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Sonntag, 5. August 2018

Ja, geh!

Anfängerinnengefühl, auch nach zig Abschieden. So langsam sollte ich das managen können, das Zerren in mir, wenn sie aufbrechen. Oh, wie gut ich weiss, dass ich sie ziehen lassen muss. Wie intensiv sie mich dies üben lassen und manchmal amüsiert lächeln, wenn es mir nicht so gut gelingt, die Pass-aber-auf- und Fahr-nur-mit-Helm- und Schreib-wenigstens-einzweimal-Sätze runterzuschlucken. Ich kann und darf sie nicht mehr beschützen. Diese Rolle fällt ab wie eine alte, abgenützte Hülle. Was zurückbleibt ist eine Frau, die sich so viele Jahre lang hineingegossen hat ins Muttersein und jetzt die Bürde zur Chance machen darf, sich selber zu begegnen, selber aufzubrechen, mutterseelen allein im leeren Haus zu stehen, die Angst vor der Leere zu fühlen und sie zu umarmen. 
Und dann beobachten, was wird.
Ich dachte, ich hätte das geübt, vor zwei Wochen, vor fünf, vor acht, so oft doch schon. Und doch...
Ja, geh, dafür bist du gekommen.