Ich ahne, dass sich mir da ein neuer Lebensmittelpunkt herein geschoben hat, welcher sich nicht öffentlich machen lässt. Persönlichkeitsschutz, logischerweise. Und weil es aus Randbemerkungen und Reaktionen in Begegnungen erahnbar wurde, dass hier doch immer noch oder wieder Menschen aus meinem realen Alltagsumfeld schweigend still anwesend sind, fühle ich mich gezwungen, wenn auch nicht ganz zu schweigen, so doch sehr vorsichtig und unverfänglich alles, was mein neues berufliches Umfeld betrifft zu umgehen.
Man stelle sich einen Wind vor, welcher versucht, Fettnäpfchen zu vermeiden. Paradox!
Die Chance für mich könnte darin liegen, immer wieder zu spüren, was ausser dieser Faszination für meine neue Aufgabe und all den kleinen und grossen Glücksmomenten noch den Weg in mein Bewusstsein findet. Denn etwas ist mir schon nach einer Woche klar: Er hat mich mit Haut und Haar und Herz und Sinn und Tag und Nacht, der neue Job.
Die Verbindung von der Schule zum Schreiben ist aus Filz und voller Leben. Sie hat davon diese Woche bereits geschrieben. Gundula und Nicolo sind umwegfrei in die Herzen der Kinder gehüpft und gerätselt und werden sie zusammen mit Liputto, dem ich ganz zufälligerweise letzte Woche in unserem Keller (wieder)begegnet bin, durch ihre ersten Schulmonate begleiten.
Ich bin sehr, sehr glücklich, aber mindestens genauso müde.
Und wenn ich doch noch einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass von irgendwoher, gerne auch aus mir selber, irgend ein Hinweis oder ein Wink kommen würde, wie meine Hautproblematik in mein Leben zu integrieren oder/und zu heilen wäre. Keine Spekulationen, keine Ratschläge. Davon habe ich ja genug. Seit 15 Monaten nun sind meine Hände entstellt, seit zwei Tagen auch wieder mein Gesicht. Universum, kann es sein, dass auch meine Augen Schuppen haben, die bloss fallen müssen?
