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Sonntag, 25. Oktober 2020

Oktober

Seltsam.

Es macht mehr mit uns, als wir wollen. Bewusst und wach zu bleiben ist eine riesige Herausforderung, aber wichtiger denn je. Aus dem einen Bekannten sind mehrere geworden. Der Schwiegervater meines Bruder in Paris beatmet, seine Frau krank zu Hause, der Sohn in Quarantäne, weit weg – bisher ohne Symptom – wegen kranken Mitstudenten. Es ist die Angst, welche schlimmer ist als alles andere, die Beklemmung, welche den Atem raubt, die Unsicherheit, welche das Immunsystem schwächt.

Es ist so wichtig, dass wir jetzt nicht all die schwächenden Energien pflegen, sondern hier und jetzt zur Ruhe kommen. Das sagt sich leichter an einem sonnigen Sonntag nach einer Nacht, die eine Stunde länger war als sonst. Sind aber Sonntage nicht genau dazu da, dass wir in ihnen den Alltag spiegeln und mit Licht nähren?

Und: Ich will lernen, mir die innere Nähe zum Gegenüber nicht nehmen zu lassen durch ein Stück Stoff, auch wenn das Arbeit bedeutet und Aufmerksamkeit. Es wird kein einfacher Winter. Er verpackt seine Chancen auf ungewohnte Weise.