Letzte Woche sagte mir jemand, der selber nicht Schweizer ist: "Eure Schweiz kommt uns vor wie eine Insel. Ihr habt die gleichen Zahlen und Kurven wie alle rundum, aber statt alles runter zu fahren, geht ihr einkaufen, die Strassen sind voll von Menschen und die Schulen sind seit fast einem Jahr normal geöffnet." Und heute wurde nun entschieden, dass ab Montag auch die Terassen von Restaurants und Fitneszentren wieder offen sind, kulturelle Anlässe stattfinden dürfen – natürlich alles unter strengen Regeln.
Ich denke, alle wissen, dass wir ein Risiko eingehen, dass es ein mutiges Abwägen ist, dass die Sorge um die Jugend immer mehr ins Bewusstsein der Verantwortlichen rückt, dass wir lernen dürfen und müssen, Gesundheit ganzheitlicher zu denken.
Aber etwas seltsam ist es schon, sich auf der Insel zu fühlen, wenn das Nachbarland nur 500 Meter entfernt ist und dort die Menschen in Sichtweite Ausgangssperre haben, während hier Grillfeste gefeiert werden.
Für das Meeresrauschen halte ich mir die leere Teetasse ans Ohr.