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Donnerstag, 31. März 2022

Lesezeichenwunderwesen

Bei der wunderbaren Allerleirauh, die mich seit den ersten Bloggerschritten vor bald 14 Jahren begleitet, inspiriert und so oft lächeln lässt, durfte ich eine halbe Klasse zauberhafter gefilzter Buchzeichen bestellen. Vor etwa einem halben Jahr sind bereits Tiger und Bär, der Rabe Antolin, eine Füchsin und eine allerliebste Leseratte bei uns eingezogen und haben zum Teil ein neues Zuhause bei einem Kind gefunden.

Diesmal habe ich vor allem an die Schüler*innen gedacht, an den schlangenliebenden Jungen, das einhornvernarrte Mädchen, das scheue Hasenkind, das wachsame Eichhörnchenwesen, den kleinen Löwen. Doch als mir dann die Bilder geschickt wurden und ich hätte auswählen sollen, da konnte ich nicht anders: Nun sind es eben drei Schlangen und drei Einhörner, und ich bin überzeugt, es wird genau richtig sein so.

Nun müssen sie allerdings noch etwas warten, darauf, dass mir klar wird, wie sie ihren ersten Auftritt haben werden. Mir fehlen zum Beispiel noch Helferinnen für die Einführung der Adjektive. 

Das wird sich weisen.

Mittwoch, 30. März 2022

Das Lied der Erfüllung

In der (Online)-Vorstellungsrunde der neuen Weiterbildung sollten wir einen Moment des heutigen Tages nennen, der für uns ein Herzöffner war.

Ich überlegte nicht den Bruchteil einer Sekunde.

Als es zu regnen begann.

Als ich dann zum ersten Mal draussen war und die frische Luft einatmete.

Als ich auf dem Heimweg sah, was mit der durstigen, staubtrockenen Natur in den vergangenen Stunden geschehen war: Diese Intensivierung des Grün, die hellgrünen Farbtupfer im Wald plötzlich, die neue Akkustik - oder die Vögel sangen mit mehr Begeisterung, das weiss ich nicht, es tönte alles so klar und entspannt.

Und nun wird mich das Tropfen in den Schlaf singen. 

Danke.

Sonntag, 27. März 2022

Lebenszeichen

Weil ich darum gebeten wurde: Ich lebe. Ich bin gesund, wenn man mal absieht von häufiger werdenden Teilstörungen des Bewegungsapparates. Das Virus macht weiterhin einen Bogen um mich, zeigt kein Interesse an mir bisher. Wahrscheinlich ist es männlich.

Ich werde erst wieder schreiben, wenn es regnet. Ich kann dieses "Juhui, es ist so schönes Wetter!" kaum mehr ertragen.

Am Mittwoch beginnt eine dreimonatige Weiterbildung, welche aus täglichen Übsequenzen besteht. Wie sich das auf Windworte auswirken wird, kann ich schwer abschätzen. Ihr Thema: "In Verbindung heilen, frei werden und wachsen".

Freitag, 4. März 2022

Was kann ich tun?

Da ist soviel, was in mir aktiviert wird in diesen Tagen: Angst, Wut, Entsetzen, Sorge, Ohnmacht, Mitgefühl und alles in Wellen wie damals die Trauer. Gestern bin ich einem Menschen begegnet, der von seiner Hoffnung erzählt hat. Es war so unglaublich, welchen Unterschied das gemacht hat. Ich hörte ihm zu und überlegte mir kurz, ob das angebracht ist, aber dann spürte ich, wie sich eine dicke Wolke zurückzog, wie es hell wurde und warm. Ich spürte wieder den Kontakt zu meiner Kraft, zu meinem Mut und meinem Leben. In dem Moment war es für mich so klar, dass dies die sinnvollste Aufgabe ist, an der zu arbeiten sich jetzt lohnt: Offen bleiben für das Licht, Friedensarbeit in meinen Gedanken und mit meinen Gefühlen. 

Heute früh bin ich den halben Ferienschulweg zu Fuss gegangen. Schritt um Schritt übte ich mir zu erlauben, dass ich es wunderschön finden darf was ich sehe, höre, rieche, dass ich diesen Vorfrühling lieben und mich von ihm berühren lassen darf.


Und ich liebe auch meinen chaotisch bunten Ferienschreibtisch. Ich darf mich inspirieren lassen von den Farben, darf experimentieren mit Materialien, darf Ideen entwickeln, umsetzen und gleichzeitig wissen und all das Schreckliche, Unfassbare. 

 
Was macht den grösseren Unterschied für die Welt? Wenn ich verzagt in Dunkelheit versinke oder wenn ich lächelnd von meiner Hoffnung erzähle?