...vor zwei Tagen, da stand sie kurz still, die Zeit.
Ich habe eine Kollegin, welche, als sie vor einigen Jahren neu ins Team kam, sich als Leserin meines Blogs vorstellte. Es war nicht die einzige Verbindung, welche wir in kurzer Zeit entdeckten, doch diese Bloggeschichte blieb danach unerwähnt und spielte auch keine Rolle, wie auch?
Ansonsten ist mein Berufsleben eines, welches kaum Schnittmengen hat mit dem, was ich hier geübt, gelebt, gestaltet hatte.
Vor zwei Tagen sassen wir zu viert am Rand eines der vielen Tische an einem Teamanlass, diskutierten, erzählten, freuten uns, über die üblichen Schulthemen hinaus im Austausch zu sein. Und da stand sie plötzlich im Raum, die Bemerkung meiner Kollegin, die den Blog betraf. Für einen Moment fiel ich aus der Zeit. Ich spürte, wie sich plötzlich zwei Kreise meines Lebens berührten, und das fühlte sich so ungewohnt, fremd und seltsam an. Doch gleichzeitig spürte ich, wie dieses schreibende Ich der Lehrerin einen Mut und eine Aufrichtekraft gab, welche ich in jenem neuen Leben kaum kenne. Ich habe mich eingerichtet in meinem Berufsleben, stets balancierend auf dem Grat zwischen (sehr wohl hinterfragten) Perfektionsansprüchen und Überforderung. Ich erzählte den beiden anderen von der Zeit damals, vom Halt, welcher mir der Schreibraum und die Resonanz, welche darin klang, schenkten.
Und heute?
Windworte? Gedanken, die einfach vorüberwehen? Worte, die tanzen und dabei lächeln? Federleichtes ohne Anbindung an irgendwelche Todolisten? Experimente ohne die Angst, im Fokus einer Elternschaft zu versagen? Kann das noch Gegenwart sein?
Versage ich mir hier einen Resilienzkraftort?






