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Samstag, 15. Dezember 2018

fünfzehn

Die Entscheidung ist gefallen, leise wie ein Schneestern.
Es wird keinen Weihnachtsbrief geben von mir am Ende dieses Jahres. Was viele Jahre lang diese Zeit für mich zu Weihnachten gemacht hat, wird schweigen. Es geht nicht. Da ist viel zu wenig Wald dabei in meinem Fühlen, zu wenig Leichtigkeit in der Peripherie, zu wenig Poesie im Ahnen, zuviele nicht geweinte Tränen, zuviel Gewolltes und nicht Zugelassenes, und über allem die Angst, die Briefempfänger damit mehr zu belasten als zu beschenken. Es geht nicht. Ich bleibe schneeflockenstill dieses Jahr und werde vielleicht ein wenig weinen, wenn die Verbindungen zu den vielen Menschen nicht einmal von der Hoffnung, ich könnte sie erreichen, berührt werden. Vielleicht werden sie gut tun, diese Tränen. Vielleicht wird der Weg zur Post, der keiner sein wird, mir kalte Füsse bescheren. Vielleicht wird der Wald verschneit sein und mich einladen, wenigstens einmal noch und einmal wieder ihn zu besuchen. Ich werde Schneesterne sehen, die von den Ästen rieseln und werde von ihnen hören, was ich nicht in Worte zu fassen vermag. Vielleicht.