Es wird in meinem Alltagswortschatz jetzt vermutlich zu einer Verschiebung der Possessivpronomen kommen, wenn es um Schulen geht. Meine Herzensschule war bisher die Schule meiner Kinder, und in einer gewissen Weise wird sie das auch immer bleiben.
In meiner neuen Schule wird zweimal die Woche jedes Zimmer geputzt. Dabei fährt der Abwart mit einer ziemlich lauten Maschine ganz langsam durch den Raum, bis alles sauber glänzt und riecht.
In der Schule, in der ich als Mutter zuhause bin, putzen die Eltern jeweils am Wochenende die Schulräume ihrer Kinder, unterstützt von einer professionellen Raumpflegerin.
Heute hatte ich Dienst. Und irgendwie sind danach nicht nur die drei Schulzimmer sauberere als vorher, auch ich bin aufgeräumt und gestärkt.
Die Begegnung mit dem freundlichen Knochenmann im 8.-Klasszimmer hat zur Heiterkeit bestimmt ihren Beitrag geleistet. Er präsentierte sich unauffälliger als damals im April letzten Jahres und war wortkarger. Das mag jedoch auch an mir gelegen haben. Meine Gedanken hingen am Putzlappen, der da hin und her seine Bahnen zog auf dem Parkett, der nun bereits der Jügnsten für ein Jahr lang Klassenheimatboden bedeutet. Der Weisse nickte nur still und behielt die vielfältigen Beobachtungen der ersten Schulwochen für sich. Schliesslich sind es seine 8.-Klässlerinnen und 8.-Klässler!
