Welch frohe Weihnachtstage! Das grösste Geschenk habe ich mir selber gemacht: Ich habe nicht nur gespürt, was ich brauche, ich habe es auch kommuniziert. Und weil es alle respektiert und mitgetragen haben, durfte ich mich dieses Jahr dem Geschenkezirkus ganz entziehen. In aller Ruhe habe ich Karten gemalt und Gutscheine geschrieben, dazu Tee getrunken und an die Kinder gedacht, an all die Jahre, an all die Weihnachten, die intensiv, meist schön aber sehr oft auch bis zum letzten Moment anstrengend waren. Der 26. Dezember war jeweils mein Tag. Endlich Ruhe, kein Besuch, Resten von den Festtagen zum Essen, früher waren die Kinder mit ihren neuen Spielsachen beschäftigt, später schliefen sie aus und verbrachten die Nachmittage mit geselligen Spielrunden.
Dieses Jahr war es schon sehr früh einfach still. Eingekauft habe ich morgens um sieben, sodass ich um acht bereits wieder zu hause war. Kein Gedränge in der Stadt von Mittag bis Abend, kein Schlangestehen auf der Strasse und hinter gelben Abstandslinien an den Kassen, kein Taschenschleppen zwischen den Regalen und Strassen auf und ab, kein Hin und Her, weil ich mich nicht entscheiden kann, sondern mich ganz einlassen auf diese Wintersonnenwende, welche dieses Jahr eine Tiefe und Energie hatte, wie ich es nie zuvor erlebt hatte. Kam dazu, dass ich keine Nachrichten las oder schaute – und plötzlich war soviel Friede und Freude da.
Nun beginnt morgen wieder die Schule, ohne Unterricht zwar, aber doch sehr konkret. Noch ist heute, noch ist diese Zeit dazwischen, und ich hoffe und wünsche sehr, dass es vielen so geht und gegangen ist, nachdem die Einschränkungen dieses Jahres akzeptiert und die neuen Formen mit Leben gefüllt waren.
Natürlich war es nicht still in Dezibel gemessen, es war sogar sehr laut und lebendig manchmal, und angeregt und hitzig und lustig und spannend. Aber in mir war es still und ist es still. Und dafür danke ich dieser eingeschränkten Weihnachtseit von ganzem Herzen.
