Gestern also bin ich vor dem Haus damit beschäftigt, Holz zu hacken. Zum ersten Mal seit einer Woche verlangt das Haus wieder nach der Wärme des Ofens.
Da spaziert eine Dreigenerationenfamilie auf der Strasse vorbei: Der Opa mit seinem Sohn voraus, dann die Oma mit der Schwiegertochter und zwischen ihnen die kleine Tochter auf dem Laufrad. Zuhinterst rollt der noch nicht Zweijährige auf seinem Dreiradtrotinett. Ich sehe ihn zum ersten Mal auf seinen eigenen Füssen stehen und beobachte ihn überrascht. Er sieht mich nicht, hält aber plötzlich an, steigt vom Trittbrett und schaut gebannt in die Rabatte. Sein ganzes Gesicht ist Staunen, sein ganzes Wesen scheint mit dem, was er da schaut, zu verschmelzen. Es ist, als führe er einen wortlosen Dialog. Unbeweglich steht er da, total vertieft, bestimmt eine Minute lang.
Dann wird er von weiter vorne gerufen. Langsam steigt er wieder auf sein Trittbrett, ohne die Augen abzuwenden von dem, was ihn verzaubert hat, stösst sich dann aber ab und rollte aus meinem Blickfeld.
Da ich vom Spaltstock aus nicht in die Rabatte sehen kann, weiss ich nicht, was der Junge dort gesehen hat und gehe nun "nach-schauen". Und da steht sie, einsam, etwas unförmig und asymmetrisch, aber wunderschön rot, wiegt sich im Wind und ist von einer Leuchtkraft, wie sie dem kleinen Kind vielleicht noch nie begegnet ist.
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