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Donnerstag, 29. November 2018

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Ziemlich speziell ist diese virtuelle Begegnung von grad eben, welche mich heute "klauen" lässt.
Der kleinen Reihe nach:
Neulich hat mit jemand gesagt: "Eigentlich bräuchten Sie ein Sabbatical-Jahr, ein Jahr für sich alleine ohne Pflichten, um sich von den letzten 25 Jahren zu erholen." – Ich habe laut gelacht und bringe den Gedanken doch nicht ganz aus dem Kopf.
Als ich eben gut bepackt langsam den steilen Weg vom Tram zu mir nach Hause geschlichen bin, die Müdigkeit in allen Zellen gespürt habe, da versuchte ich, die Zeit zu messen bis zu den zehn Tagen, die im Juli meine jährliche Sabbatical-Zeit sein würden, falls es dann die jetzt noch völlig unklare berufliche Situation zulassen wird. Ich stellte mir vor, wie ich vor der Alphütte sitzen und in die vertraute Umgebung hineinsinken würde, ankommen, loslassen, entspannen, sein.

Zögernd startete ich etwas später den Computer, denn ich wusste, dass eine Mail da sein würde, die zu einem Konflikt des heutigen Tages gehört.
Dann klickte ich mich in mein Freizeitsammelsurium und sah als erstes ein Bild, welches ein Ausschnitt von meinem Heimwegtraum sein könnte.


und darunter stand dieserText:

Setz dich ans Fenster

Kein Befehl, eine Einladung.
Die täglichen Pflichten verbrauchen dich,
machen dich klein und halbblind.
Es ist Zeit, dich ans Fenster zu setzen
und niemanden mehr zu hören,
die Schatten nicht mehr schwarz zu färben,
die Anforderungen zu belächeln
und das mitgebrachte Glas Wasser
ganz vorsichtig zu leeren.
Zeit, die Tür ins Licht zu öffnen,
du kennst sie schon, die mit dem Griff,
der sich an deine Hand anschmiegt,
als wäre er nur für sie gemacht.

Die Welt wird nicht
unter deiner Vernachlässigung untergehen,
aber vielleicht wirst du auferstehen,
wie du es dir immer vorgestellt hast,
ohne es selbst zu wissen, hinein in eine Welt
in der die Kleinigkeiten glänzen,
als habe eine Elster sie nur für dich zusammengetragen,
um dich randlos glücklich zu machen.

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Ulrich Schaffer
Aus AUF DEM WASSER GEHEN bei Ferdinand in Salzburg zu bestellen.

Und jetzt überlege ich mir, ob sich alle Bilder auf eine Ebene heben lassen, auf der äusserlich alles beim Alten bleiben kann und Veränderung nur ganz im Stillen geschieht. Ich fürchte, dass ich das Gegenteil erst glaube, wenn mein Körper die Notbremse zieht. Bis dahin lache ich laut. Oder weine leise.