Plötzlich diese Dunkelheit aus Westen, diese blaugraue Wand, der Wind, erste Tropfen auf den heissen Boden. Ich brauche mich bloss zu drehen und sehe blauen Himmel, ein paar Wolken, Heiterkeit.
Aus dem Tropfen wird ein Prasseln, ein Peitschen, ein Strömen. In kürzester Zeit läuft braune Flut über den Randstein. Blitze, auf welche unmittelbar der Donner folgt, krachend, erschütternd.
Ich stehe unter dem Dach, erstaunt, fasziniert, aber auch etwas ängstlich. Ausgeliefert sein, Kontrolle verlieren, machtlos sein, hoffen, dass alle Kinder irgendwo Schutz gefunden haben. Mutter sein. Tochter sein. Akzeptieren, was ist.
Es sind keine Wolken mehr erkennbar, auch kein Regen. Ringsum ist alles dicht, grau, undurchsichtig, es rauscht, es gurgelt. Das Gewitter ist nicht über uns, wir stehen mitten drin, wir: Das Haus, die Katzen, der Lindenbaum, die Strasse und ich.