abzulegen, ihr zuliebe?

Montag, 12. Juni 2017

Zwischenstation unter der Linde

Schön und seltsam zugleich, wenn das Zelt, welches man auf Bildern seit Jahren immer wieder auf allen möglichen Plätzen gesehen hat, für eine Nacht im eigenen Garten steht! Ich fühle mich geehrt, ein Teil einer Reisegschichte sein zu dürfen, eine Geschichte, die sich auf unzähligen Fahrradkilometern auffädelt, Perle um Perle, Ferienwochen um Ferienwochen. Danke, Frau rebis, für deinen Besuch, die vielen langen Gespräche, deine unkomplizierte Chaosresistenz.. Ich wünsche dir ein frohes, heilsames Unterwegssein in dieser zweiten Woche.



Samstag, 10. Juni 2017

Nichtprobleme

Nein, echte Probleme sind es nicht. Doch irgendwie stiess ich heute ständig gegen Widerstände. Es war der wärmste Weiterbildungstag in diesem ganzen Studienjahr. In der Mittagspause zog es mich mit Magnetkräften zum Holzraum oben auf dem Felsen. Doch dann liess sich die Türe nicht öffnen. Ich kann mich nicht erinnern, ob sie von ihnnen abschliessbar ist. Jedenfalls sass ich da auf einer Steinstufe, ass mein Mittagessen und schaute mir zu, wie ich versuchte, all das Schöne ringsum wahrzunehmen und die Enttäuschung meinen unflexiblen Vorstellungen zuzuschreiben. Auf dem Rückweg machte ich ein paar Bilder, welche völlig falsch belichtet worden sind. Farblos auf Struktur reduziert passen sie irgendwie zum Tag.



Zurück im Kurs  warteten dreieinhalb Stunden spannende Themen, die ich jedoch heute nur durch einen Schmerzensschleier wahrnehmen konnte. Meine Haut spielte derart verrückt, dass ich den Raum zeitweise verlassen musste, und wenn ich drin sass, hielt ich es nur mit grosser Mühe und Disziplin aus. Ich muss eine angespannte, unruhige Energie verbreitet haben, wäre vielleicht besser einfach gegangen. 

Nun komme ich nach hause, erhalte eine Nachricht, welche die Nachsendung einer Mail bedingt und finde meinen Postausgang – leer!!!! Alles weg, hunderte, viele, viele hunderte von Mails einfach nicht mehr da, eine ganze Epoche von Mailkontakten aufgelöst in Nichts. Kein echtes Problem, ich weiss, aber ein mittlerer Schock schon, und Trauer.



Freitag, 9. Juni 2017

Abschiedswunsch

Nun fängt es bereits an mit den Abschieden. Der erste Schüler war heute zum letzten Mal bei mir. Feiertage, Klassenlager und andere Umstände lassen all seine Stunden vor den Sommerferien ausfallen. "Was, Erstklässler?" ruft er erstaunt, als er von meiner beruflichen Veränderung erfährt. "Aber die schreien doch nur rum und können noch nichts. Trauen Sie sich das überhaupt zu?" Zum Schluss wünsche wir uns alles Gute für die nächsten Schritte und er ergänzt: "Darf ich mir noch etwas wünschen, Frau Wind? Ich wünsche mir, dass Sie für die neue Schule endlich ein richtiges Handy kaufen, am besten ein iPhone 7!" Wenn der wüsste, wie einstimmig er da mitklingt im Refrain meiner eigenen Jungmannschaft.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Hautsache

Ausgetrocknet. Steinworte, schwere. Zerrissen auf vielen Ebenen.
Meine Haut qält und zermürbt mich mit ihrer Gluthitze und Berührungsempfindlichkeit, und ich kann ihr und mir nicht helfen. Ich kann es nicht verstehen und nicht akzeptieren, dass dieses Kontaktorgan mich abschneidet von der Mitwelt, dass ein Teil von meinem Körper eine Fremdsprache spricht, und doch tut sie es, seit vierzig Jahren, immer wieder und immer länger. Man sieht es und man zeigt Betroffenheit, und ich kriege Ratschläge und Tipps, dass ich damit bald ein Buch füllen könnte. Unglaublich, wieviele Menschen "das auch hatten" oder jemanden kennen..., und dann die richtige Creme, die richtige Diät, die richtige Heilerin, die richtige Kur, die richtige Therapie, die richtige Medizin, die wahre Ursache gefunden haben. Und alle wünschen mir dasselbe. Es berührt mich, soviel Fürsorge zu spüren. Leider ist meine Haut jedoch in dieser Beziehung resistent.
Keine Ahnung, ob es sinvoll ist, darüber zu schreiben. Hier sieht man es ja nicht. Ich müsste nicht erklären. Doch manchmal hilft das Schreiben, manchmal löst es die Starre, die sich von der Haut in das ganze Wesen ausbreiten kann. Vielleicht ist heute manchmal.

Montag, 5. Juni 2017

Aufbruch

Das mit dem Déjà-vu ist manchmal fast unheimlich. Es rafft die Zeit und lässt die, die daneben steht, etwas hilflos zurück in scheinbarer Bewegungslosigkeit. Ich weiss, es ist unendlich viel geschehen in der Zwischenzeit, nur wenige Steine stehen noch so aufeinander wie damals, und trotzdem relativiert die Wiederholung manches und erschafft gleichzeitig Einzigartigkeit.

Über beiden Bildern steht "4. Juni"

hier 2012, 8:56, Sekunden vor

 
und hier 2017, 10:09, Sekunden nach dem Start.
 

Heute sollten sie am Genfersee ihre Zelte aufschlagen. Der Leiter hat gestern gesagt, er überlasse es ganz den Jugendlichen, wieviel und was sie nach hause kommunizieren wollen. Ich ahne, dass irgendwann in 4 Wochen die SMS kommt: "bin in 30 Minuten zurück." Der Tacho wird dann vierstellig km gezählt haben, der Meerwind und das Wasser während der 10 Tage auf den Segelschiffen wird das Haar blondiert haben, das Kind wird ein weiteres gosses Stück in die Ferne gerückt sein und als junge Erwachsene zurückkehren.
Déjà-vu und einzigartig.
Viel Glück!

Sonntag, 4. Juni 2017

...

Perfektion




von Angesicht



Sonst hat sie nichts gesagt.

Samstag, 3. Juni 2017

Leberwerte

Ach diese ungebetenen Leberkriechdinger immer wieder. Wie viel lieber würde ich sie abschütteln als ihnen zuzuhören. Immerhin erkenne ich manchmal, dass sie mich vor eine Wahl stellen: Will ich füttern, was mir nicht gut tut oder mich dorthin wenden, wo ich Energie und Licht spüre, gleichzeitig aber auch Vorwurf und Urteil? Mutfrage.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Berührung

Deine Sehnsucht nach mir ist meine Nachricht an dich.
All deine Versuche, mich zu erreichen,
sind in Wahrheit meine Versuche dich zu erreichen.
Rumi