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Montag, 31. Dezember 2018

einunddreissig

Wer sich schon länger hierher winden lässt, der weiss, dass das Brennholz mir ständiger Begleiter ist. Eine Ferienwoche im Herbst gehört ihm, und im Winterhalbjahr ist das Feuermachen Teil meines Morgenrituals, bevor ich die Kinder wecke.
Es hilft mir, darin mehr als nur Arbeit zu sehen, wenn ich im Dialog mit dem Holz stehe, wenn ich mit ihm spiele und gestalte. Vorletzten Herbst steckte ich mitten im heftigsten Neurodermitisschub meines Lebens, als das Holz geliefert wurde. Scheit um Scheit habe ich gegen den Schmerz gekämpft oder ihn zu integrieren versucht. Dabei ist dieses Herz entstanden, in welches ich jedes Stück Holz bewusst ausgesucht gelegt habe. Es stad da für dieses Ringen um Heilung und erinnerte mich nun mehr als ein Jahr lang an diesen Prozess.
Anfang Dezember war dieser Stapel an der Reihe, verbrannt zu werden, sich in unsere Lebenswärme zu verwandeln. Jeden Morgen habe ich sorfältig abgebaut. Ich wollte bis zum Jahresende das Herz stehen lassen und ihm dann den letzten Windwortpost des Jahres widmen, dankbar. Mit der Zeit wurde es eine Art Mikadospiel. Jedes Scheit wollte geprüft werden, ob es tragend oder stützend das Herz umgab. Vor drei Tagen musste ich beginnen, mich anderswo zu bedienen, denn was frei lag, war entweder Teil des Herzens oder aber feste Stütze drumherum.

Heute nun ist es eingebrochen. Natürlich hat dafür niemand die Verantwortung, auch nicht, wer nur zwei Scheite gebraucht hat, um ein Fahrrad zu stützen, und da ist auch nichts zusammengefallen, die lagen ja eh nur so daneben. Natürlich stelle ich mich dumm an – wegen ein paar Scheiten. Wie kann man bloss. Dass es bildhafter nicht sein könnte für das, was zwischen uns beiden läuft und passiert, das traue ich mich kaum zu denken.
Solche Herzdinge werden doch eh überbewertet. Ich streiche lieber Cortison auf die Risse, die sich an den Händen auftun, postwendend.



Natürlich weiss ich, dass es nur gut gemeint war, nicht Absicht, Nichtwissen, Nichtbemerken, andere Optik. Aber dieser Gedanke macht so müde, ist so erschöpfend zum Panzer um meine Gefühle herum geworden.

Sonntag, 30. Dezember 2018

dreissig

Hörst du, wie es duftet?


Samstag, 29. Dezember 2018

neunundzwanzig

Heute schon satt geschrieben. Da geht nichts mehr rein in die Neunundzwanzig.

Freitag, 28. Dezember 2018

achtundzwanzig

Schneeflöckchen, Weissröckchen, nun bin ich bereit. Sag leicht und still danke, komm leise geschneit.

Donnerstag, 27. Dezember 2018

siebenundzwanzig

Sechs mögliche Argumente, den Toaster nicht versorgen zu müssen:
"Ich habe ihn nicht hervorgeholt."
"Ich hab nicht als Letzte getoastet."
"Ich habe ihn gestern schon weggeräumt."
"Ich muss unbedingt diesen Text zu Ende kriegen, geht jetzt wirklich nicht."
"Ich habe überhaupt nicht getoastet."
"Macht doch nix, wenn der da steht."

Dezember 2018

Dezember 2008
(Engel 2009)

Für ein paar Stunden waren alle da...

Mittwoch, 26. Dezember 2018

sechsundzwanzig

Lieblingstag

Dienstag, 25. Dezember 2018

Montag, 24. Dezember 2018

vierundzwanzig


Von sovielen Menschen zu wissen, für welche der heutige Abend schwer ist, belastet, weil er wie ein Katalysator wirkt, ans Licht stellt, was im Alltag gut verdeckt geschützt und verdrängt das Leben ermöglicht, das entzaubert und wäre einfacher zu ertragen bei einem Stück Brot und einer Tasse Tee. 


Ich lösche hier Wunsch um Wunsch. Was nicht gesagt werden kann, sei vielleicht mit Tränen gewaschen und in die Sehnsucht nach Licht und Wärme gehüllt. Ich weiss es auch nicht besser heute.

Sonntag, 23. Dezember 2018

dreiundzwanzig

Die Dämmerung hängt in den Zweigen. Die Nacht hat heute nur eine kurze Pause gehabt.

Samstag, 22. Dezember 2018

zweiundzwanzig

Das Boston-Semster ist zu Ende, die Geschwister mal wieder mit grossem Bruder, das Haus voll.


Freitag, 21. Dezember 2018

einundzwanzig

Ein Bild von gestern. Es war einer der Tage, an denen sowas fast nicht geht. Ich stehe unter dem Eingangsbogen zum Bahnhof und werde überschwemmt von einer Dichte an Energie, dass ich kaum weiss, wie ich in diesen Strom eintauchen soll. Ganz langsam und hellwach bahnte ich mir nach der Fotoschonfrist den Weg zu meinem Zug. Jeder dieser Menschen scheint ein Buch zu sein, eine ganze intensive Geschichte. Die Gleichzeitigkeit überfordert mich. So schnell kann man doch aber nicht lesen. Ich jedenfalls nicht.



Heute stecke ich bildlos in der längsten Dunkelheit des Jahres fest, ferienreif.

Donnerstag, 20. Dezember 2018

zwanzig

Wenn der Entwurf für den Weihnachtsbrief in der Muttersprache geschrieben wird, ...

Mittwoch, 19. Dezember 2018

neunzehn

Ich liebe den Moment, wo ich einen Brief loslasse und mir vorstelle, dass damit eine Reise beginnt, auf der mehrere Menschen an verschiedenen Orten ihren Beitrag leisten, damit dasselbe Stück Papier ein paar Stunden oder Tage später in jenen zwei Händen liegt, für die es bestimmt ist. 
Diesen habe ich zwar nicht geschrieben, aber ich durfte ihn für den Absender zur Post bringen und auf seinen Weg schicken – nach Californien!


Dienstag, 18. Dezember 2018

achtzehn

Er war so hell, so .... Morgenstern heute früh, und unter den Füssen Glatteis.

Montag, 17. Dezember 2018

siebzehn


Nähen schafft Nähe.

Sonntag, 16. Dezember 2018

sechzehn

Was dieses graunasskalte Wetter so wunderbar kann: Den Blick lenken auf die kleinen, unscheinbaren Vollkommenheiten mit ihren Mustern, Formen, Dialogen und Kontrasten.

Samstag, 15. Dezember 2018

fünfzehn

Die Entscheidung ist gefallen, leise wie ein Schneestern.
Es wird keinen Weihnachtsbrief geben von mir am Ende dieses Jahres. Was viele Jahre lang diese Zeit für mich zu Weihnachten gemacht hat, wird schweigen. Es geht nicht. Da ist viel zu wenig Wald dabei in meinem Fühlen, zu wenig Leichtigkeit in der Peripherie, zu wenig Poesie im Ahnen, zuviele nicht geweinte Tränen, zuviel Gewolltes und nicht Zugelassenes, und über allem die Angst, die Briefempfänger damit mehr zu belasten als zu beschenken. Es geht nicht. Ich bleibe schneeflockenstill dieses Jahr und werde vielleicht ein wenig weinen, wenn die Verbindungen zu den vielen Menschen nicht einmal von der Hoffnung, ich könnte sie erreichen, berührt werden. Vielleicht werden sie gut tun, diese Tränen. Vielleicht wird der Weg zur Post, der keiner sein wird, mir kalte Füsse bescheren. Vielleicht wird der Wald verschneit sein und mich einladen, wenigstens einmal noch und einmal wieder ihn zu besuchen. Ich werde Schneesterne sehen, die von den Ästen rieseln und werde von ihnen hören, was ich nicht in Worte zu fassen vermag. Vielleicht.

Freitag, 14. Dezember 2018

vierzehn

erinnern am Nachmittag
Heute Vormittag waren wir in der Stadt. Wir durften eine Orgel aus nächster Nähe kennen lernen und anschliessend den grossen Uhren und den dazugehörigen Glockenspielen im historischen Stadtteil auf der Spur sein.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

dreizehn

Erstaunlich, wo man zur Zeit überall Sternen begegnet. Dieser lag in einem alten Haus auf einer ausgetretenen Treppenstufe  unter meinen Füssen.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

zwölf

Der Dermatologe hat mir heute Gold verschrieben. Die "Beschaffung" hat mir einen wundervollen Brückenspaziergang verschafft.

Dienstag, 11. Dezember 2018

elf

Was mich an der ganzen Geschichte fast am meisten irritiert:

Ich kann die Grenzüberschreitung, die da stattgefunden hat, zwar gedanklich verstehen, aber ich habe kein Gefühl dafür. Es fühlt sich so vertraut normal an. Mir fällt es leichter, Verständnis für die Jungs aufzubringen als wütend auf sie zu sein. Das zu beobachten ist seltsam, als wäre ich zweigeteilt.

Montag, 10. Dezember 2018

zehn


So schön, es ist schon jemand zu Hause, dachte ich mir, als ich heute fast schon vor dem Haus stand, und weil ich das Handy in der Hand hatte, knipste ich ein Bild. Zwei Sekunden später kam mir der Sohn entgegen. "Stopp, du kannst nicht rein kommen. Die Polizei kommt gleich. Es ist eingebrochen worden."
Hätte ich nicht gebraucht, heute nicht und überhaupt nicht. Aber Hauptsache ist, es ist dem Sohn nichts spassiert, denn er hat die beiden Typen ("in meinem Alter") beim Heimkommen überrascht. Schreiner für das kaputte Fenster, Versicherungskram und Chaos beseitigen... Langeweile geht anders.
Und jetzt zünde ich noch ein Räucherstäbchen an. Es ist kein schöner Gedanke zu wissen, dass die in meinem Zimmer standen. Sogar vor dem Mirjamtischchen hatten sie keinen Respekt.
Die beiden tun mir leid, irgendwie.

Sonntag, 9. Dezember 2018

neun

Samstag, 8. Dezember 2018

acht

Da ist wohl was schief gelaufen, denke ich, während ich dem Schüler nachblicke, wie er in die Pause verschwindet. "Das ist komisch", hat er mir eben gesagt. "Seitdem wir über die Zeit sprechen, vergeht sie viel schneller!"


Als die beiden Jungs im Alter dieses Schülers waren, spielten sie stunden- und tagelang Ritter, und ich erinnere mich nicht daran, dass sie dabei über die Zeit nachgedacht haben. Die blieb einfach stehen und hatte für die Freunde ihre eigene Dimension.

Bald darauf verloren sie sich aus den Augen, als jener wegzog und mein Sohn neue Spielpartner fand.

Vor ein paar Monaten haben sie sich auf einem Fest wieder getroffen. Nun haben sie ein gemeinsames Atelier, der eine als angehender Schauspieler, der andere als Filmer.

Und sie spielen wieder zusammen – zeitlos, kommt es mir vor.

Freitag, 7. Dezember 2018

sieben


Wenn sich das tägliche Klassenchaos im Kreis versammelt, wird aus der Unterschiedlichkeit ein Kunstwerk. 
Kann werden. 
Gelingt nicht immer. 
Heute so.
1 – 2 – 3 – 4 – 5

Donnerstag, 6. Dezember 2018

sechs

kurzlebige Spiegelbilder

Mittwoch, 5. Dezember 2018

fünf

Mit Lehrerinnenaugen und Sieben- und Achtjährigen im Fokus bin ich heute durch die altvertraute Stadt gewandert und habe lauter Dinge entdeckt, die wohl kaum erst seit heute da sind. Und doch haben sie so gewirkt. In neun Tagen habe ich dann auf diesen Wegen meine Klasse dabei. Ich bin gespannt.

Dienstag, 4. Dezember 2018

vier


hinter dem Schulhaus

Montag, 3. Dezember 2018

drei

 
Dreimal zwölf Meter Schnur verhäkelt und anschliessend gezöpfelt.
Nun springen sie mit ihren Seilen um die Wette.

Sonntag, 2. Dezember 2018

zwei

Was ich sah durch die Küchentüre war der Lichtschein aus dem Zimmerfensters über mir, welcher auf das nassglänzende Laub im Beet fiel.
Der Tag war düster, trüb und nass – doch genau deshab seltsam zauberhaft.

Samstag, 1. Dezember 2018

eins

Als ich nach dem Einkaufen wieder auf die Tram warte, blicke ich auf den Tag zurück und beginne zu zählen. Es ist dies die 11. Haltestelle, an der ich warte, seitdem ich am Morgen aufgebrochen bin. Warteminuten voller belangloser Beobachtungen und Kleinigkeiten, Muster und Geräuschen, Farben und Gerüchen, Menschen auch und ihre Stimmen ziehen und tönen durch meine Erinnerung und werden bald ganz verblassen.
Zwischen Schienen und Schwellen eine kleine Schotterwelt – schön irgendwie, wenn man den Farben und Formen keine Namen und keine Bedeutung gibt. 
Was gibt solchen Tagen Sinn?


Freitag, 30. November 2018

no eineföfzg Minute!

Morn isch jo scho de erschti Dezämber, und ich ha mir no gar nid überleit, öb i wieder sell en Adväntskaländer mache! Uf all Fäll pack i emol d Kamera ii. Mol luege!

Donnerstag, 29. November 2018

...

Ziemlich speziell ist diese virtuelle Begegnung von grad eben, welche mich heute "klauen" lässt.
Der kleinen Reihe nach:
Neulich hat mit jemand gesagt: "Eigentlich bräuchten Sie ein Sabbatical-Jahr, ein Jahr für sich alleine ohne Pflichten, um sich von den letzten 25 Jahren zu erholen." – Ich habe laut gelacht und bringe den Gedanken doch nicht ganz aus dem Kopf.
Als ich eben gut bepackt langsam den steilen Weg vom Tram zu mir nach Hause geschlichen bin, die Müdigkeit in allen Zellen gespürt habe, da versuchte ich, die Zeit zu messen bis zu den zehn Tagen, die im Juli meine jährliche Sabbatical-Zeit sein würden, falls es dann die jetzt noch völlig unklare berufliche Situation zulassen wird. Ich stellte mir vor, wie ich vor der Alphütte sitzen und in die vertraute Umgebung hineinsinken würde, ankommen, loslassen, entspannen, sein.

Zögernd startete ich etwas später den Computer, denn ich wusste, dass eine Mail da sein würde, die zu einem Konflikt des heutigen Tages gehört.
Dann klickte ich mich in mein Freizeitsammelsurium und sah als erstes ein Bild, welches ein Ausschnitt von meinem Heimwegtraum sein könnte.


und darunter stand dieserText:

Setz dich ans Fenster

Kein Befehl, eine Einladung.
Die täglichen Pflichten verbrauchen dich,
machen dich klein und halbblind.
Es ist Zeit, dich ans Fenster zu setzen
und niemanden mehr zu hören,
die Schatten nicht mehr schwarz zu färben,
die Anforderungen zu belächeln
und das mitgebrachte Glas Wasser
ganz vorsichtig zu leeren.
Zeit, die Tür ins Licht zu öffnen,
du kennst sie schon, die mit dem Griff,
der sich an deine Hand anschmiegt,
als wäre er nur für sie gemacht.

Die Welt wird nicht
unter deiner Vernachlässigung untergehen,
aber vielleicht wirst du auferstehen,
wie du es dir immer vorgestellt hast,
ohne es selbst zu wissen, hinein in eine Welt
in der die Kleinigkeiten glänzen,
als habe eine Elster sie nur für dich zusammengetragen,
um dich randlos glücklich zu machen.

˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚˚
Ulrich Schaffer
Aus AUF DEM WASSER GEHEN bei Ferdinand in Salzburg zu bestellen.

Und jetzt überlege ich mir, ob sich alle Bilder auf eine Ebene heben lassen, auf der äusserlich alles beim Alten bleiben kann und Veränderung nur ganz im Stillen geschieht. Ich fürchte, dass ich das Gegenteil erst glaube, wenn mein Körper die Notbremse zieht. Bis dahin lache ich laut. Oder weine leise.

Dienstag, 27. November 2018

Zeitangaben

Wenn du um 18 Uhr beim Einkaufen eine Bekannte begrüsst mit "Guten Morgen", dann ist es höchste Zeit.

Montag, 26. November 2018

Beurteilung

Der schwierigste, querste Aspekt meiner Berufstätigkeit ist die Forderung, die Kinder, ihre Leistungen zu beurteilen. Mir wird ein Machtmittel in die Hand gedrückt, welches mir nach meinem Empfinden nicht zusteht und mit dem ich letztlich mich selber verletze. Ich möchte es am liebsten zurückweisen und nehme es trotzdem, weil ich sonst zurückgewiesen werde. 

Ist das nicht wahnsinnig?

Was wir von den Kindern erwarten:
 Was wir mit den Kindern tun:
Irgend etwas stimmt da nicht.

für s


🌞



bin ansonsten übers Profil erreichbar! ;)
Ist es wirklich so, dass man mein Profil nur anklicken kann, wenn man selber ein Bloggerkonto hat??
Dann eben so:
 frauwindwort@gmail.com

Samstag, 24. November 2018

Samstaggedanken

Manchmal, wenn die Blog-Statistik ungewöhnliche Zugriffszahlen anzeigt, versuche ich, Gründe dafür zu finden.
Gestern führte mich dieses Nachforschen in ein Windel-Forum, in dem meine Buchstabenspielerei von neulich verlinkt worden war.
Seltsam, was das mit mir machte. 
Einerseits spürte ich erstmals seit langem wieder, in was für einem anonymen, kontextlosen Feld ich mich mit meinem Schreiben bewege und fühlte die Verletzlichkeit, die mich vor vielen Jahren die Kommentarfunktion hat deaktivieren helfen.
Andererseits wurde der kurze Blick in jene (für mich) anonyme Welt zu einer Art Zeitmaschine, die mich zwanzig Jahre zurück katapultierte, in jene Zeit, als es zu meinen täglichen Aufgaben gehörte, Stoffwindeln zu waschen, aufzuhängen, zu wickeln. Fast 15 Jahre lang habe ich täglich Kinder gewickelt (nein, nicht immer mit Stoff!), lebte ich intensivst in dieser Verbundenheit mit den Bedürfnissen und Abhängikeiten, aber auch im Zauber des Erwachens und Entdeckens der jungen Kinder.
Dann kam der Tod. Die letzte angefangene Windelpackung verschenkte ich zwei Jahre später. Und als ich erwachte aus der Starre, war ich umgeben von dieser zweiten intensiven Lebensphase der heranwachsenden Jugendlichen. Jahr um Jahr – zwei, drei, ein paar Monate lang fünf Teenies gleichzeitig. 
Jetzt sind die Jüngsten 14 und 16. 14 war der Älteste, als seine jüngste Schwester starb. Sie fliegen aus und ich auch. Und doch braucht es da noch sosehr meine Präsenz, mein Aushalten, meine Klarheit, mein Verständnis. Diese Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz, zwischen Kuscheln im Nest und den immer mutigeren Flugversuchen fordert nach wie vor Konzentration und Gleichgewichtssinn. Und Kraft. 
Dass ich mich da manchmal sehne nach einer Pause, muss ich mich dafür entschuldigen?
Nein. Ich tue es nicht. Und dieser jüngste Vogel wird eben mit Flügeln fliegen, die ihr in der Umgebung von Erfahrung und Erschöpfung gleichzeitig gewachsen sind. Sie werden sie tragen, diese Schwingen. Da bin ich mir sicher.

Und irgendwann, in ziemlich kurzer Zeit, werde ich da sitzen, in die Welt zu sechs verschiedenen Wegen hinaus träumen und realisieren, dass jene langen 15 Jahre der P....t vorbei sind. Für immer.

Und vielleicht werde ich sogar wehmütig und etwas traurig sein.

Wer weiss.

Mittwoch, 21. November 2018

dieses Wort ...

... mit P im Anlaut und t am Schluss, diese heftigen Laute, und dazwischen das traurige u und ein distanzierendes e, und dann, gebunden an ein zweites t, ein ä – ein klaffendes, schreiendes, vernichtendes ä, und mitten drin noch ein b, ganz weich und einsam, kaum wahrnehmbar, und ein Rüttelversuch des r.

Ach, ich habe davon so langsam aber sicher genug, auch wenn das nicht fair ist.

Doch die Rolle, die ich darin spiele, die möchte ich endlich ablegen. Wenigstens heute.

Dienstag, 20. November 2018

Verwandlung

Der eigentliche Wandel beginnt innen. Heute im Lehrerzimmer bin ich einer wunderbaren Flugbegleiterin begegnet. Wir hatten tiefe Gespräche über die wirklich wichtigen Fragen, die hinter all diesen äusseren Kulissenschiebereien stehen. (So hat es sich zumindest angefühlt.) Was sich anders entwickelt als in meinen Träumen ist weder falsch noch schlecht. Einfach anders. und wer weiss, welche Flügel mir verliehen werden?
Heute Nacht werde ich wieder schlafen.

Montag, 19. November 2018

Wandel

Du wirst so lange an dieselbe Lektion herangeführt, bis du ihre Chance nutzen und ihre Lehre integrieren kannst.
Hab heute früh mit meinem Leben gesprochen und es gebeten, mich immer wieder zu öffnen. Und am Abend dann im Gespräch mit der Schulleitung habe ich erfahren, dass die Schülerzahlen sich anders entwickeln als erwartet, und das Gesetz regelt es so, dass dienstjüngste Teammitglieder das als erste zu spüren bekommen.
Noch ist nichts defintiv entschieden. Doch dieses Bodenunterdenfüssenwegziehgefühl, das kenne ich so gut, weiss eigentlich, dass es dann immer gut ausging, auch wenn es sich völlig anders entwickelte als erwünscht. Doch noch bin ich nicht so gelassen und weise, dass ich im freien Fall singe: "Ich kann fliegen!"

Donnerstag, 15. November 2018

60 Minuten

Eine Stunde lang haben wir heute jede Minute etwas anderes getan. Gehüpft, balanciert, geschrieben, gesummt, gelauscht,... 60 verschiedene Qualitäten. Für eine Minute hiess die Einladung "Lachen". Unglaublich, was da zu beobachten war, wie vom herzhaften, lauten Juchzen über verschmitztes Grinsen bis zum gequälten Mund Verziehen 20 Schattierungen leuchteten. Ich war völlig fasziniert, erschüttert, irritiert, erheitert, alles gleichzeitig. 
Ich könnte von tausend Beobachtungen erzählen und werde sie doch einsam langsam wieder vergessen. Doch sie vergehen nicht, sie verwandeln sich in Tropfen des Staunens, wie Wasser zu Gold.

Dienstag, 13. November 2018

17 Sekunden

So, das ist das Letzte, was ich für heute gelesen habe. Und damit gehe ich nun schlafen. Vielleicht erinnere ich mich dann morgen beim Aufwachen an die 17.

Das Leben testet uns nicht. Es ist auch nicht gegen uns. Es ist auch nicht ein Schicksal, das uns zustößt. Das Leben ist einfach nur um uns herum. Es umgibt uns wie unser eigenes Parfum. Wir leben in einer Wolke aus unseren eigenen Gedanken. Tatsächlich ist das Leben nur das, was wir vom Leben glauben. Jeden Morgen, wenn wir die Augen aufmachen, beginnen wir sofort, uns in das Leben hinein zu denken. Wir erschaffen uns jeden Morgen durch unsere Gedanken unser Leben. Wir knipsen es an wie einen Lichtschalter. Solange wir geschlafen haben, war da kein Denken, kein Glauben, da war nur der Schlaf, der uns aus dem Leben geholt hat. Im besten Falle haben wir geträumt, und das war dann das, was wir im Dunkel der Nacht in unserem Hirn erlebt und so sehr geglaubt haben, dass wir vor Schreck davon aufgewacht sind. Eigentlich werden wir jeden Morgen neu geboren. Wir schlüpfen aus der Nacht und sind frisch. Aber dann gehen unsere üblichen Gedanken los und ergreifen uns und unser Leben. Wir denken mit Schrecken an den Tag und was wir alles erledigen müssen, erinnern uns schon wieder an den Ärger von gestern. Und so erschaffen wir jeden Tag unser Leben durch unser Denken in einer endlos sich wiederholenden Schleife und sagen: So ist es halt! Was aber wäre, wenn wir morgens direkt nach dem Aufwachen als erstes entscheiden würden, etwas völlig anderes als sonst zu denken? Die Wissenschaftler sagen: Das hätte gewaltige Kraft, weil wir morgens direkt nach dem Aufwachen noch nicht auf Autopilot durch den Tag jagen, sondern noch eine Tür in unser Unterbewusstsein geöffnet haben, von dem unsere Gestaltungskräfte ausgehen. Unsere Gedanken erschaffen unsere Gefühle, unsere Gefühle erschaffen unsere Wahrnehmung der Welt. Unsere Gedanken und Gefühle färben die Realität. Sie tauchen sie, diese scheinbare Realität, ein in die Farben unseres Glaubens. Was wollen Sie glauben? Denn das erschafft Ihre Erfahrung. Wenn wir einen Gedanken länger als 17 Sekunden denken, beginnt er eine konkrete Erfahrung zu erschaffen. Wollen Sie einen Test machen und ab morgen früh Ihre Gedanken trainieren? Augen aufmachen und sich fragen, was Sie erleben wollen und das auch denken und fühlen - bevor der Tag beginnt und sie mitschleift ins übliche Leben. 17 Sekunden sich wohl fühlen, nochmal 17 Sekunden dankbar für etwas sein, nochmal 17 Sekunden annehmen, was ist... 17 + 17 +17 +....
Und auf einmal... auf einmal beginnt ein neues Leben💖
Eva Zurhorst

Montag, 12. November 2018

Auswahl

Mittagspausenmomente
Standpunkte
Ausblicke
Rückblicke




Und eines noch vom Abend
Eine gnädige Nacht wünsche ich der Welt...

Sonntag, 11. November 2018

Vergelbung

Ich lerne, in solche Momente von Schönheit und Hingabekraft noch viel entpannter hineinzusinken, die Dankbarkeit für das Wunder des Augenblickes zuzulassen und zu vertrauen, dass die Verbindung, die in diese Absichtslosigkeite geschenkt ist, das Licht für die nächste Dunkelheit speichert.

Samstag, 10. November 2018

Überraschungswärme

Neu, so neu und überraschend und unerwartet: Da keimt in mir eine Energie, woher sie auch immer den Weg zurück findet zu mir, beginnt zu wachsen aus still beobachtenden Stunden, warum auch immer mit dieser Kraft: Ein Öffnen ist es, ein Vertrauen in das, was in mir beheimatet ist, was in mir leben will für das Reifen am Du. Das hätte ich nicht gedacht. Nicht geglaubt. Nicht mal gewünscht. Auch nicht geträumt. 
Ganz ohne Geschichte, ganz ohne Form, ohne Namen und Gesicht. Nur eine Türe, die aufgeht und ein Staunen bei der Berührung mit einem Feuerschein.

Donnerstag, 8. November 2018

Windworte

...und lass es schwingen im Kreis der Kräfte, was aufsteigt zum Himmel von Zeitlosigkeit zu Zeitlosigkeit.

Lass erklingen dein kleines Wort aus deinem Herzen und trau dem Himmel und seinen Winden, dass sie es tragen, wohin du nicht denkst.

Schau hinauf in das Treiben der Zeit und übergib ihm deine Ängste. Lass zu, dass du sein darfst, was durch dich denkt.

Mittwoch, 7. November 2018

Durchgänge

Unglaublich, was ich alles verpasst hätte in meinem bisherigen Leben, wenn da nicht die Kinder mich immer wieder verpflichtet, gebunden oder überzeugt hätten. Wie mancher schmerzvolle Gang auf schmalem Pfad mit einem von ihnen wurde zum richtungsweisenden Aufbruch, wieviele Momente, mit denen mich mein Mut (oder Nichtmut) nicht konfrontiert hätte, öffneten neue Welten, wie oft wollte ich müde und erschöpft "nein" sagen und bekam im "Trotzdem" Geschenke, die mich mit Dankbarkeit erfüllten.

So begann es heute vor 24 Jahren. Jede Geburt steht als kräftiges Symbol für dieses Geheimnis.
So war es aber auch im Kleinen gestern mit dieser Aufführung. Zuhause schrieb ich:

Selten erlebt: Ein Publikum, das nach dem Applaus schweigend den Saal verlässt, nur hier und dort ein tiefer Seufzer, als wolle man Beklemmung und Erschütterung wieder wegatmen. Es tut gut, irgendwo hinter der Bühne die jungen Männer lachen und schwatzen zu hören. Da war und ist soviel Unaussprechbares, was sie zu Ausdruck und Eindruck gebracht haben. Überzeugend bis (fast) zum Atemstillstand...

Wer immer es sich irgendwie einrichten kann.... Für Donnerstag gibt es in Basel noch Karten.

Und hier ein Trailer

Im Nebel Trailer from ACT on Vimeo.

Montag, 5. November 2018

Im Nebel

Montagabend ist meist so grenzwertig und ausgelaugt, dass ich alles nur noch durch einen leichten Schwindelschleier wahrnehme. Da nützt keine Weisheit und Meditation mehr, da lechze ich bloss noch  nach Schlaf, da möchte ich die tausend Eindrücke von 15 pausenlosen Stunden einfach abschütteln. Heute kommt noch einer dazu, der mich in dieser Montagabendstimmung zusätzlich erschreckt.


Was Kleider ausmachen, wie die aus lebensfrohen Teenies einen bedrohlichen Haufen Härte und Angst kreieren. Morgen abend wartet dies auf mich, und ganz ehrlich, wenn da nicht ein Sohn mitmachen würde und er sich nicht gewünscht hätte, das Resultat einer intensiven Probearbeit zu teilen, ich hätte den Mut nicht, da hinzugehen.

Morgenlicht

Die Einsamkeit existiert nicht, sie ist nur ein vorübergehender Bewusstseinszustand.

Sonntag, 4. November 2018

...

Die Arbeit von einem Wochenende lässt sich nicht in einen Sonntag packen.
Zudem schleichen verschiedene Partykater durchs Haus.
Und wen könnte ich für die Berge auf meinem Schreibtisch verantwortlich machen?

Samstag, 3. November 2018

Lebensphasen

Ja, dann ist irgendwann tatsächlich die Zeit da, wo du in einer Rehaklinik sitzst, merkst, dass du lauter sprechen musst, um gehört zu werden oder gar nicht verstanden wirst. Der Spaziergang durch den Park ist von einer unsicheren Langsamkeit, die alten Menschen sind nicht mehr die anderen, sondern die, die du besuchst, die Geschichtenkreise werden kleiner, die Empfindlichkeiten (noch) grösser. In dir drin sitzt das junge Mädchen, welches angespannt darauf bedacht ist, alles richtig zu machen. Du versuchst ihm zu erklären, dass es das nicht muss, dass du jetzt erwachsen bist und auch entsprechend reagieren kannst.
Und wenn das in gewissen Momenten gelingt, erschrickst du doch, weil dein Gegenüber mit deinem Erwachsensein nicht umzugehen weiss oder nur so, dass du dich entschuldigen möchtest für dein dreistes Verhalten.

Ich hoffe, noch etwas erwachsener zu werden, bis ich selber dann besucht werde und vielleicht nicht mehr so genau verstehe, was die andern sagen möchten. Irgendwann.

Donnerstag, 1. November 2018

noch ein Fundstück

Ich merke bei der Suche nach Worten, dass ich meine, mich entschuldigen zu müssen, weil ich das Video genial finde. Wie da die Augen mit den Ohren synchron schalten, das fokussiert so ungewohnt intensiv.

Drei Stunden später....:
Ich hatte Spass und wünsche es euch auch!

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Fundstück

Montag, 29. Oktober 2018

Dankbarkeit

Zur Erfahrung des Mutterseins von Söhnen – meinen Söhnen – gehört der Blick auf eine erstaunlich selbstbewusste Karriereplanung. Die Ziele sind hoch gesteckt. "Du musst grosse Träume haben, um Grosses zu erreichen!" rechnete mir der Jüngst neulich vor, als er spürte, dass mir diese Selbstsicherheit unheimlich ist.
Ob meine Unsicherheit mit ihrer Sicherheit in einem Kausalzusammenhang steht, weiss ich nicht. Immer wieder schlucke ich die Frage hinunter, wo denn der soziale Gedanke, das Bedürfnis, etwas für die Welt zu tun, nicht nur für die Sebstdarstellung, in ihnen lebe.
Vielleicht sind sie dazu noch zu jung. Vielleicht denke ich viel zu eng. Vielleicht braucht die Welt ja diese Kraft. Vielleicht macht sie mir Angst, weil ich sie nicht kenne. 

Mit diesen und ähnlichen Gedanken im Hinterkopf stiess ich am Wochenende auf die schriftliche Schilderung einer Begegnung zwischen einer Journalistin und einem jungen, indischen buddhistischen Lehrer. Er nahm darin Stellung zu vielen Fragen, die an ihn herangetragen wurden. Ob der folgende Gedanke von ihm so formuliert worden ist, geht aus dem Text nicht hervor. Mir hat er die Frage nach der Meisterschaft zum Selbstzweck aktiviert. Und gleichzeitig leuchtete eine tief in mir verankerte Dankbarkeit wieder auf: Dafür, dass ich in meinem Leben dieser Qualität begegnen und an ihr ein Stück weit zu mir erwachen durfte.
"... Seine hohen Fähigkeiten erwirbt der Mensch nicht, um sich selbst als fähiger zu erweisen, sondern um sich umsomehr in den Dienst seiner Mitmenschen zu stellen. Er verfügt über die angemessene Demut, sich nicht zu Besserem berufen zu fühlen, sondern den Menschen wahrzunehmen, der seiner Hilfe bedarf. Der wahre Meister stellt seine Fähigkeiten niemals zur Schau. Der wahre Meister beansprucht niemals einer zu sein. Der wahre Meister ist ein Meister der Menschlichkeit...."
Als dann heute früh im Text, den ich als Tagesimpuls las, stand: "Schreibe heute die Namen von Menschen auf, denen du besonders dankbar bist", staunte ich erst einmal, schrieb dann und trug durch den ganzen Tag eine helle Dankbarkeit, die erfüllt ist von einem grossen Staunen.

“Lass Dankbarkeit das Kissen sein, auf dem du dich zum Nachtgebet niederkniest.” – Maya Angelou

Sonntag, 28. Oktober 2018

Fundstück

Ein Herbstgedicht, das am Weg lag. Es ist Werbung, und trotzdem so weit und wundervoll. Zwar zaubert seit gestern der Regen mit, es ist auch nicht die Gegend, die mir vertraut ist, aber es hat mich berührt und staunen lassen.

Samstag, 27. Oktober 2018

Aquarell

Was Regen so vermag...

Freitag, 26. Oktober 2018

Veränderung

Ein letzter Muldenabendgruss.


Nach einem weiteren strahlenden Herbstsonnentag standen heute Abend auf einmal die Zeichen der nahenden und sehnlichst erwarteten Front am Himmel. Ein frischer Wind half mir, die dürren Blätter auszuleeren und schaffte es, mir meine Kaputze über die Ohren zu ziehen.

Etwas später auf dem Heimweg malte die Dämmerung mit verheissungsvollen Blautönen.

Es war wohl der letzte Muldengang dieses Jahr. Ab November pausiert dieser Dienst und ab der neuen Woche wird es fast immer dunkel sein, wenn ich nach Hause komme.
(Von mir aus müssten die Uhren nicht zurückgestellt werden...)

Mittwoch, 24. Oktober 2018

offensichtlich Schluss

Zwei-, dreimal im Monat ergibt es sich, dass ich hier einkaufe, wo zum Einkaufswagenparkplatz dieses Haus über die Strasse grüsst. Wie oft habe ich da wohl schon gestanden, die alten Mauern betrachtet, ihrem Geheimnis gelauscht. 


Irgendwann haben Männer hier Steine hergeschleppt oder von einem Vorgängerhaus wiederverwendet, haben sie aufeinander gebaut, Mauern errichtet, ein Dach darauf gezimmert, aus Holz den Scheunen- und Stallteil angebaut. Ob es ein stattliches Haus war damals? 
Wieviele Menschen mögen hier gelebt, gelacht, geweint, gestritten, gehungert, gearbeitet, geschlafen, schlaflos gelegen, sich gefürchtet, gewartet, gebetet, gefeiert, gesprochen, geschwiegen haben? Wieviele werden darin geboren und gestorben sein? Wieviel Leid und wieviel Weisheit und Freude wird darin gewohnt haben?

Das Haus hat seine Geheimnisse gut gehütet.

Sein letztes hat sich heute offenbart.