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Freitag, 31. März 2017

Feiern

 Mit unzähligen Blüten,

 
gefüllten Platten


 und über 30 jungen Gästen ...

 
... feiern sie Abschied auf Zeit. Das Haus ist erfüllt von Duft, Stimmen, Lachen und Freundschaft. Ich freue mich für sie und über diese jugendliche Kraft.

Donnerstag, 30. März 2017

Abendhimmel


 
Ich finde kein Gedicht, das passend wäre heute, das mit mir über den aufgehenden Kirschenblüten zur Sichel dort oben hochblicken würde und versuchte zu erspüren, wie winzig klein und nichtig meine Bündel wirken, die ich seufzend zu Boden stelle um innezuhalten, wenn sie besehen werden von dort. Wo begegnen sich die Blicke und wo beginnt die Stille, der Sorge das Gewicht abzunehmen?

Dienstag, 28. März 2017

Umstellung

Oft genug habe ich in den letzten Tagen geseufzt und gegähnt über die Zeitumstellung. Doch jetzt, nach einem langen Arbeitstag mit fordernder, emotionaler Sitzung zum Dessert nach hause zu kommen, von Vogelgezwitscher und Blütenduft begrüsst zu werden und in einer sonnendurchfluteten Küche mich mit Feierabendluft betrinken zu dürfen, das wirkt sosehr versöhnend, das tut so gut, das schenkt dem Tag und den Tagen der nächsten Monate eine Qualität, in der ich Weite und Freude spüre. Der Kloss in mir, der mit den schwindenden verbleibenden Nächten wächst, löst sich dadurch nicht auf. Er wird aber heller. (Ich brauche nun nur noch eine Hand zum Abzählen.)
Und ab morgen bis Mitte April kann ich gute Gedanken brauchen, eigene sowieso und gut gemeinte durch den Aether von Herzen gerne. 
Das Abendlicht möge auch euch erreichen.

Samstag, 25. März 2017

Zärtlichkeit




Donnerstag, 23. März 2017

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ab heute lassen sich die verbleibenden Nächte an den Fingern abzählen. Mutterbiografiefixpunkte halt, Anlass zur Freude eigentlich, aber das ist eine Geburt ja auch, und trotzdem gehören die Schmerzen dazu. Morgen vor einundzwanzig Jahren habe ich das zum zweiten Mal erfahren. Daher werden wir erst einmal feiern, und danach zähle ich weiter.


Dienstag, 21. März 2017

heute



Weil heute Word Down Syndrom Day ist, und weil das DS auch ihre Brücke war in dieses Leben, darf sie wenigstens mit ihrem Blick wieder einmal vom Reichtum erzählen, den sie mitgebracht und hier gelassen hat.

❤️ Mirjam ❤️
 


Ich wünsche euch, die ihr heute vorbei kommt, einen zartgrün klingenden Frühlingsanfang.

Montag, 20. März 2017

Reisenotizen 13

Manchmal, wenn die Sehnsucht nach Namen ruft, setzt sie sich auf jene Bank unter den jungen Eichen und lauscht und schaut und kommt zur Ruhe, bis die Erinnerungen wieder erwacht an die Fraglosigkeit, an die Weite, an dieses bedingungslose Ja zum Sein, und über ihr kreist still und kraftvoll der Adler.

Sonntag, 19. März 2017

Schönstes


Die Felder werden immer satter von diesem frischen Grün, und mit ihrem obersten Rand berühren sie den Wald, fast immer noch winterlich schwarz – er, aber nur fast. Es liegt ein Schleier über den kahlen Kronen, und die Trauerweiden tragen hellgrüne Hoffnungskleider, die im Wind ihr Frühlingslied tanzen. Alles so sacht, so voller Geheimnis.
Schöner kenne ich es nicht.

Samstag, 18. März 2017

Samstagnachmittag

Kino, Jugendgruppe, Festival, Fussballtournier, Lagervorbereitungstreffen.... Alle sind ausgeflogen. Ich bin allein zu Hause, allein mit Wäsche, Formularen, Dativ und Akkusativ, Zehnerübergang und Zopfteig und mit dem Wind auf der anderen Seite der Fensterscheibe. Heute werden sie alle wieder heimkommen. Aber es dauert nicht mehr lange, da werden sie gehen und nicht zurück kommen und ich werde bleiben. Ich beginne zu üben, das Warten auf die Rückkehr zu verwandeln in etwas Neues. Noch nennt es mir seinen Namen nicht, noch fühle ich mich als Anfängerin, einmal mehr. 
Der Wind ruft. Ich möchte seine Sprache besser verstehen lernen.

Freitag, 17. März 2017

Schuppenschnipsel


Ein Bild heute, wenigstens ein Bild. Ein Blick. Bühnenblick. Lebensbühnenblick. Lebesbühnenblickdistanz. Lebensbühnenblickdistanzmoment. Jeder in jedem. Manchmal stelle ich mir vor, in wievielen Menschen und deren Lungen drin die Luftteilchen schon waren, welche ich gerade einatme. Manchmal tagträume ich wie es wäre, wenn die Schuppen von den Augen fallen würden und wir sehen könnten, was wir nicht sehen, aber eben doch wahrnehmen, misstrauisch, weil wir doch eigentlich den Augen trauen, den geschuppten. Spielt froh weiter, ich tu es auch.

Mittwoch, 15. März 2017

Stimmung

Wenn wir wüssten oder wenn es uns bewusst wäre...

Jedenfalls ist es mir heute wie ein Lichtstrahl ins Bewusstsein gedrungen, als ich auf dieses mir unbekannte Sekretariat anrief und von einer so freundlichen, offenen Stimme begrüsst und gleichsam willkommen geheissen wurde, dass es mir war, als schmelze in einem einzigen Augenblick das ganze starre Eisangstkorsett in mir drin und meine Energie beginne wieder zu fliessen.

Wenn wir es im Bewusstsein hätten, welch kraftvolles Instrument uns mit unserer Stimme zur Verfügung steht und dass wir mit dem Wie das Was unserer Worte in heilsame Wärme hüllen können, dann könnte so manche Alltagsbegegnung sich in einen Mutmoment verwandeln.

Und wo ich es nicht vermag, kann ich hellhörig werden auf die eigene Stimmung und ihr meine Neugierde schenken.

Dienstag, 14. März 2017

Reisenotizen 12

Es scheint in ihrem Leben ein Thema zu geben, das sie noch nicht genügend ausgeleuchtet hat. Warum sonst würde es immer wiederkehren?
Vertrauen ist dann am anspruchsvollsten, wenn der Boden wegbricht und sie sich zu schwimmen gezwungen sieht, obwohl sie gemeint hat, die Kraft würde ihr dafür fehlen, jetzt, wo sie eben erst aus dem Wasser gestiegen und sich aufgewärmt und getrocknet hat.
Sie möchte jemandem sagen ich brauche dich jetzt und weiss niemanden, dem sie sich zuzumuten wagt, war sie doch selber auch nicht da in den letzten Monaten und Jahren.
Wenn es bloss einfacher wäre, existenzielle Sorgen vor den Kindern zu verbergen, denkt sie und krümmt sich unter den Bauchschmerzen, die ihr der Kloss da drin bereitet, heimlich, hinter geschlossener Türe, bevor sie wieder Normalität zu spielen versucht.

Sonntag, 12. März 2017

Sonntagabend

Die grösste Herausforderung, welche die Pubertät für mich als Mutter bereit hält, ist die treffsichere, schonungslose, kompromisslose Konfrontation mit meinen eigenen Schwächen. Die grösste Chance, welche die Pubertät mir als Mutter bietet, ist die treffsichere, schonungslose, kompromisslose Konfrontation mit meinen eigenen Schwächen.

Freitag, 10. März 2017

Ferienende

Zwei wundersame oder heilsame Ferienwochen gehen heute zu Ende. Morgen wartet ein nächster Weiterbildungstag, und am Sonntag müssen die Vorbereitungen noch ausgefeilt und gestaltet werden. Die Schüler sind seit einigen Tagen schon wieder sehr nahe im Bewusstsein.
Zum ersten Mal seit meinem Wiedereinstieg ins Erwerbsleben habe ich mit einer gewissen Gelassenheit in die unterrichtsfreien Tage hinein und jetzt auch wieder daraus heraus finden können. Zum ersten Mal seither habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt, auch wenn es nur zur Bewältigung eines beachtlichen Flickwäscheberges war. Zum ersten Mal seither habe ich es geschafft, mich mit ein paar Menschen zu treffen, mit denen ich zum Teil seit Jahren davon gesprochen hatte. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten habe ich an den ersten Morgen ausschlafen können, habe 10-Stundenschlafnächte erlebt und bin tagsüber zusätzlich auf dem Sofa eingeschlafen. Zum ersten Mal seit letztem Sommer gab es einen Tag ganz ohne Schmutzwäsche vor der Waschmaschine. Zum ersten Mal seit fast einem Jahr, hat sich die Haut an meinen Händen soweit beruhigt, dass keine neuen offenen Risse mehr entstanden sind, dass ich sogar zu hoffen wage, dass nächste Woche die kleinen Hände sich nicht schüchtern und irritiert zurück ziehen, wenn es gilt, sich im Kreis die Hand zu reichen. 
Ich bin so froh und dankbar, dass der Frühling mit seinem Licht wieder da ist und die Amsel mit ihren Liedern.

Fundstück

Deine Aufgabe ist nicht, nach Liebe zu suchen, sondern nach den Barrieren in dir selbst, die du gegen sie aufgebaut hast. — Rumi

Mittwoch, 8. März 2017

Rückschnitt

"Hauptsache, dem Baum geht es gut", habe ich dem Bauern immer wieder gesagt, als wir letzten Montag die Bäume im Garten angeschaut und den Rückschnitt besprochen haben. Ich hatte am Tag zuvor diesen Beitrag von Iren gelesen und war mir überhaupt nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee war, die vier Obstbäume im Garten zu schneiden. Der eine, ein ziemlich alter Boskopbaum, wächst bereits ins Haus resp. muss nach dem Lüften immer wieder nach draussen geschoben werden. Der Kirschbaum trägt die meisten Früchte in Höhen, die mit der Leiter nicht zu erreichen sind und der jüngere Apfelbaum hat so viele senkrecht schiessende Triebe gebildet, dass er einem Punk mit seiner Frisur zu gleichen begonnen hat.
Heute war er nun da, der Fachmann aus dem Dorf, stand im Baum, stieg wieder hinunter und schaute ihn mit Abstand an, diskutierte mit seinem Mitarbeiter, ob dieser oder jener Ast wohl der richtige sei, kletterte wieder in das dichte Geäst, löste ein paar Zweige und rang dann um die nächste Entscheidung.



Nach drei Stunden war es viel heller, und vor mir standen nicht etwa Krüppel, sondern verjüngte Lebewesen, die aufzuatmen schienen und eine gesunde Form bekommen hatten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihnen gut geht. Und mir mit ihnen.

Dienstag, 7. März 2017

Gratis Emotionen

Ab sofort bekommt man dort, wo ich meist einkaufe, Emotionen gratis. Das heisst, man muss etwas kaufen, dann bekommt man sie gratis. Klar, oder? Sie haben Saugnäpfe als Füsse und lassen sich so zum Beispiel an Fensterscheiben kleben. Man kann sie aber auch verwenden, um die persönliche aktuelle Stimmung zu signalisieren. Auf den Tellerrand oder auf den Computer gesetzt, versteht sie jede und jeder. So spart man gleich doppelt, einmal beim Einkaufen, wo man sie nicht bezahlen muss, und dann beim Kommunizieren, wo man ohne Worte auskommt.  
 
😎


Montag, 6. März 2017

zulassen

Sie hat soviel über das Loslassen nachgedacht und nachgespürt, sosehr, dass sie nicht gemerkt hat, wie dieses Üben sich verbunden hat mit ihrem inneren Antreiber, welcher das Loslassen zu fordern begann. Dadurch trennte sie sich von diesem inneren Wissen und begann den Druck zu spüren, alles loslassen zu müssen.
Sind es die Frühlingsstürme, sind es Begegnungen im Traum oder Gedanken, welche sie an die Hand nehmen, sie kann und will es so genau gar nicht wissen oder benennen: Sie fällt sanft und ohne Angst hinein in einen tiefen Ozean der Fraglosigkeit und sieht und weiss und wird erfüllt von unendlicher Dankbarkeit: Das Leben hat sie durch Momente und Begegnungen geführt, die jenseits von Zeit und Schuld und Begrenzung sie geformt und geöffnet haben. Diese Momente und was sie geschenkt und zum Leuchten gebracht haben – und es sind nicht wenige – braucht sie nicht loszulassen, weil sie sie gar nicht hält, sondern weil sie in ihr und um sie sind, weil es Blicke sind über die Begrenzung hinaus, weil darin Kraft und Weite liegt und Leben. Ihr Leben. 


Freitag, 3. März 2017

Reisenotizen 11

Im Wald, der ein Teil ihres Zuhauses ist, wachsen unzählige Bäume, und jetzt, da sie mit dem Frühling schwanger stehen, bereiten sich unendlich viele Knospen auf ihren Aufbruch vor. Doch es ist ein einziger Spross mit seinen winzigen Knospen, der sich mit ihr verbunden hat, der eine Schicht tiefer in ihr Leben hinein wächst als alle andern, weil er sie damals so geführt hat.

Er sieht schwach aus zur Zeit. Seine Knospen sind klein und irgendwie trocken. Sie weiss nicht, ob sie Leben in sich tragen und spürt, wenn sie es sich sosehr wünscht, wie wenig es in diesem Geschehen um ihre Wünsche geht.




Mittwoch, 1. März 2017

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