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Dienstag, 30. November 2021

334/365 Windworte

Ich könnte nicht an einem Ort leben, an dem das Wetter kaum eine Rolle spielt, weil es einfach allermeistens sonnig und warm ist. Auch wenn das ganztägige Dämmerlicht zur Zeit nicht leicht auszuhalten ist, es hat doch etwas Lebendiges, Geheimnisvolles, Intensives. Es lassen sich soviele Geschichten erzählen in dieses Grau hinein, und heute hat zusätzlich der Wind mitmusiziert. Er hat davon gesungen, dass jedes Grau irgendwann mündet ins Licht. Ich habe mich hineingeschmiegt in diese kühle, tröstliche Verheissung und mich von ihr wärmen lassen. 

Andere auch unglaublich berührende Wind-Wetter-Lieder hier und hier.

Montag, 29. November 2021

333/365 nicht müde werden

Als würde die Angst mobil machen kommt es mir vor. Ich möchte ihr nicht dienen, denn sie macht klein und schwach. Es ist eine grosse Aufgabe, die wir uns nehmen dürfen: Der horizontalen Sogwirkung mit vertikaler Offenheit zu begegnen. Vertrauen bekommt eine neue Dimension. Lasst uns wach bleiben und mutig, Stunde um Stunde, Tag um Tag.

Sonntag, 28. November 2021

332/365 ausgeredet

Nun habe ich sooo lange geredet, dass ich mich regelrecht ausgewunden fühle. Daher endet dieser 333. Tag des Jahres windwortmässig etwas karg. Ein denkwürdiger Tag: Eine angenommene Pflegeinitiative, der erste Schneefall dieses Winters, der erste Advent, ein vor die Türe gelegter Adventskalender und andere kleingrosse Nebensächlichkeiten, die den Weg hierher nicht schaffen. 
Startet gut in diese Woche.

Samstag, 27. November 2021

331/365 Post

Dann liegt es im Briefkasten schwarz auf weiss, dein eigener Jahrgang, der vertraute Namen, der immer mit Heiterkeit, Musik und Grosszügigkeit verbunden war und mit einem Hut auf dem Kopf. Und mit dem Instrumentenkoffer auf dem Rücken. 
Jene, die um ihren Liebsten trauern, haben folgende Worte ausgewählt, um hineinzulegen, was in der eigenen schmerzhaft zugeschnürten Stimme erstickt.
Ich stehe unter Gottes Schutz, ich weiss das seit geraumer Zeit.
Er nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen
und machte mich fröhlich.
Und ich will hingehen,
alle anzustecken mit Freude und mit Freundlichkeit.
Hanns Dieter Hüsch

Freitag, 26. November 2021

330/365 hundert Prozent

Dieses Blacke vom heutigen Freitag geht mir sowas von auf die Nerven. Gestern habe ich mit der Tochter Geschichte gelernt, den Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu verstehen versucht.

Donnerstag, 25. November 2021

329/365 erlaubt

"Gestern war ich mit Papa im *Name des Elektro-Grossmarktes*. Er hat für mich einen soooo (zeigt mit den Armen eine Breite, die gerade noch zwischen die ausgestreckten Kinderarme passt) grossen Fernseher gekauft. Jetzt habe ich in meinem Zimmer einen eigenen Fernseher und ich habe die ganze Nacht fern geschaut." Zwei strahlende Kinderaugen treffen meinen Blick. "Die ganze Nacht?" frage ich, etwas anderes fällt mir nicht ein. "Schon nicht. Aber gefühlt die ganze Nacht."

Mittwoch, 24. November 2021

328/365 Fundstück

Rezept

 

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

 

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

 

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

 

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

 

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

 

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

 

Mascha Kaléko

 

Dienstag, 23. November 2021

327/365 entscheiden

Hin- und hergerissen zwischen Nachrichten schauen, Zahlen studieren, Kurven vergleichen – und nicht schauen, den Tag mit Sinn füllen, meinen, hier, jetzt.

Montag, 22. November 2021

326/365 Nebeltage

Das Leben schiebt sich durch den Novembernebel. Ich versuche ihm immer wieder Antwort zu geben, meine Haut mit seinen kühlen Tropfen zu netzen, nach vorne zu blicken, dorthin wo ich Richtung spüre, die Fratzen, welche durch das Grau grinsen, anzulächeln. Es ist eine sonderbare Zeit.

Sonntag, 21. November 2021

325/365 von der Zeit entbunden

Ich mag nicht schreiben. Aber ich mag auch nicht aufgeben, jetzt so kurze 40 Tage vor dem Ziel. Dass er jetzt schon seinen Tod bekommen hat, seinen ganz persönlichen, einzigartigen, geheimnisvollen Schritt hinüber in diese Welt, von der wir nichts wissen und doch soviel erhoffen, das wühlt mich auf. Wie gerne würde ich mit ihm darüber sprechen – morgen im Tram, möchte ihn fragen, wie das war, sich von der Familie zu verabschieden im Bewusstsein, dass es der letzte, der endgültige Abschied ist, möchte wissen, ob er Angst hatte, ob er im Frieden war und ist. Er wird nicht mehr einsteigen, nie wieder. Und die Kürbissuppe, die wir nun jahrelang auf nächstes Jahr verschoben haben, die werden wir auch nicht mehr zusammen essen. Man sollte Dinge nicht verschieben. Das wusste seine Familie seit zwei Jahren. Und sie haben die Zeit erfüllt mit Leben und Achtsamkeit. Ein paar weitere Jahre hatte man ihm vor wenigen Tagen in Aussicht gestellt, und dann ging alles so schnell. So anders. So unfassbar individuell.

Samstag, 20. November 2021

324/365 unfassbar

 


Freitag, 19. November 2021

323/365 ...

Sprachlos, erschüttert, verwirrt, traurigst. Es sah so gut aus nach dem schweren 2019. Er arbeitete wieder, schmiedete Pläne, hatte seinen Humor wieder gefunden. Und heute die Nachricht: Er liegt im Sterben. Der Freund aus den jungen Familienjahren, Vater meines Patenkindes, jünger als ich. Ich habe den Eindruck, ich hätte ihn eben noch getroffen vor wenigen Wochen im Tram, wo wir uns oft begegneten und ein paar Stationen Weg teilten. Und jetzt diese Nachricht. Ich hatte nichts mitgekriegt. Nichts. Weil ich ständig mit mir beschäftigt bin.

Donnerstag, 18. November 2021

322/365 Tageslauf

Vom Aufgang der Sonne (Blick aus dem Klassenzimmer kurz vor Unterrichtsbeginn)

bis zu ihrem Niedergang (Auf dem Nachhauseweg im Dorf)


und zum Beginn der Nacht (Blick aus einem Fenster im Haus)
schaue ich immer wieder staunend hinauf in den Himmel, wohlwissend, dass so manches Phänomen der belasteten Luft geschuldet ist.

Mittwoch, 17. November 2021

321/365 keine Ahnung

Oder vielleicht doch? Da legt sich immer mehr ein Schleier von Vorsicht, Resignation, Kummer, Ermüdung, Entfremdung und Verwirrung über die Erde, über die Menschen, über die Schicksalsgemeinschaften. Als ich neu an meinen jetzigen Arbeitsort kam, war mein erster und entscheidender Eindruck: Hier wird gelacht. Da arbeiten Menschen mit Humor und Begeisterung zusammen. Es hat keine grossen personellen Wechsel gegeben seither, aber es wird kaum mehr gelacht. Immer neu nehme ich mir vor, das nicht einfach hinzunehmen, dem Leichten und Heiteren auf der Spur zu bleiben. Aber selbst das fühlt sich oft an wie Schwerarbeit. 

Wird es uns gelingen, dem Licht treu zu bleiben? Wollen wir es überhaupt noch?

Dienstag, 16. November 2021

320/365 Konsequenz

Da die letzte Nacht beinahe schlaflos war, falle ich jetzt gleich ins Bett. Träumt was schönes!

Montag, 15. November 2021

319/365 In eigener Sache zum 2.

Seitdem ich am 23. Oktober die Frage nach dem Mobil-Design der Blogoberfläche gestellt und die Kommentarfunktion geöffnet hatte, sind meine Leserzahlen laut Statistik um etwa 60% eingebrochen. Das hat mich schon etwas irritiert, weil es mir schwer fiel, einen Zusammenhang zu diesem Post zu finden. Vielleicht sind so viele abgesprungen, weil ich die Kommentare nicht beantwortet habe, dachte ich mir schulterzuckend. Nun habe ich realisiert, dass einfach überhaupt keine Seitenaufrufe von mobilen Geräten mehr gezählt werden. Und dass auf einen Schlag alle LeserInnen, die via Handy surfen, abspringen, scheint mir doch eher unwahrscheinlich.
Ich kümmere mich da nicht weiter darum. Das tolle an Statistiken sind eh die schönen Zahlen, und die gbt es nach wie vor, heute früh zum Beispiel:


 

Sonntag, 14. November 2021

318/365 Grenzgang, Grenzfahrt und Grenzflug

Diese sechs Bilder entstanden heute Morgen aus der fahrenden Tram innerhab weniger Sekunden. Leider kriege ich sie nicht in die richtige Reihenfolge. Das erste hier gehört an die vierte Stelle, aber jedes Mal, wenn ich sichere, setzt es sich wieder an den Anfang. Man könnte dies bestimmt ändern, ich nicht.
Was ich sagen wollte: Die Krähen und die Wolken bewegen sich hier völlig frei zwischen Frankreich und der Schweiz. Kann man als Nichtwissende erkennen, auf welchem Staatsgebiet jeweils die Bäume stehen?






Samstag, 13. November 2021

317/365 Küchenfensterblick

Zur Zeit schaue ich nur am Wochenende bei Tageslicht aus diesem Fenster, daher verändert sich der Blick von Mal zu Mal markant. Heute früh hing da das letze Blatt, voller Melancholie und Ergebenheit, falls diese Mischung Sinn macht.


Freitag, 12. November 2021

316/365 müde

Und wieder eine Woche. 

Zum ersten Mal seit einem Monat wartet jetzt ein Wochenende ohne Zusatztermine. Das fühlt sich an wie kleine Ferien. 

„Ohne“ macht manchmal soviel Unterschied, dass ich ein richtig schlechtes Gewissen bekomme. 

Heute war ein Tag ohne die Herausforderung von ADHS. Ich wage kaum darüber zu sprechen, wie krass anders das war, wobei ich nicht mal so sicher bin, was „das“ beinhaltet. 

Ich denke jedenfalls, dass ich heute schlafen kann. 

Donnerstag, 11. November 2021

315/365 näblig ischs und tunkel

 
In mir drin sind so viele schöne Bilder. Zum Beispiel das eine, als wir zuvorderst still standen und zurück schauten auf die etwa 120 Kinder, von denen nur das Licht zu sehen war, das sie trugen. Nachdem der Räbeliechtliumzug zuerst ganz auf der Liste der gestrichenen Anlässe gestanden hatte, konnten wir einen Kompromiss aushandeln: Die Eltern mussten beim Schulhaus zurückbleiben und der Kindergarten (resp, alle sechs) feierten individuell ohne die Schule. So konnten wir die geforderten Zahlen erfüllen. Und das ist ja die Hauptsache. Leider war es schwierig zu singen. Meine Maske tropfte nach zwei Liedern beim Anstieg auf den Hügel und bald mochte ich gar nicht mehr anstimmen. Trotzdem: Der Abend war perfekt. Neblig. Kalt. Windstill. Dunkel. Und das Kind, welches vor einem Jahr nur geweint hatte, lief strahlend mit.

Mein Lieblingslied
 
Mit mim Räbeliechtli
gang ich langsam hei
näblig ischs und tunkel
ich bi ganz elei.

Aber ich bi zfriede,
mini Fründe wartet scho.
Sie händ nämlich extra
sLatärnli use to.

Mittwoch, 10. November 2021

314/365 Unterbruch





Da war heute soviel Erschöpfung und Grenzwertigkeit spürbar in den Begegnungen. Wieder versteckt zu sein hinter den Masken scheint aufzuzeigen, woher wir in den letzten Wochen neue Energie zu beziehen begannen oder eben wohin sie fliesst, wenn sie gestoppt wird. Die Augen des Kindes, welches mir sonst an den Lippen hängt, verloren sich traurig im Nirgendwo. Es sass die Stunden ab, schaute mal rechts, mal links, aber die Trittbrette waren weg und so fuhr der Zug noch und noch ab ohne dieses zarte Wesen. Das doofe Plastikfenster läuft ständig an, verrutscht im Gesicht, zwingt mich immer wieder, micht hinzusetzen und meinen Atem zu beruhigen.


Das Thema Gefühle habe ich abgebrochen. Wir beginnen nun Dinge zu üben, für die es genügt, wenn ich Papier verteile, das ausgefüllt werden kann. 

Und morgen schnitzen wir erst mal noch Räben.

Dienstag, 9. November 2021

313/365 negativ da positiv

Dieser seltsame Moment, wenn ich da vor dem leeren Fenster sitze und weiss: Gleich werde ich schreiben, weil ich es so will, weil dieses Weiss und ich uns für dieses Jahr versprochen haben, es als Chance zu nehmen, uns gegenseitig zu inspirieren. Manchmal mag das Weiss nicht, manchmal stellen sich die Worte quer, manchmal kann ich nicht abschütteln, was durch Nachrichten und Mails hereinwirkt. Heute zum Beispiel die Nachricht, dass wir ab morgen sofort wieder strikte Maskenpflicht haben auf dem ganzen Schulareal, wozu selbstverständlich auch das Klassenzimmer gehört. Ich werde diese extra angefertigten Modelle tragen dürfen, bei denen der Mund durch ein kleines Fenster sichtbar ist, damit auch das Kind, welches mich nur über die Mikrofonanlage hören kann, auch Lippen lesen kann. Ich sehe damit sowas von bescheuert aus, das lässt sich wirklich nicht in Worte fassen, da kann das Blatt oder das Fenster noch so weiss sein.

Montag, 8. November 2021

312/365 So ein Tag

so neben der Spur wie heute, so ein Tag, der darf getrost vergehn.

Gesucht habe ich nach was ganz anderem. Hiermit übergebe ich – den Tag, die Härte in meinem Denken, die Hilflosigkeit, das Nichtwissen. Ich lasse es mit den Klängen hinaustragen ins Nicht- und Allesverstehen.  
 

Sonntag, 7. November 2021

311/365 Im Moment



 

(Die drei Bilder sind Ausschnitte aus einem einzigen Blick in den Ofen.)

Der gestrige Tag gehörte einer schulhausinternen Weiterbildung. Heute stand ich daher vor einer für mich schwierigen Entscheidung: Riskiere ich es, ohne Vorbereitung auf eine neue Schulwoche zuzugehen und statt dessen im Haushalt soviel zu investieren, dass ich wieder einmal Besuch empfangen kann oder gebe ich wie immer der Schule den Vorrang und bitte um Verständnis? 

Der Besuch war dann nur zweieinhalb Stunden hier, in meinem Arbeitszimmer stehen jetzt zwei grosse Kisten mit Dingen, die ich noch richtig sortieren und versorgen muss. Doch ich denke, es war trotzdem die richtige Entscheidung und hoffe, dass ich nun schlafen kann, denn so konzept- und ziellos fühle ich mich schon ziemlich unentspannt.

Samstag, 6. November 2021

310/365 Wunderwesen

Nicht alles lässt sich erklären. Nicht jede Frage bekommt eine Antwort. Nicht jedes Geheimnis lässt sich lüften.

Jeder Tag aber hat ein Ende. :)

Freitag, 5. November 2021

309/365 Heute bin ich ....

Kennt jemand dieses Buch oder die entsprechenden Karten? Unser Thema seit einiger Zeit sind die Gefühle. In "Heute bin ich" leuchtet zu jedem Gefühlsadjektiv ein einzigartiger Fisch. Ich bin ziemlich verliebt in diese Bilder, und die Klasse war ungewohnt intensiv und motiviert am Rätseln, wie jeder einzelne Fisch sich fühlen könnte. Wir haben dann selber gemalt. Den Hintergrund hätte ich gerne schwarz gehabt wie im Buch, doch mit dem Material, das ich dafür gekauft hatte, wollte es nicht klappen. Wenn jemand dunkelgraue Oeko-Holzbeize braucht: Ich könnte einen ganzen Topf davon abgeben.



Heute zum Wochenabschluss (vor der Turnstunde ;) ) lag dann die Palette von 15 verschiedenen Fischkarten auf dem Teppich. Jedes Kind durfte sein Wichtelchen bei jener platzieren, welche seinem Gefühl nach dieser Woche am meisten entspricht und seine Wahl auch begründen. Sechs standen am Schluss auf glücklich (Hatte vor allem mit der Herbstmesse zu tun), fünf auf stolz und eines auf betrübt. Das Kind, welches diesen glücklichen Fisch hier oben gemalt hat, meinte: "Ich bin betrübt, weil diese Woche schon wieder vorbei ist und wir nun zwei Tage nicht in die Schule gehen können."

Donnerstag, 4. November 2021

308/365 Verwirbelung

Das war ein seltsamer Tagesbeginn heute. Begonnen hat er damit, dass er nicht begann, hesst, der Wecker ging nicht los, vermutlich mein Fehler, denn diese Geräte machen ja keine. Glücklicherweise haben meine Katzen die Zeitumstellung noch nicht kapiert und weckten mich rechtzeitig mit ihrem hungrigen Miauen. Kaum stand ich aufrecht, realisierte ich, dass ich bei der Vorbereitung des Tages die Turnstunde einfach ausgeblendet hatte. Das ist mir noch nie passiert und jede andere ausgefallene Stunde würden die Kinder mit Schulterzucken akzeptieren, nicht so die Sportstunde. Glücklicherweise fiel mir eine Erklärung ein, die nicht mal gelogen ist. Dann kam ich zur Tram und alle Stammplätze waren besetzt. Klar, völlig unproblematisch, aber ein untrügerischer Beweis dafür, wieviel Stabilität  der Alltag aus solch winzigen Ritualen und Gewohnheit bezieht.

Den ganzen Tag lang konnte ich das seltsame Gefühl, dass eine leichte Schieflage eingetreten ist, nicht mehr loswerden. Gute Nacht!

Mittwoch, 3. November 2021

307/365 Ausfall

 307 fällt hier aus zeitlichen Gründen aus, hat aber stattgefunden.

Dienstag, 2. November 2021

306/365 ....

Das darf ich wohl erzählen ohne grenzüberschreitend zu sein?

Seit den Herbstferien haben alle drei zweiten Klassen zusammen einmal die Woche Chorsingen. Ich leite die Proben und bin noch jedes Mal aufgeregt und nervös. Es sind doch fast 60 Achtjährige, die ziemlich viel – naja – Phantasie und Mitteilungsbedürfnis haben. Heute haben wir die Lieder für den Laternenumzug geprobt. Ich habe eine Melodie gespielt und gefragt, ob jemandem die Worte dazu in den Sinn kommen. Ein Mädchen meldete sich, ich gab ihr das Wort.

Doch sie begann zu singen, hell, rein und fein, eine ganze Strophe. Alle Menschen im Saal waren mucksmäuschen still, hielten verzaubert den Atem an. 

Nach dem letzten Ton floh ich hinter das Klavier, griff in die Tasten und forderte damit alle auf, das Lied mitzusingen, während mir die Tränen übers Gesicht liefen.

Was für ein Licht vermag ein einziger kleiner Mensch zu sein!

Montag, 1. November 2021

305/365 fremde Federn

Heute ein geklautes Bild von srf-Meteo. Ich finde es so unfassbar schön. Ansonsten habe ich Mühe mit der Zeitumstellung wie lange nicht mehr.