Während ich heute im Garten den Winter aufzuräumen begonnen habe, ist mir vieles durch den Kopf gegangen. Dabei sind ganz weit vorne immer die Schülerinnen und Schüler, diese sieben- und sechsjährigen Kinder, in deren Schicksal ich für eine kurze Zeit ihres Lebens hineinwebt bin. Ich habe eine freundliche Klasse, zuverlässige, ordentliche Kinder, die gerne tun, was ich ihnen anbiete. Doch sie sind – anders, als Erstklasskinder bisher waren, zumindest die meisten. Während ich in früheren Klassen ständig Geschichten erzählt bekam, ausgedachte, erlebte, erhoffte, bleibt es diesmal stumm. Rätselhaftes wird mit Schulterzucken stehen gelassen, zumindest von den meisten. Es gibt Ausnahmen, einen kreativen Chaoten, eine verträumte Zaubererin und eine ganz junge, die sich wahrscheinlich noch nicht traut.
Im Garten wusste ich es plötzlich, was ich vermisse: Es ist diese kindliche, unersättliche Neugierde, diese offenen Augen und Ohren, dieses tausendfache "warum?". Vielleicht schlummert sie irgendwo und wartet darauf, geweckt zu werden, doch bisher ist es mir selten gelungen, diese Wachheit, das staunende Entdecken heraus zu kitzeln.
Und als hätte sie den Nachmittag in meinen Gedanken verbracht, sagt die älteste Tochter beim Abendessen: "Ich glaube, das Wichtigste, was ich von meiner Schulzeit ins Leben nehme, ist diese Neugierde, dieses Interesse daran, immer noch weiter zu fragen und weiter zu suchen."
Das Ziel ist gesteckt.