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Donnerstag, 16. Mai 2019

Es hat geklingelt.

Eigentlich bin ich ja heute früher nach Hause gekommen, um die Tochter bei ihrer Abschlussarbeit zu unterstützen. Doch dann klingelte es schon während des Abräumens des Mittagsgeschirrs an der Haustüre. 
Freudig strahlend stand da eine liebe Bekannte aus dem Leben vor meiner Erwerbstätigkeit, aus der Zeit, als die Kinder – ihre und meine – klein waren und wir uns im Dorf trafen. 
Und so kam es, dass wir kurz darauf im Wintergarten sassen, Kaffee tranken und uns erzählten von den vergangenen sechs Jahren, in denen wir uns nicht mehr gesehen hatten. Tat das gut! Da war jemand, der anknüpfte an eine Zeit, an ein Leben, das mal meines war, welches ja auch zu mir gehört, jemand, der Recourcen zum Klingen brachte, welche jetzt in meinem neuen Umfeld gar niemand mehr kennt oder mit mir verbindet, weil ich sie nicht mehr lebe, keinen Raum mehr dafür habe.
Da war eine Offenheit und Vertrautheit, die ich lange nicht mehr erlebt habe, so verbindend, so berührend.
Ich wusste es nicht mehr, dass sich Freundschaft so anfühlt. Ich hatte nicht bemerkt, dass ich meine beiden Rollen, Mutter von halberwachsenen Kindern und Lehrerin von Achtjährigen und daher im Fokus derer Eltern, so vollendet ausfülle, dass dieser nährende, spielerische Austausch still aus meinem Leben verschwunden war.
Danke für dieses Geschenk, für diese Spontaneität, für diese Lebendigkeit, für die Verletzlichkeit, die Platz hatte. Danke für diese Aus-Zeit. Ich lege sie in meine Schatzthruhe und werde nicht mehr vergessen, dass es sie gibt.

Das Bild gehört in das neue Leben, jenes von heute Morgen...