Da ist heute die Tochter ausgezogen, hinaus in ihr neues Studentenleben in der französischen Schweiz, hinaus aus dem Haus, in dem sie Kind war, Jugendliche, Zeugin gewaltiger Stürme und Gewitter. Nun breitet sie ihre Flügel – und ich war nicht mal zu Hause, als sie losflog. Sie reiste halt, als wäre es das Selbtstverständlichste der Welt. Ist es ja auch. Das Leben verändert sich im Stillen mit ständiger Wachstumskraft.
Da sind es also nur noch vier, und statt Heimkommen heisst es jetzt Besuch.
... Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.
Kalil Gibran, 1883-1931