Ein unglaublich spannendes, mich zutiefst aufwühlendes Thema beschäftigt uns im heutigen Ausbildungsmodul meiner zweijährigen Ausbildung. Frühkindliche Bindung, Bindungsentwicklung, Bindungsstörungen, Bindungstypen... Ich fühle und leide gleichzeitig und wechselwirkend als Tochter, Mutter, gescheiterte Partnerin und als Lehrerin. Die Mittagspause verbringe ich alleine auf frühlingshaften Wegen, freue mich über die kraftvolle Zartheit, welche von der wärmenden Sonne geweckt wird. Ich habe mich emotional verausgabt, brauche Stille und Distanz. Am Nachmittag geht es weiter. Ich lausche der angenehmen, warmen Stimme der Dozentin, schreibe hie und da etwas in mein Buch, spüre Sätze mehr als dass ich sie verstehe, nehme am Rand wahr, wie sie in mir zu einer Art Musik zu verschwimmen beginnen und merke erst auf, als ich meinen Namen höre: "FrauWind, ich kann gut verstehen, wie es dir geht. Es gibt dort hinten einen Raum mit einer Matratze. Leg dich doch eine halbe Stunde hin." Neben der Matratze stehen eine Waschmaschine und ausgelatschte, weisse Herrenturnschuhe. Aber das nehme ich nur wie durch einen Schleier wahr.
Der trostvollste Satz in meinen heutigen, unvollständigen Notizen lautet: "Jeder Schmerz gebiert eine neue Weisheit."