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Donnerstag, 15. Dezember 2022

Freunde

Sei gegrüsst, solltest du hier vorbeikommen.

Heute fühlt es sich wieder einmal nach Teilen an, vielleicht weil ich krank bin und den Tag im warmen Zimmer verbringe.

Im September habe ich erzählt von meiner intensiven Weiterbildung im Frühjahr. Es war nicht geplant, dass ich in ähnlicher Dichte weitermache, doch sowas sucht man nicht, für sowas wird man wohl eher gefunden. Ich jedenfalls spürte fraglos, dass dieser Kurs mich ruft, als ich ihn ausgeschrieben sah, und seit November gehört nun der Dienstagabend dem heilsamen intuitven Malen, meinem bunten, etwas chaotischen Arbeitstisch, dem Papier, einer Fülle von Farben und meiner Aufmerksamkeit für das, was der Moment entstehen lässt.

Was ich jedoch heute hier in den Wind stellen möchte, ist ein Video von meiner Kursleiterin. Darin ist wohl tiefer zu erahnen, was mich bereichert und unendlich dankbar macht in diesen Wochen und hoffentlich endlos darüber hinaus. 


Ich hoffe, es geht dir gut und wünsche an dieser Stelle schon mal einen guten Durchgang durch die dunklen Sonnenwendetage.

Sonntag, 11. September 2022

Gruss

Das hätte ich mir während vieler, vieler Jahre nicht vorstellen können: Dass ich irgendwann einmal einen Widerstand spüren würde, dieses Fenster zu öffnen. Und je länger es geschlossen blieb, desto grösser wurde dieser Widestand.

Zuerst für die, welche nachgefragt haben: Mir geht es gut, ging es die ganzen Monate gut. Ich bin gesund, die Familie ist es auch, und die Rückkehr zu einem normalen Leben ohne die ständig präsente und sichtbare Vorsicht voreinander hat mir eine tiefe, wohltuende Entspannung geschenkt und vieles wieder zurecht gerückt.

Natürlich ist da Herausforderung, täglich, stündlich, oft permanent. Doch solange ich ihr kreativ begegnen kann und nicht erstarre oder verstumme, solange ich sie bejahen kann und die Kraft nicht brauche, um Schuldige zu suchen, sondern die Verantwortung übernehme für den nächsten Schritt, fühlt es sich richtig und lebendig an.

Es war wohl diese Weiterbildung von März bis Juni, welche mich von hier entfernt hat. Wir wurden mit kanz konkreten Achtsamkeitsübungen verschiedenster Art durch die Wochen geführt, hatten Schreibaufträge in einer für mich völlig neuen Art, übten neue Gewohnheiten ein und waren dadurch in intensivem Dialog mit unserer direkten In- und Umgebung. Ich war gesättigt und hatte als Übfeld für meine konkreten Aufträge den Unterricht gewählt. Ich hätte auch diese unsichtbare Leserschaft hier wählen könne, doch das fühlte sich nicht richtig an, zu wenig konkret, zu wenig fassbar, zu wenig verbindlich und resonierend.

Dann kam die Hitze und mit ihr eine unendliche Trägheit. Ich funktionierte im Überlebensmodus und litt mit der Natur einen schmerzhaften Durst, kaum etwas, was floss, Worte schon gar nicht.

Nun hat es geregnet und abgekühlt, gestern hat uns ein Erdbeben aufgerüttelt und einen Adrelaninstoss verursacht, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt hatte, ich lese der Klasse Ronja Räubertochter vor und lerne soviel von ihr und aus den Gesprächen, die sich mit der Klasse daraus ergeben, zum Beispiel dass die unheimlichen Graugnomen nur gefährlich sind, solange man Angst vor ihnen hat.

Falls noch jemand vorbeischaut: Ich lasse herzliche Spätsommergrüsse hier, einen vorüberziehenden Wolkenschatten und den Duft nach riefen Äpfeln.

Donnerstag, 9. Juni 2022

Gelernt

 „Nomen schreiben wir mit einem Grossbuchstaben, zum Beischbil: der baum.“

Donnerstag, 2. Juni 2022

Berührung

Wahnsinn. Jetzt war ich etwa 6 Woche nicht mehr da und muss mich richtig neu orientieren.

Es gibt nicht viel, was sich schreibig anfühlt. Vermutlich bin ich ohne es richtig zu merken in einen neuen Lebensabschnitt gerutscht. 

Warum heute trotzdem?

Weil etwas unerwartet  Erfreuliches geschehen ist mitten in dieser Zeit, in der man sich volllaufen lassen kann mit Negativität.

Gestern habe ich mit der Klasse über unser Begrüssungs- und Abschiedsritual gesprchen, welches für diese Klasse seit dem ersten Schultag vor knapp zwei Jahren aus einer kleinen Verbeugung voreinander bestanden hatte.
Ich erzählte davon, wie die Menschen sich früher in diesem Moment die Hand gereicht und in die Augen geschaut hatten und dass ich mir wünsche, dass wir das wieder lernen oder zumindest versuchen.

Innerlich war ich darauf gefasst, dass diese Arte der Begegnung auf diese Kinder befremdend und unangenehm wirken könnte. Nie aber hätte ich mit der Reaktion gerechnet, die mich in dem Moment überspülte: Ein Begeisterungssturm brach los. "Endlich!" rief ein Kind. Und ein anderes lachte: "Jetzt weiss ich endlich, warum wir uns immer so anders begrüsst haben!"

Und nun stehen sie erwartungsvoll in der Reihe, überrascht und berührt, strahlen, nennen meinen Namen, stellen sich zum Teil nochmal hinten an.

Ein Bisschen musste ich an den eisernen Heinrich denken am Ende des Märchens vom Froschkönig, als die Ringe, die seine Brust gehalten hatten, barsten, weil die Erleichterung und Freude über die Erlösung seines Königs so weitend und gross war.

Samstag, 16. April 2022

Was noch übrig ist

Heute bin ich einfach nur dankbar und froh, dass ich nicht ausgerastet bin.

Es war kurz nach 15 Uhr, als ich zum Ostereinkauf durch diese Überfülle ging. Da wurde ich ungewollt Mithörerin eines kurzen Gesprächs zwischen einer Kundin und einer Verkäuferin. Ich weiss nicht, worum es ging. Die Kundin meinte in grosszügigem Ton: "Na da bin ich ja selber Schuld, wenn ich erst so spät zum Einkaufen gehe. Da muss man halt nehmen, was noch übrig ist."

Sie stand vor einer Auslage voller Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren.

Ich musste weg, schnell.

Freitag, 1. April 2022

Weisstöne hinterm Haus

Vorgestern
heute
"Zurück zur normalen Lage" hat der April auf seine Weise interpretiert!
Die Tramtüren öffnen jetzt nicht mehr automatisch. Das finde ich schade.

Donnerstag, 31. März 2022

Lesezeichenwunderwesen

Bei der wunderbaren Allerleirauh, die mich seit den ersten Bloggerschritten vor bald 14 Jahren begleitet, inspiriert und so oft lächeln lässt, durfte ich eine halbe Klasse zauberhafter gefilzter Buchzeichen bestellen. Vor etwa einem halben Jahr sind bereits Tiger und Bär, der Rabe Antolin, eine Füchsin und eine allerliebste Leseratte bei uns eingezogen und haben zum Teil ein neues Zuhause bei einem Kind gefunden.

Diesmal habe ich vor allem an die Schüler*innen gedacht, an den schlangenliebenden Jungen, das einhornvernarrte Mädchen, das scheue Hasenkind, das wachsame Eichhörnchenwesen, den kleinen Löwen. Doch als mir dann die Bilder geschickt wurden und ich hätte auswählen sollen, da konnte ich nicht anders: Nun sind es eben drei Schlangen und drei Einhörner, und ich bin überzeugt, es wird genau richtig sein so.

Nun müssen sie allerdings noch etwas warten, darauf, dass mir klar wird, wie sie ihren ersten Auftritt haben werden. Mir fehlen zum Beispiel noch Helferinnen für die Einführung der Adjektive. 

Das wird sich weisen.

Mittwoch, 30. März 2022

Das Lied der Erfüllung

In der (Online)-Vorstellungsrunde der neuen Weiterbildung sollten wir einen Moment des heutigen Tages nennen, der für uns ein Herzöffner war.

Ich überlegte nicht den Bruchteil einer Sekunde.

Als es zu regnen begann.

Als ich dann zum ersten Mal draussen war und die frische Luft einatmete.

Als ich auf dem Heimweg sah, was mit der durstigen, staubtrockenen Natur in den vergangenen Stunden geschehen war: Diese Intensivierung des Grün, die hellgrünen Farbtupfer im Wald plötzlich, die neue Akkustik - oder die Vögel sangen mit mehr Begeisterung, das weiss ich nicht, es tönte alles so klar und entspannt.

Und nun wird mich das Tropfen in den Schlaf singen. 

Danke.

Sonntag, 27. März 2022

Lebenszeichen

Weil ich darum gebeten wurde: Ich lebe. Ich bin gesund, wenn man mal absieht von häufiger werdenden Teilstörungen des Bewegungsapparates. Das Virus macht weiterhin einen Bogen um mich, zeigt kein Interesse an mir bisher. Wahrscheinlich ist es männlich.

Ich werde erst wieder schreiben, wenn es regnet. Ich kann dieses "Juhui, es ist so schönes Wetter!" kaum mehr ertragen.

Am Mittwoch beginnt eine dreimonatige Weiterbildung, welche aus täglichen Übsequenzen besteht. Wie sich das auf Windworte auswirken wird, kann ich schwer abschätzen. Ihr Thema: "In Verbindung heilen, frei werden und wachsen".

Freitag, 4. März 2022

Was kann ich tun?

Da ist soviel, was in mir aktiviert wird in diesen Tagen: Angst, Wut, Entsetzen, Sorge, Ohnmacht, Mitgefühl und alles in Wellen wie damals die Trauer. Gestern bin ich einem Menschen begegnet, der von seiner Hoffnung erzählt hat. Es war so unglaublich, welchen Unterschied das gemacht hat. Ich hörte ihm zu und überlegte mir kurz, ob das angebracht ist, aber dann spürte ich, wie sich eine dicke Wolke zurückzog, wie es hell wurde und warm. Ich spürte wieder den Kontakt zu meiner Kraft, zu meinem Mut und meinem Leben. In dem Moment war es für mich so klar, dass dies die sinnvollste Aufgabe ist, an der zu arbeiten sich jetzt lohnt: Offen bleiben für das Licht, Friedensarbeit in meinen Gedanken und mit meinen Gefühlen. 

Heute früh bin ich den halben Ferienschulweg zu Fuss gegangen. Schritt um Schritt übte ich mir zu erlauben, dass ich es wunderschön finden darf was ich sehe, höre, rieche, dass ich diesen Vorfrühling lieben und mich von ihm berühren lassen darf.


Und ich liebe auch meinen chaotisch bunten Ferienschreibtisch. Ich darf mich inspirieren lassen von den Farben, darf experimentieren mit Materialien, darf Ideen entwickeln, umsetzen und gleichzeitig wissen und all das Schreckliche, Unfassbare. 

 
Was macht den grösseren Unterschied für die Welt? Wenn ich verzagt in Dunkelheit versinke oder wenn ich lächelnd von meiner Hoffnung erzähle?


Montag, 21. Februar 2022

Ende zum Zweiten

Heute ist der allerletzte Tag meines Lebens, an dem ich offiziell ein Kind habe.

Schon am Abend dieser ziemlich dramatischen Geburt rechneten wir aus, dass dann einst in vieeeelen Jahren dieses neugeborene Kind am 22.2.22 volljährig werden wird. Und nun? Ich kann es nur schwer fassen, dass dieser Abschnitt meines Lebens unwiderruflich vorbei ist, auch wenn sich äusserlich nicht von heute auf morgen viel verändern wird. Allerdings hat sie ein deutliches erstes Zeichen gestzt, als sie vor ein paar Tagen verkündete: "Ich werde nächste Woche für sieben Tage mit Interrail verreisen, alleine." Kein: Was hälts du davon? Darf ich? Findest du es ok? Ich tat nur interressiert und beeindruckt, machte ihr jedoch den Gefallen nicht, dass sie anfügen konnte, sie sei dann mündig und brauche keine Zustimmung mehr von mir.

Ist ja schon klar. 

Ihre bisherige Lebenzeit am heutigen Tag in die Zukunft gespiegelt lässt mich kurz vor meinem 76. Geburtstag stehen. 

Oh, jetzt habe ich mich eine Stunde lang in Bildern aus jenen Familientagen verloren, in denen das Leben zu einem Grossteil perfekt war. Erschöpft zwar, aber so lebendig....

Eines davon, da war sie drei.



Mittwoch, 16. Februar 2022

Ende oder Anfang

Und plötzlich soll alles wieder vorbei sein. Ab morgen dürfen alle wieder alles. Überall. Ausser im öV. Werden wir achtsamer aufeinander zugehen? Werden wir uns wieder die Hände reichen irgendwann? Werden wir wieder Körperkontakt zulassen? Werden wir uns wieder unterhalten und dabei dicht voreinander stehen? Werden die Gräben sich wieder füllen? Werden die, welche unbeugsam waren, wieder Teil der Gemeinschaft sein können?

Neugierig, etwas ungläubig und vorsichtig schlage ich das neue Kapitel auf.

Dienstag, 15. Februar 2022

Erinnerung

Vorhin sass ich im Tram. Ich freute mich zu spüren, dass um diese Uhrzeit bereits Dämmerung zu ahnen ist. Bald werde ich wieder bei Tageslicht nach hause kommen. Aber da war noch was – ein Geruch, vertraut und doch fremd. Ich konnte ihn nicht einordnen, spürte Emotionen, die mich irritierten. Was ist das? Ich schaute um mich und fand keinen Hinweis.

Dieser kam kurz darauf aus dem unsichtbaren Lautsprecher: "Liebe Fahrgäste, bitte beachten Sie, dass im öffentlichen Verkehr eine Maskenpflicht gilt. Wir danken Ihnen für Ihr Verst....." Ups. Schnell zog ich meine Maske über das Gesicht und war wieder eingehüllt in den vertrauen Sicherheitsmief der letzten zwei Jahre.

Aber nun freue ich mich nicht nur auf das Licht, sondern auch auf Überraschungen für andere Sinne.

Montag, 14. Februar 2022

Noch nie in den vergangenen 13 Jahren habe ich an Mirjams Himmelsgeburtstag keinen Blogeintrag verfasst. Mit dieser Tradition mag ich noch nicht brechen. Dass wir ausgerechnet heute Schneeglöckchen erschaffen haben, ist ein schöner Zufall, der mir erst im Nachhinein aufgefallen ist.
Es brannte eine Kerze im Schulzimmer. Niemand hat danach gefragt. Die Wolken am Morgenhimmel brannten, niemand fragte warum. Ausserdem war der Tag übervoll von Herausforderungen im Hier und Jetzt, dass die Erinnerungen keinen grossen Raum einnehmen konnten. 
In meinem Herzen ist es warm und still. Die Narben gehören zu mir und schmerzen nicht mehr. Aber wenn der Himmel brennt an diesem Morgen, dann muss ich keinen fragen warum.

Dienstag, 1. Februar 2022

Weiter

Dem Februar kurz Hallo sagen, weil das so Tradition hat. Zum ersten Mal seit vielen Jahren spüre ich wieder die Vorfreude auf das baldige Erwachen am Monatsanfang. Die Angst vor den Erinnerungstagen ist nicht mehr da. Die vielen Zweier in den Daten der nächsten Tage und Wochen macht mich ein Bisschen glücklich und dass ich wieder arbeiten darf auch. Die dritte Quarantäne ist Geschichte, der Sohn wieder gesund, angesteckt worden bin ich auch diesmal nicht. Leider geht zur Zeit auch eine ziemlich heftige, fiese Magen-Darm-Grippe mit hohem Fieber um. Magen-Darm ist mein Albtraum. Die möge mich verschonen, bitte. 

Vor 20 Jahren hoffte ich auf den 2.2. als Geburtstermin. Selbstverständlich vergeblich.

Freitag, 28. Januar 2022

Verpasst

Ups, das war ein angefangener Beitrag, der es nicht bis zur Vollendung geschafft hat und jetzt nicht mehr passt. Doch ich will mal nicht so sein und dem V seinen Platz lassen. (1.2.22)

Donnerstag, 27. Januar 2022

Unpassend

Heute wäre nun das Q-Wort dran, aber weil wir schon beim U sind, unterlasse ich es und harre einigermassen gelassen der Dinge, die nun kommen. 

Was in mir nachwirkt von den Elterngespräche sind auch Bilder: Diese Männerarme voller gestochener Bilder und all die gepflegten Frauenhände mit kunstvoll gefärbten Nägeln.

Was die wohl beobachten und denken, wenn sie meine alten, von Hautkrankheit und Haushalt gezeichneten Hände sehen?

Mittwoch, 26. Januar 2022

Test

Wieviel Zeit habe ich und hat die Weltbevölkerung in den letzten 20 Monaten wohl mit Warten auf Testergebnisse zugebracht, auf eigene und auf die naher, massnahmenrelevanter Menschen, innerlich zweigleisig planend und bangend? Mich hat es nicht flexibler und gelassener gemacht, leider. Lebe grad eine weiter Chance.

Dienstag, 25. Januar 2022

So

Heute Abend habe ich die letzten drei Elterngespräche auch noch geschafft. Dreimal sassen mir Eltern gegenüber, welche von ihren eigenen Schulversagen, ihren ununterbrochenen Bauchschmerzen als Schulkind, ihren Ausgrenzungen als Ausländerkind, ihren Karrieren von einer Sonderschule zur nächsten .... erzählten. Ich beginne zu verstehen. Und ich realisiere, dass der Satz: "Unser Kind geht gerne zur Schule", das grösste Kompliment oder Vertrauensbeweis überhaupt ist, welche mir solche Eltern machen können. 

Demütig dankbar gehe ich nun schlafen, ohne all die Einwände und Abers, die ich anfügen könnte im Bezug auf meine Professionalität. Da haben sich heute für ein paar Stunden die Relationen verschoben. "Ich staune jeden Morgen, dass der einfach gerne aus dem Haus geht und sich auf die Schule freut." Welch traumatische Erfahrungen müssen in einem Vater eingeschrieben sein, der so auf seinen Sohn blickt?!

Montag, 24. Januar 2022

Rückblick

Das gibts ja nicht. Da schreib ich mal nichts und – schwupps – habe ich mich daran gewöht! Das mit dem Neuen täglich relativiert sich stündlich. Ich brauche Routine und vertraute Abläufe, der Beruf bringt Überraschung genug, manchmal im Minutentakt. 

Heute war ein Team von der Uni in meiner Klasse. Wir machen mit bei einem Forschungsprojekt zum Thema Werteentwicklung oder so ähnlich. Der eine Typ war vor einem Jahr schon einmal da und konnte sich an den einen Schüler noch sehr präzise erinnern. In der Pause schilderte er das Kind resp. sein Bild, das er damal mitgenommen hatte. "Aber der ist offenbar nicht mehr in der Klasse." meinte er. "Oh doch", erwiderte ich und zeigte dessen Platz. "Nein, den meine ich nicht", war er überzeugt.

Ich musste lachen und staunen. Von Woche zu Woche sind Fort- und Entwicklungsschritte oft kaum zu sehen. Wenn jemand kommt und einen Jahresbogen spannt, schafft das Distanz und du kannst plötzlich den Anflug eines "Erntegefühls" spüren. 

Das hat heute gut getan und Mut gemacht.

Donnerstag, 20. Januar 2022

Quer durch Europa

Heute hat zum ersten Mal, seitdem es diese Familie, in der ich die Mutter bin, gibt, jemand ein Auto gekauft. Kurz vor seinem 20. Geburtstag ist der Jüngste zum Besitzer eines Kleinbusses geworden. Was die ältere Schwester mit einem Schiff geschafft hat, will er auf vier Rädern verwirklichen. Alleine. "Du freust dich nicht wirklich, oder?" schrieb er, als ich im Familienchat nicht gleich auf seine Nachricht reagierte. So ein Auto ist eben Vieles: Verkehrsmittel, Traumverwirklicher, Freiheitschenkender, Abenteuerbegleiter, Selbständigmacher, Horizonzerweiterer, Geldschlucker, Umweltverschmutzer, Grenzüberschreiter (oder -fahrer), Zuhause und wohl noch so manches, was eine Mutter nicht verstehen kann. Nicht jedem dieser Aspekte reiche ich gleich freudig die Hand, aber das ist meine Geschichte. Ich werde ihn ziehen lassen und hoffen...

Montag, 17. Januar 2022

Pech, Gold, Schnee und Schaumstoff

Zwei Kinder kannten Frau Holle schon, eines von der CD bei den Grosseltern, das andere vom Film. Völlig gebannt hörten sie zu. Als ich bis zum Lebensende fertig erzählt hatte, streckte ein Mädchen auf: "Ich kenne auch eine Frau Holle, da kann man auf einen Knpf drücken, dann kommt so Schaumstoff herunter."

Sonntag, 16. Januar 2022

Ohnmacht

In unserer Familie sind es nicht die allgemein-aktuellen Diskussionen, die uns spalten, sondern das Thema Ernährung mit tierischen Produkten. Spätestens nach fünf Minuten weint sie, welche sich mit dem Thema Tag und Nacht beschäftigt, weil sie uns nicht restlos überzeugen kann und an ihrer Ohnmacht beinahe zerbricht. Jede Frage, welche einen Hauch von Infragestellung enthält, bringt sie zur Verzweiflung. Jetzt sitzt sie weinend oben in ihrem Zimmer, und ich sitze hier mit meiner eigenen Ohnmacht. Wenn das gemeinsame Essen verunmöglicht wird und Ort von Ekels und Fehlentscheidungen wird, fällt das letzte gemeinschaftsbildende Element unseres Alltages weg. Als einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, sehe ich meine eigene totale Umorientierung.

Fleisch wegzulassen fällt mir leicht, ich koche schon lange nicht mehr mit Fleisch. Was mir unglaublich schwer fällt ist, auf alle Milchprodukte und auf alles, was Eier enthält, zu verzichten. Und die Kraft und Energie, mich mit den Alternativen auseinanderzusetzten, fehlt mir.

Aber das Schlimmste ist, dass ich nicht weiss, wie ich auf eine gute Art im Gespräch bleiben kann mit der Tochter, die Angst, dass ich sie verlieren kann.

Samstag, 15. Januar 2022

Nachtgespenst

Letzte Nacht wurde ich um halb vier wach, als der Sohn nach hause kam. Danach lag ich schlaflos, bis die Glocken sechs Uhr läuteten und fiel danach noch einmal in einen unruhigen Schlaf. Als es dämmerte, erwachte ich aus einem riesigen Traum, der in einer so ekligen, abstossenden Szene geendet hatte, dass ich mich den ganzen Tag lang nicht wirklich davon befreien konnte.

Ich kann ihn nicht erzählen, denn das Internet liefert zu den entsprechenden Traumbildern so haarsträubende Bilder, dass ich hoffe, morgen wieder aufzuwachen. 

Ich erinnere mich sehr, sehr selten an Träume und wünschte mir oft, es wäre anders. Nach heute früh weiss ich nicht so recht, sollte ich meinem unterbewussten Vergessen dankbar sein (oder nächstes Mal auf die internette Interpretation verzichten).

Freitag, 14. Januar 2022

Müdigkeit

Es gibt vieles, was zur Zeit Erklärung für Müdigkeit sein könnte. Ich wähle schlechten Schlaf in letzter Zeit, Plastikvisier über Stunden, wodurch ich ständig meine eigene Atemluft wieder einatme, Spaziergang an der kalten Wintersonne und vielleicht noch eine tieferliegende Müdigkeit, die sich über viele Monate aufgebaut hat.

Wenn ich mir versuche vorzustellen, wie sich das Gegenteil von Müdigkeit anfühlt, wache, perlende Lebendigkeit, dann muss ich weit zurückgehen in meiner Erinnerung. 

Ich hoffe einfach, dass diese Qualitäten irgendwo versteckt und vorfreudig darauf warten, sich wieder ausleben und ausbreiten zu dürfen. Ich hoffe, diese Hoffnung nährt sie und hält sie am Leben. Muss!


Donnerstag, 13. Januar 2022

Lernfelder

Wir Lehrerinnen sind oft einsam. Zwar sind wir so gut wie nie alleine, doch es gibt eine grosse, starke Gruppe von Menschen, welche wir ständig spüren, jedoch kaum je hören oder sehen, es sei denn, es läuft etwas schief, tatsächlich oder von aussen besehen.

Es sind die Eltern. Wenn man Glück hat, sind in einer Klasse zwei, drei Elternhäuser vertreten, welche sich mehr einbringen, auch mal Rückmeldungen geben, konstruktiv mitdenken und Vertrauen zum Ausdruck bringen. Das reicht zum Überleben, ziemlich gut sogar. Man kann jedoch auch ein anderes Glück haben, und diese Eltern haben kein Kind in der eigenen Klasse. Du weisst zwar, dass deine SchülerInnen täglich hin und her wechseln zwischen ihren Elternhäusern und der Schule, aber für dich bleibt jene andere Seite des Weges eine fremde, unbekannte, seltsame und  eben manchmal auch bücherlose Welt.

Umso wertvoller und aufschlussreicher sind die einmal im Jahr stattfindenden Elterngespräche, und da der Januar der Gesprächsmonat ist, bin ich diese und die beiden folgenden Wochen ziemlich gut damit beschäftigt, hinüber zu spüren in oft so fremde Welten und Ansichten, Nöte und Ziele. Und ich lerne so manche Kinder und so manche ihrer Herausforderungen besser verstehen.

Dienstag, 11. Januar 2022

Kaum zu glauben

Es gibt Kinder, die leben offenbar in einem Zuhause ohne Bücher, auch ohne Bilderbücher. Nein, nicht weit weg in anderen Kulturen sondern ganz nah, so nah, dass die Lehrerin FrauWind heissen könnte. Ist das nicht unglaublich traurig? Oder habe ich mich hoffnungslos verrannt in nostalgischen Vorstellungen?

Montag, 10. Januar 2022

Jedem das Seine

Nomenrätsel:

"Der Begleiter heisst "der", man kann es anfassen, sollte aber nicht, man kann es sehen und manchmal hören, es beginnt mit einem grossen B und es ist ein Tier."

"Das Haus!"

Sonntag, 9. Januar 2022

Irgendwie

erlebe ich zur Zeit soviel auf dem Hintergrund der Vergänglicheit. Besonders das Leben im Haus, der lebendige Mix verschiedener Leben, erscheint mir so kostbar, weil ich weiss, dass es eine Frage der Zeit ist, der absehbar kurzen Zeit, und dann mixen diese Leben sich mit anderen. Mein Part ist in meiner Vorstellung immer das Zurückbleiben, die Stille des Alleinseins. Darüber denke ich ein andermal nach.

Heute war ein guter Tag, da waren auch Freunde da und Lachen, laute Musik und viel Betrieb in der Küche. Ich sass daneben, schreibend, lauschend diesem freundschaftlichen Miteinander, Kommen, Gehen, Rufen, Teilen. Da springen so kleine Glückselfen Trampolin in meinem Bauch. Das taten sie noch nicht, als dieser Unruhepegel Alltag war und die Alleinseinstille Geschenk.

Ich werde die Verantwortung für meinen persölichen Mix selber übernehmen müssen.

Samstag, 8. Januar 2022

Heute

ist der erste Tag seit mehr als einem Jahr, an dem ich nichts schreibe, wollte ich schreiben, doch da hatte ich schon geschrieben und damit den Sinn  dieses Satzes in sich selber aufgelöst.

Freitag, 7. Januar 2022

Geschafft

Die erste Maskenwoche (Halbwoche) ist Erfahrung. Unerwarteter Nebeneffekt: Die Klasse ist ruhiger hinter diesen Mund-Schutzschildern. Heute Nachmittag war ich mit ihnen im Wald – ohne Maske (die Kinder) – und auf dem Rückweg haben wir Nomenrätsel gespielt. War das eine Freude für mein Lehrerinnenherz zu spüre, mit welcher Begeisterung sie anwendenden konnten, was wir diese Tage gelernt und gezaubert hatten. "Der Begleiter von meinem Nomen heisst das und es beginnt mit einem grossen G!"

Donnerstag, 6. Januar 2022

Fundstück

Wiedergefunden habe ich dieses Zitat heute in meinem Fundus, gehört habe ich es im Oktober in einem aufgezeichneten Gespräch mit Eva-Maria Zurhorst

"Du musst etwas wagen, das du noch nicht kennst.
Das ist der einzige Weg im Wachstum."

 Also doch...

Mittwoch, 5. Januar 2022

Ernüchterung

Aufgeben ist zu früh, zuviele Einsichten und Aha-Momete bietet mir die Überforderung noch ständig. Es ist nicht so, dass ich tagsüber vergessen würde, was ich mir vorgenommen habe. Doch die Gewohnheit ist so unglaublich stark, dass ich ihr kaum beikomme. Das fängt schon damit an, dass ich am Morgen doch eigentlich locker, sollte man meinen, einen völlig anderen Platz im Tram wählen könnte als sonst immer. Ich steige an der Endstation ein in ein fast leeres Fahrzeug. Oder während der Fahrt einmal einfach nicht auf den Bildschirm schauen, gar nicht, sondern zum Beispiel ein Buch lesen oder lauschen. Gewohnheiten kommen mir vor wie mit mir verwachsene Halteseile. 

Immerhin fand heute zum ersten Mal in diesem Jahr wieder fast normaler Unterricht statt.

Dienstag, 4. Januar 2022

Dienstag

Da wird was anderes draus als ich mir vorgestellt hatte, nicht diese Entschlossenheit, mit der ich über meine Grenzen gehen oder zumindest schauen wollte, sondern eine abendlich Rückschau mit der Frage: Was hast du heute zum ersten mal getan?

Ich habe heute zum Beispiel zum ersten mal ein Ladekabel für den Akkustaubsauger im Teamraum gesucht, weil die Schulleiterin die Tannnadeln wegsaugen wollte, nachdem sie das Adventsgesteck weggeräumt hatte. Ich traf sie an mit leerem Akku und musste eh warten, bis der Kopierer frei war.

Und dann habe ich zum ersten mal der jungen Kollein einen Caffee Latte (wir trinken beide denselben) in ihr Zinmer hoch gebracht, um sie ein bisschen zu trösten, weil ihr Klassenpool gestern als zweitienziger positiv war und sie mit dem Fernunterricht in die Verlängerung muss.

Mit einer aderen Kollegin habe ich über den Kirchenbrand gesprochen, der sich in der Silvesternacht im Nachbarsdorf ereignet hat.

So Dinge halt, die ständig neu sind, weil jeder Tag neu ist.

Morgen werde ich zum ersten Mal eine maskierte Klasse unterrichten.

Montag, 3. Januar 2022

C-Test

Hätte mir jemand dieses Szenario vor zwei Jahren als Zukunftsmusik abgespielt, ich hätte ihn oder sie für verrückt erklärt, hätte Schweissausbrüche gekriegt und die Situation als unvereinbar mit unseren kulturellen Werten gehalten. Niemals, schrecklich, undenkbar, aus einem Horrorfilm, hätte ich gesagt, und vermutlich noch andere Dinge wie: dass ich eher kündigen würde...

Heute so:

Eine Lehrerin, die aussieht wie ich, im Gesicht eine Atemschutzmaske mit ovalem, durchsichtigen Plastikfenster trägt, steht am Morgen zusammen mit 10 siebenjährigen Kindern im Schutz eines Veloständers vor dem Schulhaus. Alle Kinder tragen Masken im Gesicht und in den Händen ein farbiges Kistchen mit einem Plastikröhrchen und einer Ampulle Kochsalzlösung. In gebührendem Abstand von einander kauern nun alle auf den Boden, ziehen die Maske unter das Kinn, öffnen das Röhrchen und danach die Ampulle, spritzen deren Inhalt unter die Zunge, zählen unter seltsamen Mundbewegungen still mit der Lehrerin auf 10, spucken in das Röhrchen und zählen ein weiteres mal, um das Röhrchen danach noch etwas mehr zu befüllen. Völlig unaufgeregt und selbstverständlich legen sie dann das fest verschlossene Röhrchen der Lehrerin in die Hand und verabschieden sich mit einer Art Knicks und einem C4-Briefumschlag nach hause. Vielleicht lächeln sie, es lässt sich nicht erkennen.

So kann man sich täuschen.


Sonntag, 2. Januar 2022

Beispiel

Da muss ich mich nun erst rein finden, oder herausfinden, was erste Male sind. Sind es die, welche ich als solche inszeniere, in Angriff nehme (das tönt so kriegerisch), oder reicht es zu realisieren, dass das, was ich gerade tue, ein Novum ist. Klar, das definiere ich. Oder auch nicht, weil ich es gar nicht definieren will.

Heute so:

Weihnachten ist bei uns der Sammelpott von Traditionen schlechthin. Ich fange gar nicht an aufzuzählen. Jedes Jahr stelle ich ein paar davon in Frage, zur Diskussion. Aber es ist jedes Jahr dasselbe: "So wie immer." Nur beim Essen, da ist nichts mehr so wie früher. Dieses Jahr haben die Älteste und der Jüngste zusammen ein veganes Viergangmenü gezaubert. Und Zauber ist nicht übertrieben. Mir blieb das Decken des Tisches. "Sollen wir dieses Jahr mal ohne die weisse Tischdecke essen?", fragte ich in die Runde. "Ach nein, bitte so wie immer", war die mehrstimmige Antwort und ich holte es aus dem Keller, das grosse, weisse Tuch, welches früher auf dem Gästetisch eines Pfarrhauses gedient hatte. (Im Elternhaus der einen Urgrossmutter meiner Kinder).

Einmal im Jahr am Weihnachtstag breiten wir es aus auf unserem Tisch, hier bleibt es liegen bis Silvester. Ab da heisst das Schicksal des Tuches für einige Wochen Warten. Warten vor der Waschmaschine in vornehmer Distanz von der gewöhnlichen Schmutzwäsche. Warten an der Wäscheleine unter dem Dach bis es trocken ist und meist lange darüber hinaus, warten im Wäschekorb, bis jemand Zeit findet, mit dem Bügeleisen dem nächstem Weihnachtsessen den würdigen, faltenfreien Rahmen zu geben.

Alle im Haus haben sich an diese Geschichte gewöhnt oder sie selbstverständlich ignoriert. Und da kommt heute der 2. Januar und versorgt die fertig gewaschene, trockene und fein säuberlich gebügelte Tischdecke im Schrank. Das gabs noch nie.



Es gab jedoch heute ein anderes erstes Mal, das ganz ohne mein Zutun in die Welt kam. Ich war nur Zeugin und gar nicht glücklich darüber. Um kurz vor 17 Uhr spazierte ich in der Abenddämmerung den Berg hoch, als plötzlich eine Amsel zu singen begann, richtig laut und gekonnt und selbstbewusst, und eine zweite gab Antwort vom Feld her. Das war so schräg, so falsch vom Gefühl her.

Samstag, 1. Januar 2022

Alles auf Anfang

Dann komm mal rein, du hartnäckiger Neujahrsgast. Ich sehe dich seit Monaten immer wieder herumschleichen, und jedes Mal, wenn das Bewusstwerden vom nahenden Alter mich taumeln liess und in Anflüge von Panik versetzte, gucktest du zu mir hinüber und hast mit den Augen gezwinkert. Einmal hast du mich sogar angesprochen. Es war an dem Morgen im frühen Herbst, als ich zur Schule ging und darüber nachdachte, ob ich den Weg auch blind schaffen würde, weil jeder Schritt so vertraut ist, jeder Randstein, die Geräusche, ja gar die Menschen, die mir begegnen, sind jeden Morgen dieselben, die Art, wie wir uns begrüssen. Ich war fasziniert und erschrocken zugleich. Jeder Tag genau wie der andere. Alles vertraut, geübt, abgesichert, optimiert und automatisiert. Plötzlich sah ich vor mir die Einbahnstrasse meines Lebens, das Immergleiche links und rechts, und die Chance für Überraschungen schien lediglich in Einbrüchen der Gesundheit zu bestehen.

Da hst du dich eingemischt und hast gefragt, wem ich denn da gehorche. Ich habe es in der Hand, hast du gesagt, ob ich Neues erlebe, erlerne, erfahre oder ob ich resigniert im Kreis drehe. Ich habe dich erst ziemlich unfreundlich abgewiesen, du habest keine Ahnung, habe ich geantwortet, ich habe Kinder in der Ausbildung, im Studium, noch viele Jahre und ich sei drauf angewiesen, arbeiten zu können, und ich wolle das hier an diesem Ort. Du bist freundlich geblieben, hast sogar gelacht. Wer denn da von solch grossen Veränderungen spreche, hast du gemeint, es sei nicht die Frage der Menge und der Grösse, es liege einzig und allein an meiner Bereitschaft, mich selber zu überraschen.

Das hat sich gut angefühlt. Du könnest ja dann im neuen Jahr noch einmal vorbei schauen, habe ich dir gesagt und habe wohl leise genickt, bis ich in der Schule war und dort eingesaugt wurde vom fixen Ablauf. 

Nun muss ich mich entscheiden. Habe ich den Mut zu diesem Abenteuer? 

Hier sind Zeugen. Sobald ich veröffentliche, entsteht eine Verbindlichkeit, die ich sonst nicht spüre. Doch genau dies braucht es wohl, um in die Wirksamkeit zu finden, auch wenn ich immer nur mir selber verpflichtet bin.

Hilfst du mir, du heiterer Neujahrsgast, wenn ich hilflos und alt dastehe und nicht weiter weiss? Zwinkerst du mir dann zu?

Gut.

Ich wags.

 

Ich werde versuchen, 
in diesem neuen Jahr 
jeden Tag 
etwas 
bewusst
zum ersten Mal zu tun, 
etwas, 
was ich so noch nie getan habe. 
Und ich werde es hier aufschreiben.
 

Ich mag dein Lächeln.