„Nomen schreiben wir mit einem Grossbuchstaben, zum Beischbil: der baum.“
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Donnerstag, 2. Juni 2022
Berührung
Wahnsinn. Jetzt war ich etwa 6 Woche nicht mehr da und muss mich richtig neu orientieren.
Es gibt nicht viel, was sich schreibig anfühlt. Vermutlich bin ich ohne es richtig zu merken in einen neuen Lebensabschnitt gerutscht.
Warum heute trotzdem?
Weil etwas unerwartet Erfreuliches geschehen ist mitten in dieser Zeit, in der man sich volllaufen lassen kann mit Negativität.
Gestern habe ich mit der Klasse über unser Begrüssungs- und Abschiedsritual gesprchen, welches für diese Klasse seit dem ersten Schultag vor knapp zwei Jahren aus einer kleinen Verbeugung voreinander bestanden hatte.
Ich erzählte davon, wie die Menschen sich früher in diesem Moment die Hand gereicht und in die Augen geschaut hatten und dass ich mir wünsche, dass wir das wieder lernen oder zumindest versuchen.
Innerlich war ich darauf gefasst, dass diese Arte der Begegnung auf diese Kinder befremdend und unangenehm wirken könnte. Nie aber hätte ich mit der Reaktion gerechnet, die mich in dem Moment überspülte: Ein Begeisterungssturm brach los. "Endlich!" rief ein Kind. Und ein anderes lachte: "Jetzt weiss ich endlich, warum wir uns immer so anders begrüsst haben!"
Und nun stehen sie erwartungsvoll in der Reihe, überrascht und berührt, strahlen, nennen meinen Namen, stellen sich zum Teil nochmal hinten an.
Ein Bisschen musste ich an den eisernen Heinrich denken am Ende des Märchens vom Froschkönig, als die Ringe, die seine Brust gehalten hatten, barsten, weil die Erleichterung und Freude über die Erlösung seines Königs so weitend und gross war.
Samstag, 16. April 2022
Was noch übrig ist
Heute bin ich einfach nur dankbar und froh, dass ich nicht ausgerastet bin.
Es war kurz nach 15 Uhr, als ich zum Ostereinkauf durch diese Überfülle ging. Da wurde ich ungewollt Mithörerin eines kurzen Gesprächs zwischen einer Kundin und einer Verkäuferin. Ich weiss nicht, worum es ging. Die Kundin meinte in grosszügigem Ton: "Na da bin ich ja selber Schuld, wenn ich erst so spät zum Einkaufen gehe. Da muss man halt nehmen, was noch übrig ist."
Sie stand vor einer Auslage voller Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren.
Ich musste weg, schnell.
Freitag, 1. April 2022
Weisstöne hinterm Haus
Donnerstag, 31. März 2022
Lesezeichenwunderwesen
Bei der wunderbaren Allerleirauh, die mich seit den ersten Bloggerschritten vor bald 14 Jahren begleitet, inspiriert und so oft lächeln lässt, durfte ich eine halbe Klasse zauberhafter gefilzter Buchzeichen bestellen. Vor etwa einem halben Jahr sind bereits Tiger und Bär, der Rabe Antolin, eine Füchsin und eine allerliebste Leseratte bei uns eingezogen und haben zum Teil ein neues Zuhause bei einem Kind gefunden.
Diesmal habe ich vor allem an die Schüler*innen gedacht, an den schlangenliebenden Jungen, das einhornvernarrte Mädchen, das scheue Hasenkind, das wachsame Eichhörnchenwesen, den kleinen Löwen. Doch als mir dann die Bilder geschickt wurden und ich hätte auswählen sollen, da konnte ich nicht anders: Nun sind es eben drei Schlangen und drei Einhörner, und ich bin überzeugt, es wird genau richtig sein so.
Nun müssen sie allerdings noch etwas warten, darauf, dass mir klar wird, wie sie ihren ersten Auftritt haben werden. Mir fehlen zum Beispiel noch Helferinnen für die Einführung der Adjektive.
Das wird sich weisen.
Mittwoch, 30. März 2022
Das Lied der Erfüllung
In der (Online)-Vorstellungsrunde der neuen Weiterbildung sollten wir einen Moment des heutigen Tages nennen, der für uns ein Herzöffner war.
Ich überlegte nicht den Bruchteil einer Sekunde.
Als es zu regnen begann.
Als ich dann zum ersten Mal draussen war und die frische Luft einatmete.
Als ich auf dem Heimweg sah, was mit der durstigen, staubtrockenen Natur in den vergangenen Stunden geschehen war: Diese Intensivierung des Grün, die hellgrünen Farbtupfer im Wald plötzlich, die neue Akkustik - oder die Vögel sangen mit mehr Begeisterung, das weiss ich nicht, es tönte alles so klar und entspannt.
Und nun wird mich das Tropfen in den Schlaf singen.
Danke.
Sonntag, 27. März 2022
Lebenszeichen
Weil ich darum gebeten wurde: Ich lebe. Ich bin gesund, wenn man mal absieht von häufiger werdenden Teilstörungen des Bewegungsapparates. Das Virus macht weiterhin einen Bogen um mich, zeigt kein Interesse an mir bisher. Wahrscheinlich ist es männlich.
Ich werde erst wieder schreiben, wenn es regnet. Ich kann dieses "Juhui, es ist so schönes Wetter!" kaum mehr ertragen.
Am Mittwoch beginnt eine dreimonatige Weiterbildung, welche aus täglichen Übsequenzen besteht. Wie sich das auf Windworte auswirken wird, kann ich schwer abschätzen. Ihr Thema: "In Verbindung heilen, frei werden und wachsen".



