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Montag, 29. Oktober 2018
Dankbarkeit
Zur Erfahrung des Mutterseins von Söhnen – meinen Söhnen – gehört der Blick auf eine erstaunlich selbstbewusste Karriereplanung. Die Ziele sind hoch gesteckt. "Du musst grosse Träume haben, um Grosses zu erreichen!" rechnete mir der Jüngst neulich vor, als er spürte, dass mir diese Selbstsicherheit unheimlich ist.
Ob meine Unsicherheit mit ihrer Sicherheit in einem Kausalzusammenhang steht, weiss ich nicht. Immer wieder schlucke ich die Frage hinunter, wo denn der soziale Gedanke, das Bedürfnis, etwas für die Welt zu tun, nicht nur für die Sebstdarstellung, in ihnen lebe.
Vielleicht sind sie dazu noch zu jung. Vielleicht denke ich viel zu eng. Vielleicht braucht die Welt ja diese Kraft. Vielleicht macht sie mir Angst, weil ich sie nicht kenne.
Mit diesen und ähnlichen Gedanken im Hinterkopf stiess ich am Wochenende auf die schriftliche Schilderung einer Begegnung zwischen einer Journalistin und einem jungen, indischen buddhistischen Lehrer. Er nahm darin Stellung zu vielen Fragen, die an ihn herangetragen wurden. Ob der folgende Gedanke von ihm so formuliert worden ist, geht aus dem Text nicht hervor. Mir hat er die Frage nach der Meisterschaft zum Selbstzweck aktiviert. Und gleichzeitig leuchtete eine tief in mir verankerte Dankbarkeit wieder auf: Dafür, dass ich in meinem Leben dieser Qualität begegnen und an ihr ein Stück weit zu mir erwachen durfte.
"... Seine hohen Fähigkeiten erwirbt der Mensch nicht, um sich selbst als fähiger zu erweisen, sondern um sich umsomehr in den Dienst seiner Mitmenschen zu stellen. Er verfügt über die angemessene Demut, sich nicht zu Besserem berufen zu fühlen, sondern den Menschen wahrzunehmen, der seiner Hilfe bedarf. Der wahre Meister stellt seine Fähigkeiten niemals zur Schau. Der wahre Meister beansprucht niemals einer zu sein. Der wahre Meister ist ein Meister der Menschlichkeit...."
Als dann heute früh im Text, den ich als Tagesimpuls las, stand: "Schreibe heute die Namen von Menschen auf, denen du besonders dankbar bist", staunte ich erst einmal, schrieb dann und trug durch den ganzen Tag eine helle Dankbarkeit, die erfüllt ist von einem grossen Staunen.
“Lass Dankbarkeit das Kissen sein, auf dem du dich zum Nachtgebet niederkniest.” – Maya Angelou
Sonntag, 28. Oktober 2018
Freitag, 26. Oktober 2018
Veränderung
Ein letzter Muldenabendgruss.
Nach einem weiteren strahlenden Herbstsonnentag standen heute Abend auf einmal die Zeichen der nahenden und sehnlichst erwarteten Front am Himmel. Ein frischer Wind half mir, die dürren Blätter auszuleeren und schaffte es, mir meine Kaputze über die Ohren zu ziehen.
Etwas später auf dem Heimweg malte die Dämmerung mit verheissungsvollen Blautönen.
Es war wohl der letzte Muldengang dieses Jahr. Ab November pausiert dieser Dienst und ab der neuen Woche wird es fast immer dunkel sein, wenn ich nach Hause komme.
(Von mir aus müssten die Uhren nicht zurückgestellt werden...)
Mittwoch, 24. Oktober 2018
offensichtlich Schluss
Zwei-, dreimal im Monat ergibt es sich, dass ich hier einkaufe, wo zum Einkaufswagenparkplatz dieses Haus über die Strasse grüsst. Wie oft habe ich da wohl schon gestanden, die alten Mauern betrachtet, ihrem Geheimnis gelauscht.
Irgendwann haben Männer hier Steine hergeschleppt oder von einem Vorgängerhaus wiederverwendet, haben sie aufeinander gebaut, Mauern errichtet, ein Dach darauf gezimmert, aus Holz den Scheunen- und Stallteil angebaut. Ob es ein stattliches Haus war damals?
Wieviele Menschen mögen hier gelebt, gelacht, geweint, gestritten, gehungert, gearbeitet, geschlafen, schlaflos gelegen, sich gefürchtet, gewartet, gebetet, gefeiert, gesprochen, geschwiegen haben? Wieviele werden darin geboren und gestorben sein? Wieviel Leid und wieviel Weisheit und Freude wird darin gewohnt haben?
Das Haus hat seine Geheimnisse gut gehütet.
Das Haus hat seine Geheimnisse gut gehütet.
Sein letztes hat sich heute offenbart.
Sonntag, 21. Oktober 2018
schliesslich Eröffnung
Spät im Jahr wie nie zuvor habe ich heute Abend die Heizsaison eröffnet. Bis gestern waren hier Tag und Nacht die Fenster offen. Mit dem Öffnen der Ofentüre wird das Haus geschlossen. Das ist immer so, doch es wird auch dieses Jahr eine Weile dauern, bis das alle begriffen und akzeptiert haben.
Oh dieses Geräusch! meinte der Sohn, als er in den Raum kam, während das Feuer so richtig am Prasseln war. Und er blieb stehen und lauschte, als würde ihm eine Geschichte von Kindheit und Geborgenheit erzählt.
Ich freue mich darauf, wieder Hüterin des Feuers sein zu dürfen. Das Anfeuern ist täglich ein Moment der Dankbarkeit. Und trotzdem ist die Umstellung im Herbst immer auch mit Wehmut verbunden. So hat jedes Ding und jede Türe ihre zwei Seiten...
Freitag, 19. Oktober 2018
Putziges
Wenn der achtjährige Junge sich beim Putzen seines Arbeitstisches mehr windet, als er es mit dem Lappen zu tun vermag, da kommt mir unweigerlich die Frage, ob Respekt vor seiner Kultur mir gebietet, ihn von dieser "Frauenarbeit" zu entbinden. Nie würde er sich weigern, aber in seinen Augen steht eine Mischung von Angewidertsein und Entsetzen und wie er da so hilf- und kraftlos den grünen Lappen über die Tischplatte schiebt, ahne ich etwas von der Komplexität der Entwurzelung.
Donnerstag, 18. Oktober 2018
Abendgruss
von der Grünmulde
gestern
und heute
Ich bringe nun den Lindenbaum oder besser: sein Sommerkleid Stück um Stück nach unten. Das könnte ein Ritual werden für die nächsten Tage.
.tut.gut.
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Sonntag, 14. Oktober 2018
Rollen
Nun sind sie vorbei, die Herbstferien. Ich freue mich auf meine Klasse, auf dieses lebendige, junge, neugieriege, bewegte Wesen, mit dem ich auf dem Weg sein darf. Ich freue mich auf die Vielfalt, auf die Entdeckungsreisen, auf das, was entsteht, wenn Impulse gesetzt sind. Ich freue mich auf meine Rolle als Impulsgeberin. Ich freue mich darauf, dass meine Tage wieder ihre klare Struktur haben. Ja, auch das.
Es waren keine einfachen Ferien für mich. Ringsum schrie soviel Arbeit nach mir. Ich habe mir nur zwei Tage gönnen können, an denen ich weniger, einmal sogar nichts getan habe ausser mit mir selber unterwegs zu sein. Und ich bin nicht fertig, noch immer sehen so viele Baustellen bedürftig aus und das, was ich erledigt habe, fällt gar nicht auf. Heute früh erschrak ich, als ich realisierte, dass ich kaum zu mir selber geschaut habe in diesen zwei Wochen. Ich bin müde. Ohne es wirklich zu merken, bin ich diesem ruhelosen Antreiber gefolgt. Ständig bekam ich Bilder gezeigt von Stränden und Bergen, Weitsichten, Seen, schmackhaft gefüllten Tellern, Museen, Flughäfen... Warum erlaube ich mir das nicht? Wann machen andere all die Arbeit in ihren Häusern und Gärten? Wann bereiten sich diese Kolleginnen auf die Schule vor? Und da gbt es noch eine Frage, die man als Schweizerin nicht stellt.
Vergleichen ist unheilvoll, das weiss ich. Ich tue es nicht mit Neid, aber mit Trauer über mein Unvermögen, mir selber wirklich gut zu sein.
Danke der einen, welche es geschafft hat, mich für einen Tag herauszuholen. Und danke mir selber, dass ich heute aus dieser Einsicht heraus endlich mal wieder in den Wald gegangen bin, eine Stunde auf meiner Bank verbracht habe, dort, unter den Eichen, wo schon soviel Wichtiges und Gutes geschenkt war.
Und danke denen, welche hier meine Selbstgespräche still begleitet haben. Das ist wohl mein Strand, wo die Wellen angespült kommen und wieder zurück ins Meer rollen.
Samstag, 13. Oktober 2018
Metapher
Der
schmale Weg zwischen bewusst angeschauten Lebensthemen und unbewusst wirkenden Mustern und Kräften ist überwuchert und kaum zu erkennen. Erschöpfung hat sich
ausgebreitet und verwurzelt, der Schatten einer früheren Wirklichkeit legt alles in ein diffuses Halbdunkel..
Donnerstag, 11. Oktober 2018
Gartengast
Ich bin mit Händen und Schere am Roden und Räumen, Zentimeter um Zentimeter hole ich den Weg zurück. Und da springt er plötzlich heraus aus dem schattigen Dunkelgrün. Ich habe keine Ahnung, woher der plötzich kommt, und warum. Ich möchte ihn nicht ansehen, ich möchte ihn nicht hören. Er ist sinnlos, absurd, führt ins dunkle Nichts. Und das einzige, was er vermag, ist meine Schuldgefühle zu wecken und mich damit zu quälen. Gedanken wie ihn habe ich geübt wegzuschicken, weit weg, zum Schweigen zu bringen. Doch dieser eine, der da im Efeu herumzwuckelt wie ein Kobold, der ist mir bisher noch nie begegnet oder ich habe mich vor ihm geschützt.
"Was wäre wohl, wenn du damals nicht so schüchtern gewesen wärest, wenn du den Mut gehabt hättest, das Angebot des Arztes anzunehmen und ihm die hustende Mirjam zu zeigen, mitten am Sonntagnachmittag? Was wäre, wenn du die Verantwortung für die Störung eines Sonntags abgegeben hättest und zuerst an dein krankes Kind gedacht hättest? Was? Vielleicht hätte er rechtzeitig erkannt, wie es um Mirjam steht! Vielleicht hätte er helfen können. Vielleicht würde Mirjam leben. Was, wenn du die letzte Chance auf Leben damit vertan hast. Du? Mit deiner Entscheidung, höflich zu sein!?"
Ich möchte ihn abschütteln, wegwerfen, in den Sack zwischen das Grünzeug stopfen. Aber er lässt nicht los, hüpft ständig von neuem mitten hinein in mein Handwerk. Es sitzt zwischen den Rosen, unter den dürren Schafgarben, lässt sich nicht abschrecken, als ein harter, langer Schwarzdornspiess sich durch den Handschuh in meinen Finger bohrt.
Ich versuche ihm zu erklären, dass solche hypothetischen Vergangenheitsanalysen zwecklos sind. Interessiert ihn nicht. Ich versuche mich ganz und gar auf das verfaulte Fallobst im hohen Gras zu konzentrieren. Er hockt grinsend mit seinem bohrenden Blick dazwischen. Ich versuche mich abzulenken durch die Melodie, die mich bei der Holzarbeit am Vormittag endlos begleitet hat. Er schmuggelt sich in den Refrain.
"Ok, angenommen, ich hätte den Mut damals gehabt", überlege ich schliesslich, als ich mich mit der Efeu-Rosen-Tuja-Schafgarben-Hasel-Schwarzdorn-Sägemehl-Fallobst-Ladung auf den Weg ans untere Dorfende mache, "ich wäre wirklich mit Mirjam in die Praxis gefahren – und sie wäre dann trotzdem gestorben..."
Da ist er weg, verschwunden, aufgelöst.
Mittwoch, 10. Oktober 2018
Tagwerk
Am gegenüberliegenden Dorfende steht während 9 Monaten im Jahr eine riesige Mulde, in welcher wir Dorfbewohner den Grünabfall aus unseren Gärten deponieren dürfen. Da ich kein Auto habe, bedeutet für mich die Nutzung dieses Angebotes eine Viertelstunde Fussweg hin und gleichviel auch wieder zurück, mit dem schwer beladenen ehemaligen Veloanhänger bergab, mit dem leeren dann wieder hoch.
Ich liebe diesen Weg, und ich liebe vor allem den Ort dort unten am Dorfrand, wo das weite Feld hinüber führt nach Frankreich,
wo die letzten Hügelketten des Jura meist im Abendlicht leuchten, wenn ich da bin.
Heute war die Mulde randvoll und duftete nach Herbst, nach Mostabfällen, Geranien, Rasen- und Heckernschnitt.
Und in die andere Richtung kann man, wenn man es kennt, oben am Wald den Giebel unseres Hauses erkennen.
Ich spüre Holz, Schere und Leiter, Wagen und Weg in allen Gliedern. Eigentlich ein gutes Gefühl, wenn ich es nicht mit den zwiespältigen Gedanken ans Älterwerden verkoppeln würde. Morgen kommt die zweite Ladung Holz und eine weitere Ladung Grüngut verbringt die letzte Nacht als Teil eines Miniurwaldes im Garten.
Dienstag, 9. Oktober 2018
Montag, 8. Oktober 2018
...
Ich weiss heut nicht so recht, was ich schreiben soll und ob. Sitze mit soner wohlbekannten Verwandlungssehnsucht vor dem leeren Fenster und fühle tonlose Mutterfarben mich durchwehen. Loslassen heisst nicht Nicht-Mitfühlen, oder? Da streifen mich immer wieder aus den verschiedenen Richtungen Freud und Weh der unterschiedlichen Erfahrungen von den jungen Liebes- und Beziehungswegen. Man muss sich sehr, sehr weit zurück nehmen, um alldies einfach zu beobachten, zu vertrauen, dass ihre Erfahrungen diejenigen sind, die sie brauchen, dass sie stark genug sind, den Schmerz zu integrieren, dass sie ehrlich mit sich selber sind und dann auch miteinander, dass sie mutig sind, oder halt nicht. Auch das.
In solchen Momente fnde ich das Alleinsein mit mir und dem, was ich beobachte, besonders anspruchsvoll.
Samstag, 6. Oktober 2018
WWW
So viele Lieblingswörter beginnen mit W!
Wort, Wetter, Wolke, Wind, Wandel, Winter, Weite, Wasser, ...
witzigerweise habe ich bereits vor mehr als einem Jahr einen Post so benannt,
in dem ich auch von den Bergen berichtete.
witzigerweise habe ich bereits vor mehr als einem Jahr einen Post so benannt,
in dem ich auch von den Bergen berichtete.
Lange Zeit gehörte es zu meinem Tagesritual, mindestens einmal täglich die Webcam meiner Bergferienheimatgegend zu besuchen. Ich liebte es, mir den Himmel vorstellen zu können, unter dem die Menschen dort arbeiten und welcher sich spannte über das Tal, in dem meine Sehnsucht so oft Ruhe fand. Zu fast jeder Tages-und Jahreszeit schaute ich hinüber und sammelte Bildschirmfotos (über 160!) ...
Im November 2016 dann standen mitten im Bild diese Stangen. Ich hoffte, dass ich mich täusche und war froh, dass sie bald im Nebel und kurz darauf ganz verschwanden.
Zum Beginn der Skisaison im Dezember waren sie weg
und als es bei uns längst Frühling war, staunte ich fast täglich über die (stangenlosen) Winterbilder.
20.4.17
19.5.17
Doch dann ging es plötzlich ganz schnell.
Keine Woche später, am 24. Mai, war fast aller Schnee geschmolzen und die exponoierteren Hänge färbten sich sichtbar im Halbtagesrhythmus grün und grüner.
Dann verschwand die Webcam.
Und als sie wieder aufgeschaltet war, zeigte sie bloss noch den Blick gegen Süd-Osten.
Davon gibt es in meiner Sammlung nur noch ein einziges Bild vom 5. Januar dieses Jahres.
Ich besuchte die Seite kaum noch.
Bis Anfang dieser Woche: Ich wollte wissen, ob es tatsächlich bereits geschneit hatte.
Das war am 2. Oktober.
und drei Tage später fand ich meinen Blick so.
Das wars dann wohl...
Freitag, 5. Oktober 2018
Nebel
Manchmal scheint es unumgänglich zurückzublicken, um zu verstehen, warum man genau so genau da steht wo man steht. Das ist erhellend, heilsam, aber es braucht Kraft, macht müde und birgt eine unheilvolle Gefahr: Da entsteht ein Sog, sobald die Identifikation mit der Vergangenheit das Zepter übernimmt. Da lauert das Gespenst der Opferperspektive und versucht, den Mut zur Freiheit zu erwürgen.
Es kann unheimlich anstrengend sein, aber es ist so wichtig, dass dann der Wille übernimmt, dass er die Umkehr zurück in die Realität ermöglicht und fühlen lässt, was die Spuren, diese tiefen, vermutlich unauslöschlichen Spuren genau jetzt bewirken, nicht in der Geschichte, sondern im Jetzt, nicht denkend, sondern fühlend.
Und dann, wenn dieses Fühlen Raum bekommt, beginnen sich die Schleier zu heben. Dort, wo ich diese Enge spüre und bejahe, macht sie einem tiefen Atemzug Platz. Dort, wo ich die Angst in allen Fasern meines Systems erkenne, beginnt die Entspannung. Wenn ich die kreischenden, harten Stimmen in meinem Kopf zu schweigen gebiete, höre ich plötzlich eine warme Stimme im Herzen.
Wahrscheinlich brauche ich auf diesem Weg immer wieder Hilfe, aber wer sagt denn, dass es alleine zu schaffen ist?
Mittwoch, 3. Oktober 2018
von Hand
Ich habe etwas Wunderbares geschenkt bekommen: Einen handgeschriebenen Brief, sechs Seiten beschrieben mit blauer Tinte. Ich habe ihn das erste Mal in der Küche gelesen und dann gleich nochmal auf dem Sofa, und jetzt liegt er auf dem Tisch. "Was ist das?" hat die Tochter gefragt. Ob das so etwas sei wie ein Tagebuch. Und warum man sich denn früher solche Briefe geschrieben habe. Was man denn da alles geschrieben habe. Und ob ich das auch getan habe.
Und ich überlege mir, ob ich es noch könnte: Ein weisses Blatt Papier, ein Stift, keine Löschtaste, kein Zurück. Keine Floskeln, keine Bildchen. Mein "schriftliches Denken" hat sich sosehr verbunden mit der Tastatur, sogar Tagebuch schreibe ich in einen digitalen Ordner.
Und keine Schrift verrät mehr, ob ich müde, gestresst, sorgfältig, langsam oder hastig geschrieben habe, ob die Gedanken und Worte mich fast überrollten oder ob ich nach jedem Satz lange am Stift drehte, bevor ich den nächsten gebar.
Das waren noch Zeiten, als im Briefkasten Briefe lagen, deren Absender man an der Schrift der Adresse erkannte und die ein Unikat waren, ohne Doppel und Sicherungskopie.
Das war gestern!
Und keine Schrift verrät mehr, ob ich müde, gestresst, sorgfältig, langsam oder hastig geschrieben habe, ob die Gedanken und Worte mich fast überrollten oder ob ich nach jedem Satz lange am Stift drehte, bevor ich den nächsten gebar.
Das waren noch Zeiten, als im Briefkasten Briefe lagen, deren Absender man an der Schrift der Adresse erkannte und die ein Unikat waren, ohne Doppel und Sicherungskopie.
Das war gestern!
Montag, 1. Oktober 2018
Voten
Das Viedeo vom Sohn und seinem Freund steht nun für vier Tage im Netz, um Stimmen zu sammeln.
Es ist eine – spezielle – Geschichte, die sie sich haben einfallen lassen, nachdem sie das Thema bekommen hatten: "Schuld". 72 Stunden hatten sie Zeit für die 72 Sekunden Film.
Ich würde mich für die beiden freuen, wenn sie auch auf diesem Weg zu ein paar Zusatzpunkten kommen könnten.
Hier geht es zum Wettbewerb.
Ferienchancen
Ohne Wecker wach werden
Den zweiten Teil des Weges zur Schule zu Fuss gehen, dauert etwas mehr als eine Stunde
Beim Vorbereiten in einen Flow kommen, der nicht gedrängt wird von der Zeit
Dem Regen lauschen
Wenn ich jetzt gehen müsste und mir die Frage gestellt würde, was ich zu wenig getan habe in meinem Leben, ich würde in dieses Geräusch meine Rückwärtssehnsucht legen: Ich habe zu wenig dem Regen im Wald gelauscht.
Vielleicht bleibt mir die Zeit, das zu ändern.
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