Ich bin am Vorbereiten.
In einer Woche findet an meiner Schule eine Projektwoche zum Theam: "Unsere Sinne" statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten aus zwölf Projekten vier auswählen, mindestens zwei ihrer Wünsche konnten wir berücksichtigen. Jeden Tag werden sie so in altersdurchmischten Gruppen sinnvolle Erfahrungen machen.
Mein Projekt hat das Blindsein zum Thema. "Was, wenn Farben schwarz sind?" habe ich es genannt. So bewusst sehend gehe ich selten durch den Tag, sauge die Farben in mich auf, die Licht-Schattenspiele, freue mich über meine Trittsicherheit, darüber, dass ich mich nach Geräuschen umdrehen und mich orientieren kann, bin froh zu sehen, was auf meinem Teller liegt.
Und dann drängt da eine Frage in Hellgelb. Sie riecht nach Weite und wird beinahe übertönt von Vogelgezwitscher, Glockengeläute, Flugzeugmotoren und Computergesurre. Sie fühlt sich an wie die Blindenschrift unter den Fingerkuppen, aufregend, fremd und doch so real:
Und wo bist du blind? Was übersiehst du, obwohl oder weil du sehende Augen hast?
doppelseitig