Seiten

Dienstag, 28. Februar 2017

Spiegel

Schönheit liegt in allen Dingen, denkt sie manchmal und immer öfter. Es gilt, sie zu sehen und ohne Bewertung zu schauen.

Ist Schönheit keine Bewertung?
fragt er.

Sie bleibt lange still. Es fehlen ihr die Argumente. Wie soll sie erklären? Wie von der Weite, von der Wärme, von diesem Ankommen im Erkennen sprechen, welche ein Blick schenken kann? 

Dein Schweigen macht mich misstrauisch. Wie kannst du sowas sagen, wenn du es nicht begründen kannst?

Weil es von weit kommt, von tief, aus der Mitte, weil Worte jene feine Sprache der Bilder zerstören können. Sie bebt, als würde sie etwas Zerbrechliches preisgeben. Schau doch, flüstert sie.




Man müsste die Fenster putzen. 
Er hat Recht.

Sonntag, 26. Februar 2017

Wut

Wieder ist sie da. Aber ich weiss nicht, was ich mit ihr machen soll. Schreien geht nicht, dazu ist die Stimme noch zusehr lädiert, weglaufen ist nicht die Lösung, ich weiss es. Ich spüre uralte Geschichten und drehe den Kopf wie wild von dort weg, wo ich hinschauen müsste. 

Dabei war der Tag heute über viele Stunden so wundervoll. Vielleicht hilft es, dem schwielenden Feuer ein paar dieser Bilder entgegen zu stellen. Es war einmal mehr sosehr berührend, wie wunderschön die Natur die Vergänglichkeit ins Leben integriert, wie sie still und stetig färbt und formt,








 
  

wie sie das Alte achtet und durch Schattenspiele an Schönheit gewinnt.

Wie anders bewerte ich das Bild, welches mir aus dem Spiegel entgegenblickt mit ähnlichen Erscheinungen. Vielleicht ist auch die Wut ein solches Spiegelbild, dem ich mit Achtung begegnen sollte, damit sie mir zeigen kann, was es zu erkennen gibt.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Teenager

Ab heute leben nun wieder vier Teenies im Haus. Sichtbar, hörbar, spürbar hat sich das über die letzten Monate angebahnt. Als sie mir neulich – noch 12 – von den abenteurlichen Grenzaustestungen in ihrer Klasse erzählte und mich und meine Reaktionen gespannt beobachtete, wagte ich es, an einer bestimmten Stelle ihrer Erzählungen die linke Augbraue ein klitzekleines Bisschen zu heben. "Was ist?" fragte sie sofort. "Ach, mir tun diese Lehrer manchmal schon ein wenig leid." seufzte ich. Da verschränkte sie die Arme und baute sich vor mir auf: "Denkst du etwa, ich gehe in diese Schule, um die Erwartungen der Lehrer zu erfüllen?" drehte sich um und verliess den Raum. 

Das wars dann wohl mit Kindern.

Und als ob das Realisieren dieses Schrittes Spuren hinterlassen wollte, hat es mir heute die Sprache verschlagen. Geburtstagslied nicht singen können ist das eine, aber in einer dreistündigen Sitzung nichts sagen zu müssen, sondern einfach zu Beginnn einen Infozettel hochzuhalten, das hat etwas ungemein Befreiendes. 


Dienstag, 21. Februar 2017

Scham

Warum kann ich mich nicht sehnen nach den Menschen, nach denen ich mich sehnen können sollte?

Montag, 20. Februar 2017

Nähe



Manchmal denke ich, ich drehe mich im Kreis.
Manchmal kommt es mir vor, als sei ich kein Stückchen weiter gekommen.
Manchmal erschrecke ich beim Erkennen der vertrauten Umgebung und möchte umdrehen.
Manchmal vergesse ich zu vertrauen, dass unter meinen Schritten Wege entstehen.

Sonntag, 19. Februar 2017

Vergänglichkeit

 
Es sind nur ein paar wenige Augenblicke, in denen die Kristalle das erste Sonnenlicht zum Funkeln bringen.


 Wenige Wimpernschläge später wird es sein, als wären sie nicht gewesen.

Samstag, 18. Februar 2017

der Achzehnte

... und dann, wenn auch mit kleinerem Orchester, führte uns diese Musik, diese Stimme hinein, mitten hinein.