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Sonntag, 24. Februar 2019

Gäste

Die Fasnacht steht vor der Türe, Hand in Hand mit dem Frühling. Während ich ihr leise seufzend die gute Stube meiner kommenden Woche zur Verfügung stelle, nehme ich ihn beiseite und versuche ihm zu erklären, dass er sich ruhig etwas mehr Zeit lassen dürfte, dass es nicht sehr passend sei, dass die ganzen städtischen Vorgärten jetzt schon gelb leuchten und die Kinder in T-Shirts auf den Pausenplätzen spielen. Er aber hört gar nicht zu. Das hat er sich abgewöhnt. Ich wisse ja, meint er mit schneeglockenheller Stimme, dass es der Sommer sei, der ihn zurück dränge. Und er setzt sich ans offene Fenster und pustet Blütenstaub vom Haselstrauch in die blaue Luft.
Ich kehre zurück zum Gast in meiner Stube und bespreche letzte Kostümdetails und Umzugsrouten, Liedstrophen und Heiterkeitserwartungen. 
Sie hat sich bereits gemütlich eingerichtet, die Frau Fasnacht, wohl wissend, dass sie nun fast drei Wochen bleiben wird. 

Wir werden ihr ein paar Konfetti (sorry, die heissen hier ja Räppli) streuen, Mehlsuppe kochen, die gewohnten Lieder singen und mit der Schule die gebastelten Kostüme durch die Strassen tragen. Und es wird wie jedes Jahr ein Widerhall von Trommel- und Pfeiffenklängen in der Luft liegen. 

Ursprünglich wollte sie damit den Winter vertreiben, nun vertreibt sie sich die Zeit mit dem Frühling. Die Zeiten ändern sich eben.