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Donnerstag, 4. Januar 2024

Der vierte Tag





 Und jetzt bin ich wieder zuhause.

Mittwoch, 3. Januar 2024

Der dritte Tag

Diskutiert, gezählt, gerechnet, geschnitten, gemessen, gesägt, geputzt, gelacht, gesammelt...

Fazit eines Ferientages, der sich mit dem Fasnachtskostüm von 62 Kindern befasst hat. Morgen in fünf Wochen ziehen wir durchs Dorf.

Dienstag, 2. Januar 2024

Der zweite Tag

Oh, damit hätte ich nicht gerechnet, dass gleich ein paar liebe Grüsse geflogen kämen. Danke für eure Sichtbarkeit und eure Ermutigung.

Es müsste mir gelingen - sollte ich tatsächlich hier wieder Gegenwärtigkeit üben - mich frei von äusseren Erkennungsmerkmalen zu zeigen. Ich möchte nicht auffindbar und erkennbar sein, nicht von Arbeitgebern, nicht von KollegInnen, nicht von denen, welche mir und meiner Berufskompetenz vertrauen.

Und ob dies gelingen kann, wenn das Herz und die Gedanken so übervoll sind mit Alltagsfragen, das müsste sich weisen. 

Oder anders gesehen: Hier die Möglichkeit zu pflegen, eben genau daraus hinauszutreten, was mich vom Aufwachen bis zum Einschlafen erfüllt, klingt durchaus nach Chance

und daher nach Angebot.

Montag, 1. Januar 2024

Neujahr

Es gibt noch immer Menschen, welche hier vorbei kommen!?

Eben habe ich ziemlich lange suchen müssen, um den eigenen Zugang überhaupt wieder zu finden, etwa so, wie wenn ich im Keller in einer dunklen Ecke einen Schlüssel unter den Tüchern und Staubschichten suchen würde.

Ziemlich genau zwei Jahre sind nun vergangen, seitdem ich aufgehört habe hier zu gestalten.

Nun bin ich über diese Tage gleich dreimal angesprochen worden auf mein Schreiben. Unter anderem wollte eines der erwachsenen Kinder wissen, welche Bedeutung es eigentlich damals für mich hatte. Ich durfte erzählen, achtungsvoll und dankbar auf dieses Geschenk der schriftlichen Verarbeitung schauen und auf die unsichtbare doch immer spürbare Resonanz.

Unterdessen habe ich viele der damaligen Bloggerfreundinnen auf Instagram wiedergefunden, ohne selber meine Schreibtätigkeit dorthin zu verlegen. Will ich nicht, werde ich nicht.

Und heute zum Jahresbeginn ein Anflug von Sehnsucht nach diesem Raum, nein, nach der Routine des täglichen Schreibens, diesem kreativen Inselchen im Meer des anspruchsvollen Alltages.

Nostalgie oder Besinnung auf Ressourcen?

Soll ich dem eine Chance geben?

Samstag, 17. Juni 2023

Vorfreude

Heute hätte ich geschrieben - früher!

Ich hätte meiner Freude eine Sprache gegeben, meiner Dankbarkeit eine Stimme. Ich hätte erzählt, wie ich heute gleich drei meiner zukünftigen Erstklasskinder getroffen habe und wie diese Begegnungen immer so leicht, freudvoll, vertrauensvoll und öffnend sind, die mit den Kindern, die mit den Eltern. Ich hätte erzählt, wie anders das war vor drei Jahren, als alle wie hypnotisiert auf Abstand gingen, weil wir dazu aufgerufen waren, Abstand zu halten, wie nie in den ganze drei Jahren dieser Abstand überwunden werden konnte, wie das völkerchronische Misstrauen wie ein Unkraut nicht wegzujäten war.

Und jetzt ist Neubeginn, so anders, so hell.

Ich glaube, noch nie zuvor in meinem Leben habe ich mich sosehr auf einen Schuljahresstart gefreut, mehr als auf die Ferien, die noch davor liegen, mehr als auf das Abschlusslager, welches nächste Woche auf dem Programm steht.

Diese Lebendigkeit und Unbeschwertheit, diese Freude der Kinder fühlt sich an wie Regen nach drei Jahren Trockenheit.

Das hätte ich früher geschrieben.

Heute.

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Freunde

Sei gegrüsst, solltest du hier vorbeikommen.

Heute fühlt es sich wieder einmal nach Teilen an, vielleicht weil ich krank bin und den Tag im warmen Zimmer verbringe.

Im September habe ich erzählt von meiner intensiven Weiterbildung im Frühjahr. Es war nicht geplant, dass ich in ähnlicher Dichte weitermache, doch sowas sucht man nicht, für sowas wird man wohl eher gefunden. Ich jedenfalls spürte fraglos, dass dieser Kurs mich ruft, als ich ihn ausgeschrieben sah, und seit November gehört nun der Dienstagabend dem heilsamen intuitven Malen, meinem bunten, etwas chaotischen Arbeitstisch, dem Papier, einer Fülle von Farben und meiner Aufmerksamkeit für das, was der Moment entstehen lässt.

Was ich jedoch heute hier in den Wind stellen möchte, ist ein Video von meiner Kursleiterin. Darin ist wohl tiefer zu erahnen, was mich bereichert und unendlich dankbar macht in diesen Wochen und hoffentlich endlos darüber hinaus. 


Ich hoffe, es geht dir gut und wünsche an dieser Stelle schon mal einen guten Durchgang durch die dunklen Sonnenwendetage.

Sonntag, 11. September 2022

Gruss

Das hätte ich mir während vieler, vieler Jahre nicht vorstellen können: Dass ich irgendwann einmal einen Widerstand spüren würde, dieses Fenster zu öffnen. Und je länger es geschlossen blieb, desto grösser wurde dieser Widestand.

Zuerst für die, welche nachgefragt haben: Mir geht es gut, ging es die ganzen Monate gut. Ich bin gesund, die Familie ist es auch, und die Rückkehr zu einem normalen Leben ohne die ständig präsente und sichtbare Vorsicht voreinander hat mir eine tiefe, wohltuende Entspannung geschenkt und vieles wieder zurecht gerückt.

Natürlich ist da Herausforderung, täglich, stündlich, oft permanent. Doch solange ich ihr kreativ begegnen kann und nicht erstarre oder verstumme, solange ich sie bejahen kann und die Kraft nicht brauche, um Schuldige zu suchen, sondern die Verantwortung übernehme für den nächsten Schritt, fühlt es sich richtig und lebendig an.

Es war wohl diese Weiterbildung von März bis Juni, welche mich von hier entfernt hat. Wir wurden mit kanz konkreten Achtsamkeitsübungen verschiedenster Art durch die Wochen geführt, hatten Schreibaufträge in einer für mich völlig neuen Art, übten neue Gewohnheiten ein und waren dadurch in intensivem Dialog mit unserer direkten In- und Umgebung. Ich war gesättigt und hatte als Übfeld für meine konkreten Aufträge den Unterricht gewählt. Ich hätte auch diese unsichtbare Leserschaft hier wählen könne, doch das fühlte sich nicht richtig an, zu wenig konkret, zu wenig fassbar, zu wenig verbindlich und resonierend.

Dann kam die Hitze und mit ihr eine unendliche Trägheit. Ich funktionierte im Überlebensmodus und litt mit der Natur einen schmerzhaften Durst, kaum etwas, was floss, Worte schon gar nicht.

Nun hat es geregnet und abgekühlt, gestern hat uns ein Erdbeben aufgerüttelt und einen Adrelaninstoss verursacht, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt hatte, ich lese der Klasse Ronja Räubertochter vor und lerne soviel von ihr und aus den Gesprächen, die sich mit der Klasse daraus ergeben, zum Beispiel dass die unheimlichen Graugnomen nur gefährlich sind, solange man Angst vor ihnen hat.

Falls noch jemand vorbeischaut: Ich lasse herzliche Spätsommergrüsse hier, einen vorüberziehenden Wolkenschatten und den Duft nach riefen Äpfeln.