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Montag, 26. April 2021

116/365 Ach Frühling

Das mit dem blauen Schmetterling gestern, das war kein Fundstück, das war eine Notlösung. Ich war auf der Suche nach einem Frühlingsgedicht, eines, welches sich stimmig anfühlen würde im Bezug auf den aktuellen Frühling. Ich las von blauen Bändern, von Fülle und Farbe, von Liebe und Lust, von Hoffnung und Träumen. Doch mein Frühling hier draussen, der kam in keinem der Gedichte vor. Nirgendwo fand ich Trauer über Bäume, welche nicht mehr ausschlagen, über Risse im Boden und halb ausgetrocknete Weiher, über Birken, die nur noch mickerige, kraftlose Blättchen in den Wind halten, nichts war zu finden von Schwalben, welche nicht zurückkehren und Bienen, die einsam auf Nektarsuche sind.
Und dann begegnete ich dem Schmetterling, dem zweiten in diesem Jahr. Der erste gaukelte vor einem Monat als Zitronenfalter durch den Wald. Seither ist der Frühling durstig still.
Einmal mehr wünsche ich mir zum Geburtstag nichts anderes als einfach nur Regen, diese nährende Illusion, dass doch alles nicht ganz so hoffnungslos ist.