Grundlage ist zur Zeit die Sechs, da die beiden StudentenWG"Kinder" auch hier basieren, quasi. Ich erwache durch Küchengeräusche. Der Älteste macht sich früh und diszipliniert wie immer in der Prüfungsvorbereitungszeit auf den Weg an die Uni, um zu lernen. Ich mache mir Kaffee und lege mich mit einem Buch zurück ins Bett. Was für ein Luxus! Morgennnebel im Tal, über dem Lindenbaum blauer Sommerhimmel. Als ich etwas später das Handy einschalte, kommen zwei nächtliche Nachrichten: "Komme doch nicht heim" "Schlafe hier in ....". Ich gehe durchs Haus, um die Fenster zu öffnen, damit die frische Morgenluft hereinziehe, bevor die Hitze hinausgesperrt werden muss. Da steht noch eine Zimmertüre offen, ein leeres Bett ohne Nachricht ist auch eine Form von SMS. Es beginnt zu rechnen in mir. Als ich spät mit der Jüngsten nach hause kam, schlief der Älteste schon. Da waren es zwei. Irgendwann nachts hatte ich Autotüren gehört, Stimmen. Da muss der Dritte nach hause gekommen sein. Dann die zwei Nachrichten, einer nicht da, dafür einer schon wieder weg. In mir verschieben sich Farben, Geschichten, Gefühle, Einkaufslisten, Fragen, und irgendwann ist das aktuelle Bild komplett: Zwei müssen offenbar noch hier sein und schlafen. Wahrscheinlich wollen die dann Frühstück, wenn der mit der offenen Zimmertüre sein Mittagsgeschirr wegräumt. Mein Sonntag kommt ins Rollen.