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Donnerstag, 1. August 2019

Grün

Es gibt auch in der nahen Umgebung wunderschöne Orte voller Poesie.
Wir stehen schweigend mitten im Grünen. Noch immer sind die Böden feucht vom Regen des letzten Wochenendes. Solch satten Sommer habe ich lange nicht mehr erlebt.
Wie sehr ich dieses Schauen in staunender Dankbarkeit auch meiner Tochter wieder wünsche.
Bild und Spiegelbild mischen und ergänzen sich. Neben mir fliessen Tränen.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Blütensterne

Heute war ich mal wieder auf dem Grab. Es ist längst nicht mehr tägliches Ziel. Doch immer noch rührt mich der Ort an, diese winzige Insel da, die Zeugin einer der intensivsten Dekaden meines Lebens geworden ist. Die Abzweigung, welche dieses genommen hat mit dem Tod hat die Richtung gegeben, und seither sind soviele neue Weggabelungen dazu gekommen, welche ohne diese einschneidenste nicht auf meinem Weg gelegen hätten.
Daher ist es längst nicht mehr möglich, einem "Waswärewenn" nachzusinnen. Das kleine Sünneli von damals lebt wie eine tief verankerte Sternschnuppe in meinem Herzen, und diese Pflanze, welche Jahr für Jahr wieder austreibt und im Juli zu blühen beginnt, passt wunderbar zum Weben und Leben, das den Namen Mirjam trägt.

Dienstag, 30. Juli 2019

Ferienende

Wir sind wieder zu Hause.
Am Wochenende kamen die beiden älteren Söhne zu Besuch. Es war bewegt, angeregt, lustig – und wundervoll regnerisch. 
Und schon war Sonntagabend, plötzlich webte wieder die langsame Ruhe zwischen uns beiden Frauen, der ältesten und der jüngsten, die sich eingespiet hatte und in der wir uns wohl fühlten, und dann war Montag voller Abschiedswehmut
und Dienstag mit Aufräumen, Packen und Hausputz.
Morgen beginnt wieder die Schule, zwar noch ohne SchülerInnen, aber die Ferien sind vorbei. Wir haben auf unseren Spaziergängen immer wieder darüber nachgesinnt, wie man das Helle, Leichte in den Alltag integrieren kann, besonders dann, wenn Selbstzeifel und die Angst zu versagen, sich aufbäumen und wie Magnete die negativen Gedankenkaruselle anziehen und am Drehen erhalten.
Diese Frage wird meine dringendste sein in den kommenden Tagen, und ich hoffe sehr, die grossen, tiefen Bilder dieser Bergtage werden wirken und helfen, einem neunen Schuljahr die Chance zu geben, wesentlich und bunt zu werden, schon in der Vorbereitung.
Beim Laden der Bilder habe ich Fotos gefunden, die die Geschwister zusammen gemacht haben beim Spiel mit den Blickwinkeln und Sichtweisen.

Ich möchte auch spielend arbeiten, voller Neugierde und Experimentierfreude. Morgen könnte ich damit beginnen.

Freitag, 26. Juli 2019

Wetterorakel

Wenn man so Ferien verbringt wie wir zur Zeit, so lebt man mitten in der Berglandwirtschaft. Dabei sind die Bauern so etwas wie Wetterfrösche für uns Unterländerinnen. Wird man früh morgens geweckt von den Motoren der Mähmaschinen, so kann man die beiden folgenden Tage mit trockenem, warmem Wetter rechnen. Ich habe es kaum je erlebt, dass das Heu verregnet worden wäre. 
Sieht es jedoch so aus, so ist baldiger Regen wahrscheinlich. 
Die Fenster bleiben geschlossen und trotzdem „riecht“ es überall nach der „Bschütti“, wie hier der Inhalt der Jauchegruben genannt wird und heute morgen vom Jungbauern während zweieinhalb Stunden im Schritttempo auf die frisch geheute (eigentlich nennt man diese zweite Ernte im Jahr ja nicht Heu, sondern Emd) Wiese verteilt wurde. 
Auch dieses Orakel hat sich unterdessen erfüllt. Seit einer Stunde rollen die Donner von allen Seiten durchs Tal und unendlich wohltuender Regen spült den Dünger in die Erde. 

Ich atme...

Donnerstag, 25. Juli 2019

Mitbringsel

Heute kann ich mich nicht auf ein Bild beschränken. Dieses erste muss einfach mit dazu. Ich selber war ja dann die Dritte, die so dastand und mittelbar bewunderte. Kurz zuvor waren es mindestens sechs ErinnerungsproduzentInnen, aber das wäre dann doch etwas zu indiskret gewesenen.
Was wir da sahen, war zum Beispiel dies:
Und ganz unendlich viel mehr, was nur Dichter beschreiben könnten. 

Dienstag, 23. Juli 2019

Morgenweg

Die Tochter wünschte sich heute auszuschlafen. Da ab Mittag jedoch auch hier oben die Hitze schier unerträglich wird, machte ich mich früh auf den Weg. Das Morgenlicht, die menschenleeren Wege, das Rauschen des Baches... Ich kam satt nach Hause, rechtzeitig zum späten Frühstück! An der schönsten Stelle kam die Nachricht von der Interrailtochter, welche nachts zurückgekommen war: Sie bat um eine wäschetechnische Antwort. Es ist schon eindrücklich, wie die Kommunikation sich verändert hat. Hier wird mir das ganz neu bewusst, denn die Zeit hier oben war bisher die einzige Insel, die noch nicht bestimmt war von dieser Allzeiterreichbarkeit.
Nun ist auch dies Geschichte und achtsames Wahrnehmen ohne Kamerablick und Mitteilungswahn wird zur Herausforderung! 

Montag, 22. Juli 2019

Bergseeschweigen

Heute suche ich vergeblich nach Worten. Es gibt Momente, die einfach sprachlos machen. Vielleicht ist genau dies der nährendste Ferienreichtum.