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Samstag, 30. Juni 2018

Sommerferien Tag 1

Ferienbeginn. Die Gefühle ähneln sich jedes Jahr. 6 Wochen Chance und gleichzeitig riesige, liegen gebliebene Arbeitsberge, Aufbruchstimmung im Haus, am Vormittag das Treffen fürs Sommerlager auf dem Bahhofplatz, wo einige Lagerleiter ins Thema einführen,

mit klopfenden Herzen von TeilnehmerInnen und Eltern beobachtet, Vorfreude bei den alten Hasen, gemischte Gefühle bei den Neulingen. Die Altenhaseneltern freuen sich auf eine Woche "sturmfrei", jene der Neulinge versuchen, nicht zu zeigen, wie sehr sie das Loslassen noch üben müssen. 


Dann fahren die schrägen Vögel los 


und die schweren Rucksäcke, welche meist die Eltern noch hierher geschleppt haben, werden jetzt geschultert. 

Wie jedes Jahr kommt es mir vor, als würde das gelbe Monster die Gruppe verschlucken. 

Als alte Häsin ohne sturmfrei kehre ich nach hause zurück. Eine der Töchter ist eben aufgestanden, sucht Wäsche zusammen. Sie reise morgen nach Kopenhagen, erfahre ich. Die Waschmaschine beginnt ihren heutigen Marathon. Ich setze mich für den ersten ToDoListenpunkt an den Computer. Gestern hätte ich die Zusammenstellung meiner Weiterbildungen abgeben sollen, samt persönlichem Fazit zu jedem Kurs. So fädle ich mich durch Mails, Unterlagen, Erinnerungen, Protokolle und nehme mir vor, im neuen Schuljahr immer sofort.... wie jedes Jahr eben. Auf der Speicherkarte der Abschiedsbilder sind auch welche aus dem Schulzimmer der letzten Tage. Ich beginne damit zu spielen, vergesse die Zeit. Das ist vielleicht die grösste Ferienchance, dieses Vergessendürfen, diese Grosszügigkeit, die ich mir gegenüber in diesen Wochen erlaube.
Nun sind auch die beiden Langschläfer aufgestanden, zelebrieren Frühstück und erzählen sich von ihren Abschlussparties der letzten Tage. Das fühlt sich noch immer neu an. Sie sind so gross, so selbständig und glücksschmiedig unterwegs. Ich beobachte dieses Lebendigsein aus der Distanz, rieche das Gemisch von verschiedenen Duschmitteln, Shampoos, Kaffee und gerösteten Nüssen, höre das Lachen von Bruder und Schwestern, ihre Musik ist heute beschwingt, kein weckender, harter Bass wie sonst oft am Morgen.
Eigentlich steht jetzt das Schneiden der Hecke auf meinem Programm. Doch die 30° im Schatten mahnen mich zur Vorsicht. Dann sitzt die Dänemarktochter auf dem Rad, ruft tschüss, will in die Stadt zum Bahnhof fahren, von dort mit dem Zug in die Landershauptstadt an ein Theater, wird weit nach Mitternach zurückradeln und dann um sieben Uhr früh aufbrechen gen Norden. Die Schwestern umarmen sich zum Abschied, stellen dann fest, dass sie sich am 28. August frühestens wiedersehen werden, drücken sich daher noch einmal etwas fester und weg ist sie. Kurz darauf sucht einer seine Badehose und findet sie nach nervösem Durchwühlen aller möglichen Wäscheberge in seinem Schrank. Er wird sich beim Rheinschwimmen abkühlen. 
Ich lege einen Sechswochenplan auf den Familientisch. Bitte einschreiben, wann ihr die kommenden Wochen hier seid, schreibe ich dazu. Vermutlich wird er ziemlich leer bleiben.
Die Waschmaschine dreht zuverlässig ihre Runden.

Freitag, 29. Juni 2018

...

"Ich mag nicht eilen, nicht rasch mich bewegen, weil ich diesen Morgen trage wie einen zerbrechlichen Schatz, wie ein Wunder, welches sich auflöst, wenn es zu heftig oder zu laut wird, wie ein Reh, welches in Riesensprüngen in den Schutz des Schattenwaldes rennt, wenn es Bewegung wittert, wie ein Geheimnis, welches es zu schützen gilt vor den draufgängerischen Machern des materiellen Realismus. Dabei ist es dieser sanfte Ort, an dem das wahre Leben mit all seiner Verwobenheit sich nährt, ob wir es erkennen können oder nicht, ob wir wach sind oder schlafen." gb060716
was sind zwei Jahre?

Donnerstag, 28. Juni 2018

Feuer und Flamme

und Rauch. Ja, vorallem den sah ich, als ich heute früh kurz vor sieben talauswärts fuhr. In einer riesigen Säule stieg er im Gegenlicht auf und ich war mir nicht sicher, ob es nicht auch Dampf sein könnte von der Grastrocknerei in jener Richtung. Ich konnte den Rauch auch noch sehen, als ich zum Schulhaus kam, doch da ich mir selber erklärt hatte, dass gewiss irgendein Heuhaufen Funken gefangen hatte, machte ich mir keine weiteren Gedanken, bis eine halbe Stunde später eine Kollegin im Treppenhaus fragte, ob ich es gesehen habe, das Haus jenseits der Sortplatzes, welches abgebrannt sei. Jetzt eilte ich auf die Terasse und erschrak zutiefst. Mitten in dem Quartier, in welchem vier meiner SchülerInnen wohnen, stieg dichter Qualm aus einem verkohlten Dachgerippe. Wasserfontainen zielten mitten hinein. Was, wenn eine dieser Familien betroffen war? 
Zu meiner unendlichen Erleichterung standen sie dann aber bald darauf alle vier aufgeregt durcheinander erzählend vor mir. Und statt noch einmal an gestern Abend zu denken und uns gegenseitig zu erzählen von unserem Klassentheater, welches wir vor den Etern zum Schuljahresabschluss aufgeführt hatten, hörten wir Geschichten von Hunden, welche dir Nachbarin geweckt hatten und dann panisch wegrannten, als die Feuerwehr kam und seither verschwunden waren. Von der ganz alten Frau, die da alleine gewohnt hatte und in den Krankenwagen einsteigen musste, von Rauch, der in die Stube zog und Flammen, die aus den Fenstern schlugen, von Sirenenlärm, wecher die halbe Klasse in den frühen Morgenstunden geweckt hatte. Es roch nach Rauch im Schulzimmer. Ich denke an die Frau, den ganzen Tag denke ich an sie. Sogar während der Maturfeier des Sohnes fliegen meine Gedanken zu ihr, die in meinen Alpträumen ich bin. 

Mittwoch, 27. Juni 2018

Ja

Denke über die Erfahrungen nach, die dich verändert haben und die zu deinem Wachstum beigetragen haben. Je schöner und voller die Erinnerung ist, desto schwieriger kann man sich davon trennen. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Deepak Chopra

Samstag, 23. Juni 2018

rehcordare

Heute habe ich einen Brief geschrieben an eine Person, welche mir sehr nahe steht. Obwohl ich ständig mit ihr im Gespräch bin, ist dies doch das erste Mal, dass ich schreibe, und entsprechend ungewohnt hat es sich angefühlt. Vor dem Papier machen die Worte meist einen Halt, den sie beim Sprechen nicht machen, und dieses Zögern und Abwägen hat die Sichte verändert. Ich habe Dinge geschrieben, die ich nicht sagen könnte, habe Dinge nicht gesagt, die sich sonst ständig in den Raum drängen. Und als ich da sass, Herz und Ohren offen, hörte ich vom Wald her wieder das Reh rufen. Diesmal war es kein klagender Ruf, es tönte eher wie ein singendes Bellen. Mir klang es wie ein Diktat, ein unerwartetes, und ich folgte dem Klang durch den Wald und setzte die Worte in die gelegte Spur.
Als ich das Papier in den Umschlag steckte, entfernte sich das Rufen in grossen Sprüngen und wurde immer leiser, bis ich nicht mehr folgen konnte.
Ich bin gespannt, ob und wie dieser Mensch reagieren wird, wenn er auf die ungewohnten Worte trifft.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Sommer

Keine Ahnung, wann diese Linde zum letzten Mal in dieser Intensität ihre Blütezeit gefeiert hat. Die Bilder sind gestern abend entstanden, und wenn ich sie jetzt betrachte, weiss ich nicht, liegt dieser helle, weiche, strömende Duft noch immer in der Luft oder hat er sich mit diesem Anblick sosehr verbunden. 


Und ich weiss nicht, wann er letztmals so voller Bienensummen war. Ein einziges nicht endendes Klingen nach Sommer und Süsse und Wärme.

Wenn jede Blüte ein Gedicht wäre, so würde hier eine Sommerbibliothek den Himmel besingen.


Die Bilder lassen sich vergrssern. Man kann so noch besser in dieses Wesen eintreten (oder sich vorstelen, es zu tun)

Mittwoch, 20. Juni 2018

Siebenjährige

Es war mir fast unheimlich heute kurz vor Mittag, als ich der Klasse die Hausaufgabe erklärte. Fast alle hatten den ganzen Morgen fleissig und mit einer fröhlichen Grundstimmung gearbeitet, kamen immer wieder zu mir, um von ihren Entdekungen zu erzählen, hielten sich bei Spielen an die Lautstärkenregel.
Und dann eben die Aufgabe: "Sucht aus diesen Seiten eine aus, welche ihr zu hause lösen könnt." – Dürfen wir auch zwei?" – "Dürfen wir auch alle?" – "Kann ich die angefangen auch noch fertig machen?" – Kann ich auch bei der Mathe noch weiter arbeiten?" – "Echt, dürfen wir?"
Wahrscheinlich sah diese Begeisterung am Nachmittag inmitten all der Freizeitkurse und -termine wieder anders aus. Doch dieser Moment war so voller Entdeckungsfreue und Lerneifer, dass ich einfach nur froh, verdutzt, dankbar und etwas ungläubig dastand und ihnen beim Aufräumen und Packen zuschaute.
Heute ist das letzte Kind sieben geworden. Nun sind sie für zwei Wochen alle gleich alt, meine BaldZweitKlässlerInnen.

Traumjob, manchmal.

Montag, 18. Juni 2018

sie

und dann sind da noch sie...

Der ganzen Verwilderung meines Garten zum Trotz duften sie in feinster Vollkommenheit. Ihnen kann ich erzählen, ohne nach Worten zu suchen. Sie verstehen ohne Fragen mehr, als dass ich zu sagen vermag. Sie bauen Brücken, die ich ohne Furcht vor Misslingen betrete. Sie wachen über meine Träume vor dem Fenster und trinken vom Licht der Nacht, um sein Geheimnis am Tag zu verströmen. 


und hier noch einmal im abendlichen Dämmerlicht


Sonntag, 17. Juni 2018

Raum

Was für ein Glück, unter einem Lindenbaum schlafen zu dürfen, besonders wenn er blüht, duftet und summt.


Was für ein Geschenk, geschützt von einer lebendigen Wand schlafen zu dürfen.


Was für eine Ruhe, an die er mich erinnert, wenn die Wogen des Alltags mich erschöpft an das Feierabendufer gespült haben.


Samstag, 16. Juni 2018

Am Wegrand

In der Fussgängerzone spielt ein Junge Cello. Vor ihm auf dem Boden sitzt ein etwa zweijähriges Mädchen. Seine blonden, glatten Haare sind zu einem dünnen Schwänzchen oben auf dem Kopf zusammengebunden. Im Schneidersitz sitzt es da und schaut gebannt auf den Musikanten. Der kleine Oberkörper wippt leise im Takt vor und zurück. Der staunende Mund steht halb offen und eine süsse Zunge scheint mitgucken zu wollen, was da draussen so faszinierend tönt. Hinter dem Kind stehen die strahlenden Eltern. Es steht ihnen ins Gesicht geschrieben, wie sehr sie in ihre Tochter verliebt sind. Immer wieder schlendern Passanten zwischen den beiden Kindern durch. Alle schauen zum Mädchen, die meisten lächeln, manche drehen sich noch einmal zurück. Das Mädchen beachtet sie nicht. Es ist ganz beim Cello, beim Klang, beim Jungen. 
Dann ist das Stück zu Ende. Starke Vaterarme heben das Kind in die Höhe und setzten es in den Kinderwagen.
Ich wende mich ab, komme zu mir und merke, dass ich weine.

Freitag, 15. Juni 2018

...

Ich könnte davon berichten, dass ich heute erstmals seit drei Wochen wieder in meinem Bett schlafen werde, nachdem ich meine Matratze jede Nacht dorthin gelegt hatte, wo es gerade Platz gab, oft auch mitten in die Baustelle – auf eine Unterlage natürlich. Tue ich nicht. Ich könnte davon schreiben, wie ich die Abkühlung der letzten Tage genossen habe oder davon, wie sich das Schuljahr an allen Fronten mit intensiven Ausnahmezuständen dem Ende zuneigt. Lasse ich. Dann wäre da noch das Reh, welches vorhin, als ich das Bett frisch bezog, vom Wald herunter die längste Zeit – für meine Ohren – verzweifelt geschrien hat. 
Doch da ist dieser Satz, den ich heute früh aus einem Text herauskopiert habe, der sich von den Geschichten löst und alles in ruhiges Fliessen taucht. Er soll in die Nacht führen. 
Das wahre Glück ist eine Atmung der Seele.

Donnerstag, 14. Juni 2018

WM

WarteMinuten an der Tramhaltestelle gehören zu meinem Heimweg. Heute habe ich dem jüngsten Sohn geschrieben, nachdem ich kurz zuvor  erfahren hatte, dass in wenigen Stunden die FussballWM beginnt.

Das war eine heitere Warte- und später Fahrzeit.

Lieber J., hast gewusst?
Heute beginnt die FussballWM?
😎
Klar 😂
Also WM heisst WeltMeisterschaft
😇
Schonklar
Es könnte ja auch
WagenMiete oder
WunderMittel oder
WinterMorgen oder
WochenMitte oder
WasserMusik oder so heissen...
Oder WanderMeister
Genau!!
Oder WanderMuffel
Vielleicht aber auch WaldbeerenMüsli.

WürgeMonster wäre etwas brutal,
aber WolkenMorgen tönt angenehm kühl.
Da passt dein WM bestens zum Frühstück!

WartMal, ich bin gleich zu Hause.
Nur noch Wenige Minuten.
Dann können wir ja
WürfelMemory spielen
😅😅😅
Oder WasserMelonen
zeichnen
Vielleicht steht WM auch 
für die Beziehung zwischen 
Hund und Katz:
WuffMiau
Ja, warum micht?

Und dann war ich zu Hause, und er hatte leider nicht gesehen, dass ich die Wassermelonen bloss zeichnen wollte und nicht in der Tasche hatte, und ich machte mich an der WaschMaschine zu schaffen, während er die Gross(lein)wand einrichtete, um den ersten WM-Match zu schauen.

Dienstag, 12. Juni 2018

Hoch hinaus

Als ich nach hause komme, liegt eine Notiz in der Küche.
  
Bin noch weg, komme später, habe kein Handy dabei. 

Zwei Stunden später – es ist unterdessen beinahe dunkel – ist er wieder da.
Darf ich wissen, wo du warst? (Frau muss mit dieser Frage vorsichtig sein.)
Mit einer seitlichen Kopfbewegung deutet er auf die gegenüberliegende Talseite.

Ich war dort am Waldrand auf einem Hochsitz.
– ? –
Maturlektüre. 

Sonntag, 10. Juni 2018

Familienrechnen

Grundlage ist zur Zeit die Sechs, da die beiden StudentenWG"Kinder" auch hier basieren, quasi. Ich erwache durch Küchengeräusche. Der Älteste macht sich früh und diszipliniert wie immer in der Prüfungsvorbereitungszeit auf den Weg an die Uni, um zu lernen. Ich mache mir Kaffee und lege mich mit einem Buch zurück ins Bett. Was für ein Luxus! Morgennnebel im Tal, über dem Lindenbaum blauer Sommerhimmel. Als ich etwas später das Handy einschalte, kommen zwei nächtliche Nachrichten: "Komme doch nicht heim"  "Schlafe hier in ....". Ich gehe durchs Haus, um die Fenster zu öffnen, damit die frische Morgenluft hereinziehe, bevor die Hitze hinausgesperrt werden muss. Da steht noch eine Zimmertüre offen, ein leeres Bett ohne Nachricht ist auch eine Form von SMS. Es beginnt zu rechnen in mir. Als ich spät mit der Jüngsten nach hause kam, schlief der Älteste schon. Da waren es zwei. Irgendwann nachts hatte ich Autotüren gehört, Stimmen. Da muss der Dritte nach hause gekommen sein. Dann die zwei Nachrichten, einer nicht da, dafür einer schon wieder weg. In mir verschieben sich Farben, Geschichten, Gefühle, Einkaufslisten, Fragen, und irgendwann ist das aktuelle Bild komplett: Zwei müssen offenbar noch hier sein und schlafen. Wahrscheinlich wollen die dann Frühstück, wenn der mit der offenen Zimmertüre sein Mittagsgeschirr wegräumt. Mein Sonntag kommt ins Rollen.

Samstag, 9. Juni 2018

C wie Camping

Dann ist da eben noch das C. Es hat in der deutschen Sprache fast nur Zudienerstatus, steht aber doch mitten im ICH – und am Anfang von ganz vielen englischen Wörtern, die für uns völlig vertraut klingen. Wir spüren ihnen nach. Cowboy, cool, Computer oder eben auch Camping. Weiss denn jemand von euch, was mit Camping gemeint ist?
Das Gesicht der kleinen M. leuchtet auf und ihre Hand schnellt in die Höhe. "Das bedeutet, dass man über dem Feuer Marshmallows brätelt!"
Pars pro toto. (Aber das ist lateinisch.)

Donnerstag, 7. Juni 2018

Wort – Schatz – Erweiterung

Ich bin zur Zeit daran, ein neues Wort in meinen Wortschatz aufzunehmen. Und ich merke, dass ich kein 20 mehr bin, so schwer wie ich mich damit tue. Nomen, weiblich, vier Silben, im Duden nicht zu finden.
Selbstfürsorge.

Mittwoch, 6. Juni 2018

sechstersechster

Nix. Nix was mehr Anerkennung bekommt als unscheinbarer Alltag. Ausser die Vielfalt an kleinen aber gelebten Begegnungen im Schulalltag. Die geben Sinn, die gestalten Realität. Ich tue mich unendlich schwer mit der aktuellen Forderung, diese jungen Kinder zu bewerten, ihre Entwicklungen an Messlatten zu halten und mit Prädikaten zu versehen. Das fühlt sich so falsch an, so weit entfernt von dem, was ich als heilsam und sinnvoll erkenne. Und doch muss ich es tun, will ich mir und meiner Familie nicht die Beine absägen. Es braucht Kraft, wenn man tagelang beschäftigt ist mit dem Verstehenlernen von Computerprogrammen, die einem helfen sollen bei etwas, was so heftig Widerspruch auslöst. Die Kraft fehlt anderswo, dort, wo die Krativität fliesst und der Humor, dort, wo die Heilkraft des Wortes Stille erschafft. Dort haben sich Hilflosigkeit und Zweifel breit gemacht. In fünf Tagen schliessen die Eingabeportale. Dann habe ich es vielleicht hinter mir. Was aber, wenn es in mir bleibt, das drückende Gefühl, systemtreu auf Kosten der Jüngsten gehandelt zu haben? Bewusst. Zeugnis. Zeug nix.

Samstag, 2. Juni 2018

Samstagabendmoment

Jetzt ist diese Woche vorbei. 
– und in dem Moment realisiere ich, dass ich das Zimmer frei geben muss.
Dann schreibe ich eben später von meiner Erleichterung, vielleicht. 

Morgen wird kein Wecker klingeln. Was für ein Luxus!
Und der Satz, den ich heute von meinem zweitletzten Ausbildungstag mitgebracht habe, handelt von der Sprache. Aber er steckt noch im Rucksack.
Morgen mehr.
Vielleicht.