Es ist nicht das Wissen, es ist das Gehen. Du gehst um des Gehens willen, der Weg legt sich unter deine Füsse und dein Bewusstsein begleitet jeden Schritt, lässt dich den Boden spüren, die Schwerkraft erfahren, den Atem wahrnehmen, im Duft baden, in der Stille Flügel ausbreiten, in die Weite wachsen. Wandern ist Verschmelzen mit dem Augenblick, mit dem Wandel, mit dem Weg. Natürlich gibt es da ein Ziel, aber das Ziel ist nicht das Ziel, und manchmal musst du diesen Organisationspunkt unterwegs sogar ändern.
Ich war an fünf meiner sechs Bergtage unterwegs, dreimal mit, sonst ohne Kamera. Ich weiss nicht, ob es möglich ist, mit Bildern diesem Wegwunder auf die Spur zu kommen. Für mich sind sie verbunden mit all den tiefen Sinneseindrücken, welche wohl nur Ausnahmekünstler mit auf ein Bild bannen können.
Ich habe ein paar wenige Wegbilder ausgewählt, Blicke auf Wege, etwas hilflose Versuche, den Momenten zu danken.
Links neben der Fluh sieht man den Talkessel, durch den der "Mirjambach" fliesst. Von dort werde ich morgen zurück blicken.
Im Hintergrund die Gletscherregion, in der am folgenden Tag die Überreste eines seit 75 Jahren verschollenen Ehepaares gefunden werden wird.
Ein einsamer Weg durch wilde, üppig bewachsene Alpen. Der Weg von gestern steckt in den Wolken von heute. (Uralthandykamerabild)
Fast zärtlich wirken sie oft, die Wegformen in den Hängen.
Wenn das ferne Wohin des Morgens als Nahziel erscheint und der Wegweiser zurückweist auf des Woher.
Geliebt, vertraut, unzählig oft gegangen, gehüpft, geeilt, mit Kind auf dem Rücken, schwanger, trauernd, glücklich, rückwärts, mit Wäschekorb, durch Gewitter, müde, erfüllt, mit Steinen beladen, gemeinsam, allein...































