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Freitag, 27. August 2021

239/365 Zauber

Es war ein wunderschöner Morgen heute. Bereits fahre ich mit der 7-Uhr-Tram wieder hinein ins frühe Morgenlicht. Bald wird es wieder eine Fahrt in der Dämmerung sein. Heute aber schien die Sonne zwischen Horizont und einem blaugrauen, dichten Wolkenband aus einem schmalen Streifen Himmel golden in die Welt. Mein Blick glitt über die vorbei ziehenden Bilder: Gebäude, Weitblicke, Gärten, Felder... Keines liess sich länger als eine Sekunde halten.
Trotzdem schaffte es eines davon, mich tief innen, an einem höchstens halbbewussten Ort zu berühren. Da schimmerte ganz kurz ein Hauch von Erinnerung an tiefstes Glück auf. Ich wusste. Ich staunte. Ich versuchte festzuhalten und verlor es im selben Aufgenblick. Das war so sonderbar und verrückt und stark in seiner Flüchtigkeit.
Ich könnte nicht genau beschreiben, was es war, was durch meine Augen den Weg an jenen Ort fand: Eine Hecke als Umrandung eines Privatgrundstückes, unspektakulär geschnitten zum angrenzenden Feld hin. Das Besondere daran war, dass an drei Stellen das Heckengrün unterbrochen wurde von zwei rosa und einem weiss blühenden Strauch. Ich hielt sie für Rosen. Ich könnte nicht sagen, ob es die Farben waren, die Zartheit, die Überraschung über den unerwarteten Anblick, die Einnerung an einen Duft. Ich weiss es nicht. 
Doch ich spürte in dem Moment, dass es Welten gibt, die sich uns entziehen, um uns in eine andere Wirklichkeit zu führen. Es wurde ein guter Tag, ein freundlicher, duftender.