Meist sind letzte Male unbewusste Momente. Erst im Rückblick wird Endgültigkeit erkannt. Selten weiss man mit Sicherheit, dass man einen Menschen zum letzten Mal sieht oder einen Ort zum letzten Mal verlässt oder ein Fest zum letzten Mal feiert.
Ausserdem sind die meisten letzten Male unbedeutend und bleiben unbemerkt.
Ich trage Erinnerungen an letzte Male tief in mir drin an hellen, warmen Zufluchtsorten.
Heute kommt eines dazu, das jedoch nicht in die Tiefe sinken wird, sondern den Lauf der Zeit sehr intensiv verdeutlicht, das nahe Ende eines Lebensabschnittes ankündigt.
Zum letzten Mal war ich heute zum Putzdienst in unserer Familienschule eingeteilt. Und weil ich alleine putzte, konnte ich meinen Gedanken freie Bahn lassen, mit ihnen zurück wandern durch 18 unglaublich reiche, manchmal auch anspruchsvolle Jahre an diesem Ort, durch innige, glückliche Unterstufenjahre, durch Pubertätswirren, Freundschaftsbegegnungen, Projekte, intensive Mitarbeitsphasen und jetzt immer mehr am Rand, langsam leise fremd werdend. Eine junge, neue Generation übernimmt, gestaltet mit, färbt. Noch ein paar Monate bleiben, zwei Elternabende vielleicht, zwei öffentliche Klassenprojekte – aber nie wieder Putzen.
Gut so (aber auch wehmütig traurig).
Meine Kinder sind keine Kinder mehr.