In sehr flachem Winkel scheint die Sonne in den wilden Gartenteil, den ich durch das Fenster links von meinem Schreibtisch sehen kann. Ein endlos faszinierendes Schatten – Lichtspiel atmet im Rhythmus des leisen Abendwindes. Eine hellrosa Akkelei steht mitten in den Rosenstauden. Auf den brüchigen Kalksteinen der Mauer liegen Moospolster. Junge Lindenbäumchen wachsen reihenweise aus allen Poren des Bodens. Über den kleinen Ausschnitt Himmel, der über dem Kirschbaum zu sehen ist, zieht ein einsamer Hauch Wolke. Und direkt neben mir, auf dem Fenstersims, liegt eine halb verspiesene Maus mit abgetrenntem Kopf. Die kleinen schwarzen Knopfaugen sind offen und zwei Fliegen treiben auf dem Körper Feldforschung.
Ich geh dann mal ihr Labor umquartieren.