Seiten

Donnerstag, 31. März 2016

Umzug

Eine Strasse weiter sind zwei Menschen am Packen. Morgen ziehen sie aus ihrem Haus und Garten hinaus, verlassen das Dorf und fangen in einer Stadtwohnung neu an. Es sei Zeit, den Raum einer jungen Familie zu überlassen, sagen sie.
Es sind zwei Menschen, welche sich intensiv für das Dorf eingesetzt haben, für die Benachteiligten ebenso wie für die Recourcenbegabten. Nein, eigentlich haben sie bei jedem das Potential aufgespürt und daran geglaubt, Mut gemacht, es einzubringen. Vieles, was als Initiative begonnen hat, ist nun Teil unserer offenen, speziellen Dorfkultur. Sie haben es riskiert, mit ihrem überzeugten Einsatz sich nicht nur Freunde zu machen, sind an der Gemeindeversammlung aufgestanden, haben klar Position bezogen, haben zuletzt für menschenwürdige Bedingungen für die jungen Eritreer sich eingesetzt, ihnen ermöglicht, mit der Dorfbevölkerung ein eritreisch bereichertes Dorffest zu feiern...
Sie hinterlassen leuchtende, gemeinschaftsbildende Spuren, die beiden.
Selten habe ich Menschen kennen gelernt, welche so jung geblieben sind weit jenseits des Rentenalters, so mutig, offen für Neues, für neues Denken, neue Umgebungen, neue Lebensformen. Immer war in Gesprächen und Begegnungen zu spüren, dass sie mitten in lebendigen Prozessen unterwegs waren, Schmerz und Begeisterung, Ringen und Geniessen, Nähe und Ferne, Säen und Ernten standen in erwachsenem Dialog. Ihre Türen, die äusseren und die Herzenstüren, standen offen oder waren klar kommuniziert geschlossen. Noch vor wenigen Wochen stapfte ich müde den Berg hoch an ihrem Haus vorbei, als sie vom Balkon her rief: "Wir haben zu viel Suppe. Magst du kommen und mitessen?"
Früher, als ich den steilen Weg täglich mit vier oder fünf kleinen Kindern bewältigen musste, legte sie fast täglich in ihren Milchkasten, der von der Strasse her zugänglich war, ein kleines Geschenk, einen Ballon oder einen Stein, einen Stift oder Seifenblasen.... und senkten damit die Steigung um etliche Prozent.

Und nun gehen sie. Ich bin ihm letzte Woche noch einmal am Wald begegnet. Es sei anstrengend, wochenlang nur Dinge wegzuwerfen, sich zu trennen von Lebensbegleitern, aber es tue auch gut, erzählte er und warf den Stock hinaus aufs Feld, um ihn kurz darauf von seinem Hund wieder zurück zu bekommen.

Auch ich ziehe nun um, endgültig, verlasse den sosehr vertrauten Schreibraum, der mich durch schwierigste und prägendste Zeiten begleitet hat. Ich habe darin leben geübt, als es im Äusseren fast nicht mehr ging. Ich habe der Verzweiflung Sinn abgerungen und Schritte gewagt, habe in sprachlosen Zeiten mein Staunen hinein gebettet und manchmal im Spiegel meiner eigenen Worte mich aufzurichten gelernt.
Wieviel Aufeinander zu möglich wurde, ist nicht zu beziffern, ist Geschenk ohne Ende und hier und heute auch Schmerz.

Mein Umzug hat andere Gründe als jener der beiden junggebliebenen Menschen. Und doch verbindet mich heute die Dankbarkeit und der Mut zum Loslassen mit ihnen.
Was ich ihnen wünsche, wünsche ich uns allen: Dass in jedem Aufbruch die Gnade erfahrbar werden darf, dass niemals endet, was unser Herz ruft.

Montag, 28. März 2016

Heckendialog

"Ich wachse dem Licht entgegen!"
"Ich suche meine eigene Richtung!"

"Mir ist es wichtig, flexibel zu sein."
"Ich lasse mich nicht verbiegen." 

"Ich warte mit der Blüte, bis ich keinen Frost mehr fürchten muss."
"Ich riskiere alles. Das macht mich stark."



Sonntag, 27. März 2016

Ostern

Frohe Ostern gewünscht, Eier gefärbt – wirklich schöne pflanzengefärbte Eier, Osternestchen aus Zopfteig gebacken, Überraschungen für alle grossen und nicht mehr kleinen Kinder versteckt, ein gemütliches Frühstück mit den Kindern genossen, das Halleluja von Händel gehört, wenigstens die ersten Takte, eine Bachkantate zum Tag gefunden, und wieder weggeklickt, einen bestimmt wirklich guten Text gelesen zur Liebe, die bleibt, eine Botschaft bekommen mit tiefen Gedanken zur Auferstehung, weise Wortgeschenke aufgespürt wie früher die Kinder es mit den Eiern im Garten getan haben, am offenen Fenster gestanden und der vogelstimmengetränkten Regenmelodie gelauscht, ...

Aber der Osterschalter in mir hat sich nicht umgelegt. Das Feuer hat den Kloss in meinem Hals nicht erreicht. Die Arbeit ist nicht zu Ende. Die Friedensskulptur hat durch den Grabstein keinen Schlussstein gefunden. Die Frauen eilen mit ihrer Botschaft an mir vorbei. Ich bleibe leer vor dieser Fülle sitzen.
Der klebrige Begleiter neben mir erklärt etwas von Scham, verpasster Chance und Versagen, aber auch das ist keine Einladung zum Tanz.

Sollte man schweigen, wenn man kein Glück zu verkünden hat? Das ist meine Osterfrage.

Samstag, 26. März 2016

vorösterlich digital

Ich wollte heute endlich mal wieder Bilder teilen, Blütenbilder, Knospenbilder. Der Schlehdorn ist seltsam zögerlich dieses Jahr. Obwohl die Blütenknospen schon Mitte Februar anschwollen und ich überzeugt war, dass mit einer rekordfrühen Blüte zu rechnen sein würde, öffnete sich bisher keine einzige, später als je verharren sie in dieser Vor-Explosionsdichte. Die Hecken sind noch durchsichitg. Ich bin allerdings fast sicher, dass das milde Frühlingslicht heute Fäden webt zwischen die Dornen – Lichtfäden, grüne.
In den offenen Fenstern stehen Tulpensträusse, Geburtstagblumen in allen Farben. Wenn die Gedanken schweigen, die schweren, bremsenden, lösungssüchtigen, dann hat das Herz die Tanzfläche für sich allein und beginnt sich zu dieser Frühlingsfestmusik zu regen.

Gerne hätte ich etwas davon geteilt. Der grosse Sohn, der auf Osterlernurlaub zu hause ist, hat meinen Computer soweit in Ordnung gebracht, dass er endlich wieder laden könnte, doch dann stellte sich nun heraus, dass der zweite Sohn, welcher meine Kamera oft und gerne ausgeliehen hat in letzter Zeit, diese so eingestellt hat, dass Fotos in einem "für mich" unlesbaren Format abgespeichert werden. Daher also vorerst keine sichtbaren Knospen. Die Tochter in Paris lässt sich via Skipe coachen beim Torten backen. Die Mutter sitze vor dem Computer und malt Familienbilder mit Tasten.
Irgendwie schon verrückt, wie diese digitale Welt das Leben bestimmt.

Die Eier werden nun aber in Handarbeit in Ostereiern verwandelt.

Mittwoch, 23. März 2016

Vollmond

Als ich realisierte, dass ich ihn "drüben" eingestellt hatte, liess ich ihn dort stehen. 

Ich bin so sprachlos seit gestern.

Dankbar, dass andere schöpfen aus ihrer Kunst zu schreiben, zu malen, zu formen, zu tönen.

Hier laufen die Vorbereitungen auf einen 20. Geburtstag. 
Es soll ein froher Tag werden, ich soll aus den ganzen vorhersehbaren Stolpersteinen eine Friedensskulptur bauen, sagt es in mir. 

Montag, 21. März 2016

Herüberklang

Die privaten Wirren der vergangenen Jahre haben mich musikalisch ziemlich heimatlos gemacht. Viele Monate lang konnte ich überhaupt nichts mehr hören von dem, was ein Leben lang meine vertraute klingende Welt gewesen war. Ich suchte nach Neuem, entspannte mich in die Klänge, die aus den verschiedenen "Kinder"zimmern tönten und pochten und machte einen riesigen Bogen um alles, was Erinnerungen, Geschichten und Verletzungen in mir aktivierte.

Langsam wird es ein Bisschen ruhiger. Ich kann, wenn es mir gut geht, ein paar Takte durch mich fliessen lassen und gestern habe ich mich erstmals wieder für ein paar Minuten eingelassen auf eine Berührung. Vielleicht war es die Weichheit, welche der Tag geschenkt hatte, vielleicht das Verneigen vor dem Sterben abseits des Schreckens, vielleicht eine Entspannung, welche Trost zuzulassen vermochte. Ich weiss es nicht.

Es ist vorallem das erste Instrumentalstück, welches so versöhnend gewirkt hat. Ich teile es heute und hier, weil heute auch der Geburtstag von J.S. Bach, dem Komponisten, ist.





Sonntag, 20. März 2016

Hinübergang

Mein ganzer Frühlingssonntag hat sich die Flügel dieser Morgenstimmung geliehen, hat sich tragen lassen durch die zarten, hellen, weckenden Grüsse an der Schwelle zu neuem Erwachen.
Nicht nur die Freude auf das Kommende, nicht nur das Staunen über die anschwellenden Knospen, nicht nur der innere Tanz zu den Rhythmen des klingenden Waldes und das verträumte Licht über den noch leeren Feldern erfüllten mich mit stillem Glück, auch das, was ich dahin gehen liess: die dunkle Jahreshälfte, die kalten Monate, die Tiefe vieler inneren Kämpfe und Umwälzungen, das Zusammenziehen und Reduzieren der äusseren Fülle, auch alldies legte ich voller Zartheit in den ziehenden Zeitenstrom.
Schwellendank.

Sterben

Dieses wundervolle, staunende Stehen und Erspüren möchte ich heute teilen.
Es ist mir bei ihr begegnet.

Zarter Augenblick

Dieser zarteste aller Augenblicke,
wenn die Durchsichtigkeit
deiner Flügel dich davon trägt,
in die Weite – die beim Verlassen
noch Angst macht,
doch die dich dann in ihr Blütenmeer
aufnimmt und dich erfüllt mit der
Unsagbarkeit des All-Eins-Seins.

Dieser zarteste Augenblick,
wenn der Abschied von dieser Welt
deinen Körper erzittern lässt
und die Verletzlichkeit unseres Seins,
dein Herz bricht und dann,
dieser einzelne wundersame Schmetterling kommt
und dich tragen wird,
auf seinen Flügel und du landest
hinein in die Wolken der Erlösung.

Dieser zarteste aller Augenblicke,
wenn die Brücke zur anderen Dimension,
wie ein sanfter Nebelhauch von deinem Herz
zu Gottes Herz dich führt.

Dieser zarteste aller Augenblicke,
ist die Reise, wo das Allein sein noch einmal gefordert wird..

ein letztes Mal, bevor die Erinnerung
wie eine Woge hellster schönster Sonnenstrahlen
dich durchflutet
und alle Angst vergessen lässt.

Dieser zarteste aller Augenblicke …

Moksha

Freitag, 18. März 2016

verkohlter Fingerzeig

Gestern abend  – es war schon dunkel – nach einem ellenlangen Schultag mit anschliessender zweistündiger Feuerwehrnotfallübungsinstruktion im Schulhaus, realisierte ich, dass ich die Zutaten für die Pausenbrote der Kinder einzukaufen vergessen hatte. Die Vorratskammer gähnte mir phantasielos leer entgegen. Weil sich jedoch eine ziemlich ausführliche Aufgabenhilfestunde abzeichnete, entschloss ich mich, einen Teig zu kneten und ihn in der Prozentrechenhitze aufgehen zu lassen.

Um halb elf schob ich dann vier Brötchen in den heissen Ofen und eilte an den Computer. Der Bruder, welcher einen runden Geburtstag feierte, sollte wenigstens ein paar Zeilen von seiner ältesten Schwester erhalten. Dummerweise liess sich das Video, welches ich dafür abgespeichert hatte, nicht einbetten, sodass ich nach Alternativen zu suchen begann und dabei auf einen sehr interessanten Link stiess. Das eine Stichwort weckte eine neue Frage, ich suchte weiter und erinnerte mich nach vielen Wellen und Kurven endlich daran, dass ich ja eigentlich gratulieren wollte.
Fast zu müde zum Aufstehen schleppte ich mich irgendwann Richtung Nachtruhe, als ein seltsam rauchiger Duft mich schlagartig aufweckte. Ein Blick auf die Uhr, einer in den Ofen und dann ein tiefer Seufzer.
Wäre ich mir gegenüber gestanden, ich hätte mich einfach in den Arm genommen und getröstet: Es ist genug, und nun geh schlafen.

Die steinharten, schwarzen Brotkohlenstücke habe ich heute früh dann ins Feuer gegeben, damit sie uns wenigstens etwas Wärme schenken durften.

Donnerstag, 17. März 2016

geteilt in den Morgen



Unsere GRÖSSTE Angst! Wie WAHR!
Posted by Die Köpfe der Genies on Mittwoch, 6. Januar 2016

Mittwoch, 16. März 2016

Treffsicherheit

"Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Dinge ich an Elternabenden erfahre, von denen ich keine Ahnung hatte."
"Du bist ja auch fast nie zu hause, sodass man etwas erzählen könnte."

Montag, 14. März 2016

Übfe(l)der

 

Ich mag es gar nicht, wenn ich andere Menschen erzürne. Diese Haltung ist so tief verinnerlicht, dass ich ein Leben lang alles getan habe, um es nicht so weit kommen zu lassen. Das Resultat ist eine riesige Anpassungsleistung, der Preis dafür ein kaum vorhandenes Vertrauen in meine Entscheidungen.
Heute kommt beides zusammen, wieder einmal. Und weil ich heute an einem Punkt stehe, von wo aus ich dieses Hergebrachte wie eine Aussenstehende zu beobachten übe, spüre ich den Sog hinein in die Flucht vor mir selber mit übergrosser Deutlichkeit.

Übplatz: Bloggerland.
Übsituation: alter Blog kurz vor der Schliessung, der Wunsch, treue Immernochleserinnen, zu denen keine direkte Kontakaufnahme möglich ist, mitzunehmen, ohne gleichzeitig die halbe Verwandtschaft und Nachbarschaft mit herüber zu holen, weil diese Mischung aus Anonymität und Nähe soviel Zündstoff an den Tag legt. 
Übstrategie: Rätselpost mit WindWortLink als Lösung
Übreaktion: Frust- und Ärgermails von resignierten Pfadsucherinnen.
Übung: Mich nicht entschuldigen, das Post nicht vom Netz nehmen, dazu stehen, dass ich es mit Freude verfasst und frei gegeben habe, akzeptieren, dass ich zwar verantworte, was ich sende, nicht aber in der Hand habe, was dies bei anderen auslöst, vertrauen, dass schmerzhafte Momente die lehrreichsten sein können, wenn ich mich ihnen nicht entziehe.

Die brave Schülerin in mir würde so gerne fehlerfreie Arbeiten abliefern. Die wachstumsbegierige macht sich den Wind zum Lehrer.

Ein herzliches Willkommen allen, welche hergefunden haben und herfinden. Ich verspreche in keiner Hinsicht Perfektion. Übungshalber.

Sonntag, 13. März 2016

Windstille

Das Bötchen schaukelt leise auf dem fast spiegelglatten Wasser. Es ist still, hie und da ein leises Spritzen und Glucksen, vom fernen Ufer her das stetige Brummen der Alltagswelt. Entspannt leuchtet das Segel im fahlen Licht des Morgens. Ich schenke ihm mein Schweigen und lasse das Warten hinabsinken in die Tiefe.

Freitag, 11. März 2016

bist man ich?

Nichts zu wissen als dass du gar nichts weisst und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als du willst vielleicht.


oder
Nichts zu wissen als dass ich gar nichts weiss und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als ich will vielleicht.

oder
Nichts zu wissen als dass man gar nichts weiss und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als man will vielleicht.

Mittwoch, 9. März 2016

gegenwärtig

Es ist wohl normal, dass es rüttelt und unsicher macht, wenn Neues sich nähert. Es ist ein Moment, der schonungslos mit dem Altvertrauten konfrontiert, mit dem, was man hinter sich lassen will und an das man dann doch klammern möchte, weil die Sicherheit damit verhaftet ist. Ich versuche standhaft zu bleiben, mich nicht abzuwenden, nicht zurück zu weichen, sondern dem ins Gesicht zu blicken, was ich noch nicht sehen, aber sehr wohl spüren kann.

Auf dem heutigen Morgenweg durch den Wald hingen letzte Nebelschwaden zwischen den Stämmen. Dass ausgerechnet sie es waren, welche das Sonnenlicht sichtbar machten, gab mir zu denken.

Montag, 7. März 2016

Zwischenzeilen

Manchmal hörst du schon in der Frage

die dringende Hoffnung mitschwingen,

dass du mit

"danke, mir geht es gut"

antworten mögest.

Sonntag, 6. März 2016

Momente

Manchmal weiss ich,
dass das, wonach ich mich zutiefst sehne,
ganz nah, ganz einfach, ganz heil ist.

Ich brauche keine endlosen Wege zurückzulegen,
keine Stunden und Wochen umzurechnen,
keine dicken Bücher zu wälzen.

Es reicht, einen Schritt zur Seite zu gehen,
getragen von sanfter Stille zu atmen
und die Hand auszustrecken
für den Flügelschlag des nächsten Wortes.

Samstag, 5. März 2016

....frei/ ....los

Nun sind sie alle weg.
Alle.
Zum Teil für immer, zum Teil für Monate, Tage oder Stunden.
Gestorben
getrennt
ausgezogen
verabredet mit Freundinnen
abgemacht auf dem Flohmarkt
abgemacht mit Kollegen
verreist für ein halbes Jahr
verpflichtet zu einer Sitzung

Und ich allein, alleine mit meinen Ausreden, welche nun nicht mehr taugen
und dem Berg an Arbeit, dessen Grösse aus der Perspektive des Aufschubes bedrohlich wirkt.

Stimmt, ich könnte noch die andern bewundern, welche zielstrebig sich überwinden und abtragen, was ihnen aufliegt
und mich noch eine Weile zurücklehnen im tiefen Sessel des Selbstmitleides.

Du musst wollen, raunt das leere Haus.
Nur die Kerze kümmert sich nicht. Sie verzehrt sich still leuchtend.

Freitag, 4. März 2016

Velwechsrung

gesteln mit einel Schürelin geknobert, geracht und expelimentielt:

lichtung

manche meinen
lechts und rinks
könne man nicht
velwechsern
werch ein illtum

Ernst Jandl

Mittwoch, 2. März 2016

mitten drin

Es steht die Frage im Raum, von welchem Ort aus du Entscheidungen triffst.

Als Präzisierung fügt sie ein Kriterium hinzu: Ist es ein Ort, an dem du dich heil und frei fühlst? Ist es ein Ort, wo du deinen Körper wahrnehmen kannst, an dem du dich wohl fühlst in ihm?

Und du denkst an all die Momente, in denen du aufgeben möchtest, davon rennen, hinschmeissen...

Und dann beginnst du zu atmen. Der Sturm legt sich. Du hebst die Augen, nimmst die Weite wahr, beginnst zu lauschen und hörst das Pochen, öffnest dein Gesicht und riechst den zarten Duft deines Gartens und ahnst (wissen wagst du es noch nicht zu nennen), dass jene Wege die deinen sind, welche du von hier aus gewählt hast.

Leise weht dir der Wind ein Wort zu.
Es will hier nicht genannt werden, aber wenn es lächelt, wirst du gesund.