oder: Aus dem fahrenden Zug (sind das Er-fahrungen?)
eine Frau, die an der Tankstelle ihr Auto mit einem Schlauch wäscht
gelb blühende Stauden zwischen den Bahnschwellen und am Bahndamm (Früher hätte man das fein säuberlich weggegiftet.)
eine riesige Baustelle da, wo schon vor zwei Jahren eine war
der Aussichtsturm dort oben auf dem Hügel, auf dem mir schon auf der zweiten Plattform so schwindelig geworden war, dass wir umgekert sind – auch vor zwei Jahren
die grosse Lagerhalle des schwedischen Riesen, die nun offenbar beige - blau gestrichen worden ist. Nur einzelne Wandelemente sind noch gelb.
Eine Strasse, die früher Dorfstrasse war, was an den alten Bauernhäusern zu erkennen ist. Da, wo Miststock, Garten und Brunnen standen, verkehrt jetzt die mobile Gesellschaft auf Asphalt direkt vor den Haustüren.
eine Neubausiedlung mit grossen, leeren Fenstern, hinter denen noch niemand wohnt
die Dunkelheit eines Tunnels, die endlos dröhnt und dann doch irgendwann zu Ende ist
die weisse Dampfwolke, die watteweich am Kühlturm des Atomkraftwerkes zu hängen scheint
Rapsfelder wie gelbe Teppiche überall zwischen grüne Wiesen und braune Äcker gelegt
unzählige Nussbäume, die nun wie immer als letzte auch beginnen, ihre noch dunklen Blätter aus den Knospen zu entfalten
Mäusebussarde, die zu zweit über Hügelkämmen Kreistänze fliegen
und Grün, Grün, Grün, saftiges, sattes Grün
erwachen: "Nächster Halt: Bahnhof. Aussteigen in Fahrtrichtung rechts. Ihre nächsten Anschlüsse."