Es geht an die Substanz.
Der Verhaltenskodex für Schulangestellte, der alle zwei Wochen ergänzt wird, umfasst unterdessen 19 Seiten und wirkt immer mehr, als entstamme er dem Drehbuch für einen Horrorfilm. Die Maske darf im Unterricht in der 1:1 Situation höchstens 15 Minuten am Tag ausgezogen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird und die Notwendigkeit schriftlich begründet werden kann. Ansonsten gilt nun für die Lehrpersonen strenge Maskenpflicht im Unterricht, unabhängig vom Abstand zu den Kindern.
Mein kleiner Raupenbändiger, welcher in der Logopädie hinter einer Plexiglasscheibe sprechen übt, hört mir genau zu. Er will verstehen. Er ist so stolz, dass er jetzt lesen und schreiben kann, aber sein Wortschatz ist noch sehr gering. "LAUS", sollte er schreiben. "LAUF" steht da neben dem Bildchen. Er schaut mir genau auf die Maske, seine Augen blicken verzweifelt. Ich schicke ihn einen Meter zurück, denn hinter mit ist die Wand, nehme die Maske vom Gesicht, (sollte mir davor die Hände desinfizieren), stelle die Stoppuhr, sage deutlich nochmal "Laus", er eilt strahlend an seinen Platz zurück, ich lese die Stoppuhr ab, notiere mir "Raupenbändiger, 30 Sekunden", desinfiziere die Hände, ziehe die Maske wieder an. Vor mir steht das türkisch sprechende Sternschnuppenzählerkind und zeigt mir "MAUWER".
Das mit der schriftlichen Begründung kam erst gestern neu dazu. Ich habe diesen Punkt noch nicht abgeglichen mit meinem gesunden Menschenverstand, wie wir das intern jeweils nennen. Ich lese bloss in meinen Träumen, wie abbauend und heftig diese Zeit wirkt.
(Wir hatten übrigens noch keinen einzigen positiven Fall an unserer Schule! Ausserdem ist es mir erlaubt, die Maske auszuziehen, wenn ich alleine im Schulzimmer bin!)
Und Weihnachten dürften wir auch nicht zusammen feiern, denn es dürfen nur zwei Haushalte zusammenkommen. Da drei der Kinder in WGs wohnen, sind wir also vier Haushalte plus der vom Vater, also 5. Zudem müsste der Älteste zuvor zwei Wochen in Quarantäne, da er von Paris kommt. Fragt sich nur wo. Sollen die eben mutterseelenallein über die Weihnachtstage in ihren 16 Quadratmeterzimmern im Studentenwohnblock sitzen.
Ad absurdum.
Der Verhaltenskodex für Schulangestellte, der alle zwei Wochen ergänzt wird, umfasst unterdessen 19 Seiten und wirkt immer mehr, als entstamme er dem Drehbuch für einen Horrorfilm. Die Maske darf im Unterricht in der 1:1 Situation höchstens 15 Minuten am Tag ausgezogen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird und die Notwendigkeit schriftlich begründet werden kann. Ansonsten gilt nun für die Lehrpersonen strenge Maskenpflicht im Unterricht, unabhängig vom Abstand zu den Kindern.
Mein kleiner Raupenbändiger, welcher in der Logopädie hinter einer Plexiglasscheibe sprechen übt, hört mir genau zu. Er will verstehen. Er ist so stolz, dass er jetzt lesen und schreiben kann, aber sein Wortschatz ist noch sehr gering. "LAUS", sollte er schreiben. "LAUF" steht da neben dem Bildchen. Er schaut mir genau auf die Maske, seine Augen blicken verzweifelt. Ich schicke ihn einen Meter zurück, denn hinter mit ist die Wand, nehme die Maske vom Gesicht, (sollte mir davor die Hände desinfizieren), stelle die Stoppuhr, sage deutlich nochmal "Laus", er eilt strahlend an seinen Platz zurück, ich lese die Stoppuhr ab, notiere mir "Raupenbändiger, 30 Sekunden", desinfiziere die Hände, ziehe die Maske wieder an. Vor mir steht das türkisch sprechende Sternschnuppenzählerkind und zeigt mir "MAUWER".
Das mit der schriftlichen Begründung kam erst gestern neu dazu. Ich habe diesen Punkt noch nicht abgeglichen mit meinem gesunden Menschenverstand, wie wir das intern jeweils nennen. Ich lese bloss in meinen Träumen, wie abbauend und heftig diese Zeit wirkt.
(Wir hatten übrigens noch keinen einzigen positiven Fall an unserer Schule! Ausserdem ist es mir erlaubt, die Maske auszuziehen, wenn ich alleine im Schulzimmer bin!)
Und Weihnachten dürften wir auch nicht zusammen feiern, denn es dürfen nur zwei Haushalte zusammenkommen. Da drei der Kinder in WGs wohnen, sind wir also vier Haushalte plus der vom Vater, also 5. Zudem müsste der Älteste zuvor zwei Wochen in Quarantäne, da er von Paris kommt. Fragt sich nur wo. Sollen die eben mutterseelenallein über die Weihnachtstage in ihren 16 Quadratmeterzimmern im Studentenwohnblock sitzen.
Ad absurdum.