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Freitag, 11. März 2016

bist man ich?

Nichts zu wissen als dass du gar nichts weisst und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als du willst vielleicht.


oder
Nichts zu wissen als dass ich gar nichts weiss und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als ich will vielleicht.

oder
Nichts zu wissen als dass man gar nichts weiss und dieser Ungewissheit aus dem Ja zum Jetzt heraus zu vertrauen, macht erschütternd frei.
Freier als man will vielleicht.

Mittwoch, 9. März 2016

gegenwärtig

Es ist wohl normal, dass es rüttelt und unsicher macht, wenn Neues sich nähert. Es ist ein Moment, der schonungslos mit dem Altvertrauten konfrontiert, mit dem, was man hinter sich lassen will und an das man dann doch klammern möchte, weil die Sicherheit damit verhaftet ist. Ich versuche standhaft zu bleiben, mich nicht abzuwenden, nicht zurück zu weichen, sondern dem ins Gesicht zu blicken, was ich noch nicht sehen, aber sehr wohl spüren kann.

Auf dem heutigen Morgenweg durch den Wald hingen letzte Nebelschwaden zwischen den Stämmen. Dass ausgerechnet sie es waren, welche das Sonnenlicht sichtbar machten, gab mir zu denken.

Montag, 7. März 2016

Zwischenzeilen

Manchmal hörst du schon in der Frage

die dringende Hoffnung mitschwingen,

dass du mit

"danke, mir geht es gut"

antworten mögest.

Sonntag, 6. März 2016

Momente

Manchmal weiss ich,
dass das, wonach ich mich zutiefst sehne,
ganz nah, ganz einfach, ganz heil ist.

Ich brauche keine endlosen Wege zurückzulegen,
keine Stunden und Wochen umzurechnen,
keine dicken Bücher zu wälzen.

Es reicht, einen Schritt zur Seite zu gehen,
getragen von sanfter Stille zu atmen
und die Hand auszustrecken
für den Flügelschlag des nächsten Wortes.

Samstag, 5. März 2016

....frei/ ....los

Nun sind sie alle weg.
Alle.
Zum Teil für immer, zum Teil für Monate, Tage oder Stunden.
Gestorben
getrennt
ausgezogen
verabredet mit Freundinnen
abgemacht auf dem Flohmarkt
abgemacht mit Kollegen
verreist für ein halbes Jahr
verpflichtet zu einer Sitzung

Und ich allein, alleine mit meinen Ausreden, welche nun nicht mehr taugen
und dem Berg an Arbeit, dessen Grösse aus der Perspektive des Aufschubes bedrohlich wirkt.

Stimmt, ich könnte noch die andern bewundern, welche zielstrebig sich überwinden und abtragen, was ihnen aufliegt
und mich noch eine Weile zurücklehnen im tiefen Sessel des Selbstmitleides.

Du musst wollen, raunt das leere Haus.
Nur die Kerze kümmert sich nicht. Sie verzehrt sich still leuchtend.

Freitag, 4. März 2016

Velwechsrung

gesteln mit einel Schürelin geknobert, geracht und expelimentielt:

lichtung

manche meinen
lechts und rinks
könne man nicht
velwechsern
werch ein illtum

Ernst Jandl

Mittwoch, 2. März 2016

mitten drin

Es steht die Frage im Raum, von welchem Ort aus du Entscheidungen triffst.

Als Präzisierung fügt sie ein Kriterium hinzu: Ist es ein Ort, an dem du dich heil und frei fühlst? Ist es ein Ort, wo du deinen Körper wahrnehmen kannst, an dem du dich wohl fühlst in ihm?

Und du denkst an all die Momente, in denen du aufgeben möchtest, davon rennen, hinschmeissen...

Und dann beginnst du zu atmen. Der Sturm legt sich. Du hebst die Augen, nimmst die Weite wahr, beginnst zu lauschen und hörst das Pochen, öffnest dein Gesicht und riechst den zarten Duft deines Gartens und ahnst (wissen wagst du es noch nicht zu nennen), dass jene Wege die deinen sind, welche du von hier aus gewählt hast.

Leise weht dir der Wind ein Wort zu.
Es will hier nicht genannt werden, aber wenn es lächelt, wirst du gesund.