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Samstag, 16. September 2017

rechtzeitig

Da haben überall Primeln und Osterglocken geblüht, am nächsten Tag hat es geregnet, dann war an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Hochsommer und heute hockt der Herbst spürbar in allen erdenklichen Startlöchern. Diese Ausbildungstage wirken wie  Zeitbeschleuniger. Zwar liegen zwischen den einzelnen Tagen jeweils etwa vier Wochen, letztes mal gar acht, wenn ich dann aber die Wege wieder gehe, in das Gebäude eintrete, die Menschen begrüsse, dann ist es wie gestern.
So sinnend spazierte ich heute den Hügel hinauf und fühlte mich umgeben von Zeitsprachspielereien. Sie wird uns gegeben, sie wird uns genommen, sie läuft davon, wird verpasst, ist erfüllt, lässt sich nicht zurückdrehen, man kann mit ihr gehen, doch manchmal muss man sie stehlen oder sie wird tot geschlagen, sie hat Rat im Gepäck, heilt Wunden, sie ist gezählt und wenn sie mein ist, dann kommt sie. Leicht melancholisch schritt ich durch diese zerrinnenden Illusionen und hätte die Augen gerne verschlossen, als ich die Endlichkeit neben mir herschreiten sah. "Ich mag dein Vokabular nicht." versuchte ich sie abzuwimmeln. "Nie wieder, zum letzten Mal, endgültig... Lass mich damit doch in Ruhe. Der Herbst hat eben erst angefangen zu beginnen."
Oben angekommen, packte ich meine Sachen aus: Buch, Notizheft, Schreibzeug, und weil ich die Salbe nicht gleich finden konnte auch das momentane Unterwegs-Begleitbuch. "JETZT", stand da gross und schlicht auf hellem Grund. Erleichtert tat ich einen tiefen Atmenzug und wandte mich schmunzelnd meiner Begleiterin zu. Doch sie war verschwunden.