Der Partner der Mutter des Freundes des Sohnes oder so...
Auf alle Fälle gibt es da einen Menschen, der von Beruf Schauspieler und Gartengestalter ist, und der war letzte Woche zwei Tage lang zusammen mit meinem jüngsten Sohn auf und unter den Bäumen in unserem Garten mit Schneiden beschäftigt.
Er wollte vorgängig von mir wissen, was für mich ok sei und was nicht. Da war dieser eine dicke Ast am Lindenbaum, an dem die Seilenden der Kinderschaukel eingewachsen waren in die Rinde, da war der andere Ast, der den Kindern immer als Einstigsghilfe in den Baum gedient hat, und da war der dritte unterdessen richtig dicke Ast, der über dem Wintergarten für Sommerschatten und im Frühling für zauberhafte Schattenspiele sorgte.
Ob er diese drei, fragte er, schneiden dürfe, um dem Baum mehr Leichtigkeit, dem Garten darunter wieder Raum zum Atmen zu geben. Ich kämpfte mit mir. Er fragte mich, ob er Erinnerungen wegschneiden dürfe. Auf keinen Fall sollte er das tun. Da war aber auch etwas in mir, das spürte, wie anders er schaut, wie viel mehr dem Garten und dem Baum verbunden, wie sie jetzt da stehen.
Ich konnte nicht ja sagen, ich konnte ihm nur mein ganzes Vertrauen aussprechen.
"Lass dich ganz von deiner Wahrnehmung der Bäume leiten", bat ich ihn. "Tu, was ihnen gut tut." Und dann sass ich in diesen Elterngesprächen, während die beiden Männer am Werken waren, und als ich nach Hause kam, lag ein riesiger Berg von Ästen und Zweigen vor dem Haus. Es war dunkel.
Erst gestern ging ich hinaus und staunte.
So also kann sich das anfühlen, wenn man den Mut hat, sich zu lösen vom Alten. So frei. So offen. So hell und gesund.



