Wer sich schon länger hierher winden lässt, der weiss, dass das Brennholz mir ständiger Begleiter ist. Eine Ferienwoche im Herbst gehört ihm, und im Winterhalbjahr ist das Feuermachen Teil meines Morgenrituals, bevor ich die Kinder wecke.
Es hilft mir, darin mehr als nur Arbeit zu sehen, wenn ich im Dialog mit dem Holz stehe, wenn ich mit ihm spiele und gestalte. Vorletzten Herbst steckte ich mitten im heftigsten Neurodermitisschub meines Lebens, als das Holz geliefert wurde. Scheit um Scheit habe ich gegen den Schmerz gekämpft oder ihn zu integrieren versucht. Dabei ist dieses Herz entstanden, in welches ich jedes Stück Holz bewusst ausgesucht gelegt habe. Es stad da für dieses Ringen um Heilung und erinnerte mich nun mehr als ein Jahr lang an diesen Prozess.
Anfang Dezember war dieser Stapel an der Reihe, verbrannt zu werden, sich in unsere Lebenswärme zu verwandeln. Jeden Morgen habe ich sorfältig abgebaut. Ich wollte bis zum Jahresende das Herz stehen lassen und ihm dann den letzten Windwortpost des Jahres widmen, dankbar. Mit der Zeit wurde es eine Art Mikadospiel. Jedes Scheit wollte geprüft werden, ob es tragend oder stützend das Herz umgab. Vor drei Tagen musste ich beginnen, mich anderswo zu bedienen, denn was frei lag, war entweder Teil des Herzens oder aber feste Stütze drumherum.
Heute nun ist es eingebrochen. Natürlich hat dafür niemand die Verantwortung, auch nicht, wer nur zwei Scheite gebraucht hat, um ein Fahrrad zu stützen, und da ist auch nichts zusammengefallen, die lagen ja eh nur so daneben. Natürlich stelle ich mich dumm an – wegen ein paar Scheiten. Wie kann man bloss. Dass es bildhafter nicht sein könnte für das, was zwischen uns beiden läuft und passiert, das traue ich mich kaum zu denken.
Solche Herzdinge werden doch eh überbewertet. Ich streiche lieber Cortison auf die Risse, die sich an den Händen auftun, postwendend.
Natürlich weiss ich, dass es nur gut gemeint war, nicht Absicht, Nichtwissen, Nichtbemerken, andere Optik. Aber dieser Gedanke macht so müde, ist so erschöpfend zum Panzer um meine Gefühle herum geworden.







