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Samstag, 16. Juni 2018

Am Wegrand

In der Fussgängerzone spielt ein Junge Cello. Vor ihm auf dem Boden sitzt ein etwa zweijähriges Mädchen. Seine blonden, glatten Haare sind zu einem dünnen Schwänzchen oben auf dem Kopf zusammengebunden. Im Schneidersitz sitzt es da und schaut gebannt auf den Musikanten. Der kleine Oberkörper wippt leise im Takt vor und zurück. Der staunende Mund steht halb offen und eine süsse Zunge scheint mitgucken zu wollen, was da draussen so faszinierend tönt. Hinter dem Kind stehen die strahlenden Eltern. Es steht ihnen ins Gesicht geschrieben, wie sehr sie in ihre Tochter verliebt sind. Immer wieder schlendern Passanten zwischen den beiden Kindern durch. Alle schauen zum Mädchen, die meisten lächeln, manche drehen sich noch einmal zurück. Das Mädchen beachtet sie nicht. Es ist ganz beim Cello, beim Klang, beim Jungen. 
Dann ist das Stück zu Ende. Starke Vaterarme heben das Kind in die Höhe und setzten es in den Kinderwagen.
Ich wende mich ab, komme zu mir und merke, dass ich weine.