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Freitag, 16. Februar 2018

Zoom

Immer weiter weg driftet der Punkt, den du so hingebungsvoll betrachtet hast. Er wird klein und kleiner, scheint davon zu fliehen, verschluckt zu werden von der Zeit.
So geht es mir heute, während ich in meinen Mails Ordnung zu schaffen versuche. Hunderte habe ich gesichtet, gelöscht, geordnet, Dutzende gelesen, bin hineingetaucht in Geschehnisse, die Daten zugeordnet sind, welche mit meinem Zeitempfinden überhaupt nicht übereinstimmen. 
Zwei Jahre. Was sind zwei Jahre!? Das ist das Alter von WindWorte. Das war – fast – das Alter von Mirjam. 22 Monate. April 16 war doch eben erst! Und diese kurze Spanne seither entspricht ihrem ganzen Leben? Ich bin verwirrt, empfinde Schwindel, fühle mich weggerissen. Wovon? Von irgend einem Fixpunkt, den ich mir als Halt erschaffen habe, völlig fiktiv? Einer, der nicht taugt, der Zeit eine Konstanz zu geben. Oder einer, der hilft, die Wichtigkeit der Zeit zu relativieren?
Sorry, habe gehofft, Schreiben würde diese Beschleunigung bremsen. Es taugt nicht. 

Der Finger bleibt stehen über dem orangen Fenster, in dem weiss "Veröffentlichen" geschrieben steht.