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Samstag, 10. Juni 2017

Nichtprobleme

Nein, echte Probleme sind es nicht. Doch irgendwie stiess ich heute ständig gegen Widerstände. Es war der wärmste Weiterbildungstag in diesem ganzen Studienjahr. In der Mittagspause zog es mich mit Magnetkräften zum Holzraum oben auf dem Felsen. Doch dann liess sich die Türe nicht öffnen. Ich kann mich nicht erinnern, ob sie von ihnnen abschliessbar ist. Jedenfalls sass ich da auf einer Steinstufe, ass mein Mittagessen und schaute mir zu, wie ich versuchte, all das Schöne ringsum wahrzunehmen und die Enttäuschung meinen unflexiblen Vorstellungen zuzuschreiben. Auf dem Rückweg machte ich ein paar Bilder, welche völlig falsch belichtet worden sind. Farblos auf Struktur reduziert passen sie irgendwie zum Tag.



Zurück im Kurs  warteten dreieinhalb Stunden spannende Themen, die ich jedoch heute nur durch einen Schmerzensschleier wahrnehmen konnte. Meine Haut spielte derart verrückt, dass ich den Raum zeitweise verlassen musste, und wenn ich drin sass, hielt ich es nur mit grosser Mühe und Disziplin aus. Ich muss eine angespannte, unruhige Energie verbreitet haben, wäre vielleicht besser einfach gegangen. 

Nun komme ich nach hause, erhalte eine Nachricht, welche die Nachsendung einer Mail bedingt und finde meinen Postausgang – leer!!!! Alles weg, hunderte, viele, viele hunderte von Mails einfach nicht mehr da, eine ganze Epoche von Mailkontakten aufgelöst in Nichts. Kein echtes Problem, ich weiss, aber ein mittlerer Schock schon, und Trauer.



Freitag, 9. Juni 2017

Abschiedswunsch

Nun fängt es bereits an mit den Abschieden. Der erste Schüler war heute zum letzten Mal bei mir. Feiertage, Klassenlager und andere Umstände lassen all seine Stunden vor den Sommerferien ausfallen. "Was, Erstklässler?" ruft er erstaunt, als er von meiner beruflichen Veränderung erfährt. "Aber die schreien doch nur rum und können noch nichts. Trauen Sie sich das überhaupt zu?" Zum Schluss wünsche wir uns alles Gute für die nächsten Schritte und er ergänzt: "Darf ich mir noch etwas wünschen, Frau Wind? Ich wünsche mir, dass Sie für die neue Schule endlich ein richtiges Handy kaufen, am besten ein iPhone 7!" Wenn der wüsste, wie einstimmig er da mitklingt im Refrain meiner eigenen Jungmannschaft.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Hautsache

Ausgetrocknet. Steinworte, schwere. Zerrissen auf vielen Ebenen.
Meine Haut qält und zermürbt mich mit ihrer Gluthitze und Berührungsempfindlichkeit, und ich kann ihr und mir nicht helfen. Ich kann es nicht verstehen und nicht akzeptieren, dass dieses Kontaktorgan mich abschneidet von der Mitwelt, dass ein Teil von meinem Körper eine Fremdsprache spricht, und doch tut sie es, seit vierzig Jahren, immer wieder und immer länger. Man sieht es und man zeigt Betroffenheit, und ich kriege Ratschläge und Tipps, dass ich damit bald ein Buch füllen könnte. Unglaublich, wieviele Menschen "das auch hatten" oder jemanden kennen..., und dann die richtige Creme, die richtige Diät, die richtige Heilerin, die richtige Kur, die richtige Therapie, die richtige Medizin, die wahre Ursache gefunden haben. Und alle wünschen mir dasselbe. Es berührt mich, soviel Fürsorge zu spüren. Leider ist meine Haut jedoch in dieser Beziehung resistent.
Keine Ahnung, ob es sinvoll ist, darüber zu schreiben. Hier sieht man es ja nicht. Ich müsste nicht erklären. Doch manchmal hilft das Schreiben, manchmal löst es die Starre, die sich von der Haut in das ganze Wesen ausbreiten kann. Vielleicht ist heute manchmal.

Montag, 5. Juni 2017

Aufbruch

Das mit dem Déjà-vu ist manchmal fast unheimlich. Es rafft die Zeit und lässt die, die daneben steht, etwas hilflos zurück in scheinbarer Bewegungslosigkeit. Ich weiss, es ist unendlich viel geschehen in der Zwischenzeit, nur wenige Steine stehen noch so aufeinander wie damals, und trotzdem relativiert die Wiederholung manches und erschafft gleichzeitig Einzigartigkeit.

Über beiden Bildern steht "4. Juni"

hier 2012, 8:56, Sekunden vor

 
und hier 2017, 10:09, Sekunden nach dem Start.
 

Heute sollten sie am Genfersee ihre Zelte aufschlagen. Der Leiter hat gestern gesagt, er überlasse es ganz den Jugendlichen, wieviel und was sie nach hause kommunizieren wollen. Ich ahne, dass irgendwann in 4 Wochen die SMS kommt: "bin in 30 Minuten zurück." Der Tacho wird dann vierstellig km gezählt haben, der Meerwind und das Wasser während der 10 Tage auf den Segelschiffen wird das Haar blondiert haben, das Kind wird ein weiteres gosses Stück in die Ferne gerückt sein und als junge Erwachsene zurückkehren.
Déjà-vu und einzigartig.
Viel Glück!

Sonntag, 4. Juni 2017

...

Perfektion




von Angesicht



Sonst hat sie nichts gesagt.

Samstag, 3. Juni 2017

Leberwerte

Ach diese ungebetenen Leberkriechdinger immer wieder. Wie viel lieber würde ich sie abschütteln als ihnen zuzuhören. Immerhin erkenne ich manchmal, dass sie mich vor eine Wahl stellen: Will ich füttern, was mir nicht gut tut oder mich dorthin wenden, wo ich Energie und Licht spüre, gleichzeitig aber auch Vorwurf und Urteil? Mutfrage.

Donnerstag, 1. Juni 2017

Berührung

Deine Sehnsucht nach mir ist meine Nachricht an dich.
All deine Versuche, mich zu erreichen,
sind in Wahrheit meine Versuche dich zu erreichen.
Rumi