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Samstag, 18. Januar 2020

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Dieser Moment, den zu teilen die Illusion schafft, nicht ganz allein damit zu sein. Nun ist sie auch wieder weg, zurückgezogen in ihre Studienstadt nach 9 Monaten Zwangs- und Erholungspause. Voller Vorfreude auf das neue WG-Zimmer und ihren Neustart von diesem Punkt aus ist sie eben mit ihrem Vater losgefahren. Nun bin ich alleine in diesem plötzlich viel zu grossen Haus. Nur zwei haben ein Standbein noch hier, das andere am Wohnort von Freund und Freundin, zwei mit atemlos vielen Projekten und Plänen, welche sie rund um die Uhr beschäftigen. Hier gibt es einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und guten Kaffee, ein Bett und jemanden, der sich anbietet, Widerstand und Ablösung zu trainieren.
Vor fünfeinhalb Jahren sind der Mann und der Älteste fast zeitgleich ausgezogen, habe ich wieder angefangen, ausser Haus berufstätig zu sein, genau gleich lang, wie wir davor versucht hatten, uns als Familie vom Erdbeben zu erholen, welches der Tod von Mirjam ausgelöst hatte, fünfeinhalb Jahre, die von einer grossen Konstante bewegt wurden, der Zentrifugalkraft.

Ich versuche, das ganze einfach anzuschauen, die Bilder, die da purzeln, die Muster, die weggespült werden, die Definitionen, aus denen ich mir meine Daseinsberechtigung zurecht gedichtet hatte, welche nun abfallen wie vergilbte Hüllen. 
Was da stehen bleibt, wage ich nicht zu benennen. Es weht und webt ein diffuser Nebel von Angst und Erschrecken durch die Luft. Die Energie von herausfordernden Elterngesprächen der letzten Tage durchzieht das Geschehen und verheisst die Qualität der künftigen Begegnungsangeboten.